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08. Februar 2012, 12:09 Uhr

Kunduz-Untersuchung

Anonymous blamiert sich mit angeblicher Geheim-Veröffentlichung

Rund 200 Dokumente zur Kunduz-Affäre liegen offen auf den Servern des Bundestags: Anhänger der Web-Guerilla Anonymous prahlten mit diesem Fund, eine Nachrichtenagentur schickte sogar eine Eilmeldung. Dabei handelt es sich um ganz offiziell veröffentliche Dateien.

Am Mittwochvormittag meldeten zwei Nachrichtenagenturen: Anonymous-Aktivisten hatten angeblich geheime Dokumente gefunden, auf den Servern des Bundestags. Sie prahlten: Wenn man solche Daten schon auf einem Webserver lagert, dann müsse man diesen besser konfigurieren.

Bei dem angeblichen Sensationsfund handelt es sich um rund 200 PDF-Dateien aus dem Kunduz-Untersuchungsausschuss, etliche davon sind mit "VS - nur für den Dienstgebrauch" gestempelt. Das Gremium hatte einen von deutschen Soldaten befohlenen Luftangriff im Jahr 2009 untersucht, bei dem 142 Menschen getötet worden waren.

Nur sind die Protokolle und Vermerke - darunter auch ein handschriftlicher Brief des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg - nicht geheim. Wie das Pressereferat des Bundestags auf Anfrage mitteilte, seien die Dokumente als Anhang einer offiziellen Drucksache veröffentlicht worden. "Die Dokumente sind in Zusammenarbeit vom Bundesministerium der Verteidigung und Deutschem Bundestag auf schutzbedürftige Informationen geprüft und gegebenenfalls passagenweise geschwärzt worden", so ein Sprecher des Bundestags. Zu finden sind die Dokumente über Links in der Drucksache 17/7400, ab Seite 460 sind sie als Anhang aufgeführt.

ore

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