Kunduz-Untersuchung Anonymous blamiert sich mit angeblicher Geheim-Veröffentlichung

Rund 200 Dokumente zur Kunduz-Affäre liegen offen auf den Servern des Bundestags: Anhänger der Web-Guerilla Anonymous prahlten mit diesem Fund, eine Nachrichtenagentur schickte sogar eine Eilmeldung. Dabei handelt es sich um ganz offiziell veröffentliche Dateien.


Am Mittwochvormittag meldeten zwei Nachrichtenagenturen: Anonymous-Aktivisten hatten angeblich geheime Dokumente gefunden, auf den Servern des Bundestags. Sie prahlten: Wenn man solche Daten schon auf einem Webserver lagert, dann müsse man diesen besser konfigurieren.

Bei dem angeblichen Sensationsfund handelt es sich um rund 200 PDF-Dateien aus dem Kunduz-Untersuchungsausschuss, etliche davon sind mit "VS - nur für den Dienstgebrauch" gestempelt. Das Gremium hatte einen von deutschen Soldaten befohlenen Luftangriff im Jahr 2009 untersucht, bei dem 142 Menschen getötet worden waren.

Nur sind die Protokolle und Vermerke - darunter auch ein handschriftlicher Brief des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg - nicht geheim. Wie das Pressereferat des Bundestags auf Anfrage mitteilte, seien die Dokumente als Anhang einer offiziellen Drucksache veröffentlicht worden. "Die Dokumente sind in Zusammenarbeit vom Bundesministerium der Verteidigung und Deutschem Bundestag auf schutzbedürftige Informationen geprüft und gegebenenfalls passagenweise geschwärzt worden", so ein Sprecher des Bundestags. Zu finden sind die Dokumente über Links in der Drucksache 17/7400, ab Seite 460 sind sie als Anhang aufgeführt.

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insgesamt 14 Beiträge
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rolfmueller 08.02.2012
1. Wozu die Häme?
Ich kann die Häme nicht nachvollziehen, mit der hier über den Irrtum von "Anonymous" berichtet wird. Hat sich der "Spiegel" noch nie geirrt? Wenn ich etwas zu veröffentlichen hätte, würde ich es zuerst "Anonymous" geben. Der "Spiegel" ist mir mit zu vielen Mächtigen verbandelt.
interupta 08.02.2012
2. ?
Zitat von sysopRund 200 Dokumente zur Kunduz-Affäre liegen offen auf den Servern des Bundestags: Anhänger der Web-Guerilla Anonymous prahlten mit diesem Fund, eine Nachrichtenagentur schickte sogar eine Eilmeldung. Dabei handelt es sich um ganz offiziell veröffentliche Dateien. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,814004,00.html
"blamierte"?.. peinliche Wortwahl. Sie haben sich geiirt und vielleicht leichtsinnig verhalten.. aber blamiert? Oder schmälert es die Gewichtung der Bewegung? Ich würde diesen Begriff eher dem Schreiber dieses Artikel zuordnen. Ob sich jemand blamiert ist eine subjektive wahrnehmung und zeigt ganz deutlich die Gesinnung des Journalisten. Peinlich!
mangeder 08.02.2012
3. Häme unnötig, trotzdem Lob für Spiegel!
Der leicht hämisch gefärbte Text gegenüber Anonymous gefällt mir zwar auch nicht ganz, da es nicht abwegig ist, das der Bundestags eine Sicherheitslücke hat und wenn auf einigen Unterlagen sogar "VERSCHLUSSSACHE - GEHEIM" zu lesen ist (Download hier: Dokument 082.pdf (http://www.mediafire.com/?lqmokhpicdqk69p) ) dann muss man als Nichtfachmann wohl zum Schluß kommen, dass es in der Form nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. ABER andererseits muss man den Spiegel wirklich dafür Respekt, dass sie nicht wie zahlreiche andere Medien (WELT, B.Z., Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt - interessanterweise alle im Springer-Verlag!!) die Meldung einfach blind als Sensation veröffentlicht haben ohne diese vorab zu überprüfen. Der Spiegel hat als erstes und einziges Medium die Meldung mit der Kommentierung des Pressereferat des Bundestags veröffentlicht. Insofern muss man den Spiegel und deren Redakteuren wiederum Respekt zollen!
marthaimschnee 08.02.2012
4. Ahhhh!
Bei freigegebenen Dokumenten wird also nichtmal der "Geheim"-Vermerk entfernt? Sehr interessant! Damit wird das Prinzip "Verschlußsache" zum kompletten Unsinn, weil ja keiner weiß, ob der Vermerk darauf ernst gemeint und noch aktuell ist. Würde aber zur aktuellen Politik passen - Schwachsinn in Tüten!
ThomasM72 08.02.2012
5. .
Zitat von interupta"blamierte"?.. peinliche Wortwahl. Sie haben sich geiirt und vielleicht leichtsinnig verhalten.. aber blamiert? Oder schmälert es die Gewichtung der Bewegung? Ich würde diesen Begriff eher dem Schreiber dieses Artikel zuordnen. Ob sich jemand blamiert ist eine subjektive wahrnehmung und zeigt ganz deutlich die Gesinnung des Journalisten. Peinlich!
Bundestag LEAK Anonymous - Pastebin.com (http://pastebin.com/EnPMLRMw) - Zitat: "11.Wenn der deutsche Bundestag schon so mit eigenen Daten und Dokumenten umgeht, was passiert mit den Daten der Bürger? [irone]ACTA wird uns davor sicher schützen, oh wait ... geistiges Eigentum?[/ironie]" Dieses ironische Zitat stammt von Anonymous. Ich meine, wenn man jemanden hämisch verspottet und dabei Quatsch erzählt, macht man sich richtig lächerlich und hat Häme verdient. Außerdem ist Anonymous keine Bewegung. Wer dahinter steckt und die Fäden zieht, ist nicht nachvollziehbar. Jeder kann sich Anonymous nennen!
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