Leistungsschutzrecht Springer gibt Google kostenlose Lizenz

Für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen in Suchergebnissen will der Verlag Axel Springer Geld sehen. Dafür wurde extra ein Gesetz geschaffen. Ausgerechnet für Google gibt es jetzt eine Ausnahme.
Axel Springer in Berlin (Archivbild): Rein in Google, raus aus Google, rein in Google

Axel Springer in Berlin (Archivbild): Rein in Google, raus aus Google, rein in Google

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Berlin - Im Streit um die Anzeige von Suchergebnissen knickt der Medienriese Springer gegenüber dem Internetkonzern Google ein. Der Verlag habe die Verwertungsgesellschaft VG Media beauftragt, Google eine Gratislizenz für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen zu erteilen, teilte Axel Springer mit.

Es geht um die Webseiten von "Die Welt", "Computerbild", "Sportbild" und "Autobild", deren Inhalte im Streit um das sogenannte Leistungsschutzrecht seit dem 23. Oktober bei Google nur in eingeschränkter Form angezeigt wurden.

Die von der VG Media vertretenen Verlage hatten von Google unter Hinweis auf das neu eingeführte Leistungsschutzrecht Lizenzzahlungen für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen verlangt. Google kündigte daraufhin nach einer Klage der Verlegerseite an, ab dem 23. Oktober nur noch Überschriften anzuzeigen.

Kurz vor dem Termin erlaubten die meisten von der VG Media vertretenen Verlage dem Internet-Konzern, die Suchergebnisse weiter wie bisher anzuzeigen - ohne Lizenzgebühr. Die Verlage werfen Google allerdings den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

Springer betonte nun, die Rückkehr zur Gratisanzeige bei den vier Titeln erfolge "nicht freiwillig, sondern weil die Axel Springer SE wegen der Marktbeherrschung Googles und des daraus folgenden wirtschaftlichen Drucks keine andere Möglichkeit sieht".

Weniger Nutzer kommen über Google zu Springer-Angeboten

Nach Springer-Angaben kamen wegen der reduzierten Darstellung auf Google News 80 Prozent weniger Besucher als vorher über diesen Weg auf die eigenen Angebote, bei der Google-Suche soll das Minus bei 40 Prozent gelegen haben. Angaben zur Nutzung der Angebote unabhängig von Google macht Springer unter Hinweis auf anstehende Zahlen der Prüfgesellschaft IVW nicht.

Der Konzern erklärte, dass auf Basis der aktuellen Rückgänge ein finanzieller Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr drohe. Zugleich hieß es, der Rückgang habe sich ungleichmäßig auf die vier Angebote verteilt. So sei "Die Welt" vor allem bei Google News betroffen gewesen, während bei "Autobild" und "Computerbild" die Auslistung der Bilder- und Videosuche stärker durchgeschlagen habe.

Google verwies in einer Reaktion darauf, dass in den vergangenen drei Jahren eine Milliarde Euro an deutsche Werbepartner aus dem Medienbereich ausgeschüttet worden sei. "Die Entscheidung zeigt, dass Google einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Presseverlagen leistet", sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck.

ore/dpa
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