Urteil zu "Gefällt mir"-Button Firmen müssen über Datenweitergabe aufklären

Facebook sammelt mit dem "Gefällt mir"-Button auch außerhalb des eigenen Netzwerks Daten. Wenn Firmenseiten den Button eingebaut haben, müssen sie Kunden über die Datenweitergabe aufklären, urteilte nun ein Gericht.
Logo von Facebooks "Like"-Button

Logo von Facebooks "Like"-Button

Foto: KIMIHIRO HOSHINO/ AFP

Das Landgericht Düsseldorf nimmt Unternehmen in die Pflicht, die den "Gefällt mir"-Button von Facebook auf ihrer eigenen Webseite einsetzen: Unternehmen müssen laut dem Gerichtsurteil darüber aufklären, dass in so einem Fall Daten an das Netzwerk fließen.

Damit hat das Gericht dem Kläger, der Verbraucherzentrale NRW, weitgehend rechtgegeben. Diese hatte gegen den Bekleidungshändler Peek & Cloppenburg Klage eingereicht. Denn über das Plug-in für den gereckten Daumen werden Daten über das Surfverhalten des Kundens schon beim einfachen Aufrufen einer Seite an Facebook weitergeleitet, auch wenn die Seite sonst überhaupt nichts mit Facebook zu tun hat. Viele Kunden wissen das nicht.

Die Integration des "Gefällt mir"-Buttons verletze Datenschutzvorschriften, weil dadurch unter anderem die IP-Adresse des Nutzers ohne ausdrückliche Zustimmung an Facebook weitergeleitet werde, hieß es in der Begründung des Urteils.

"Keiner weiß, was Facebook mit den Daten macht", sagte Rechtsanwältin Sabine Petri von der Verbraucherzentrale. Sie sei zufrieden mit dem Urteil. Unternehmen könnten sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen, indem sie auf Facebook verweisen.

Insgesamt hatte die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen wegen des "Gefällt mir"-Buttons abgemahnt. Bei Peek & Cloppenburg ging es um eine Firmen-Website namens "Fashion ID" (Az. 12O 151/15). Mittlerweile muss der Nutzer dort Social-Media-Dienste explizit aktivieren und stimmt damit zu, "dass Daten an die Betreiber der sozialen Netzwerke übertragen werden".


Update, 12.45 Uhr: Ein Facebook-Sprecher hat mittlerweile auf das Urteil reagiert. Der Knopf mit dem gereckten Daumen sei ein "akzeptierter, legaler und wichtiger Teil des Internets". Das Urteil ziele auf einen speziellen Fall und beziehe sich auf die Praxis einer Webseite, die mittlerweile abgeändert worden sei. "Es ist üblich, dass Webseiten eine Reihe von Plug-ins von Drittanbietern benutzen, der 'Gefällt-mir'-Button von Facebook ist nur eines davon", sagt der Sprecher.

dpa/gru
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.