Linuxtag 1000 Menschen demonstrierten gegen Softwarepatente

Das ehemalige "Exotenthema" Softwarepatente bewegt immer mehr Menschen. In Karlsruhe fanden sich anlässlich des Linuxtages rund 1000 Menschen zum gemeinsamen Protest gegen die geplante EU-Richtlinie zusammen.

"Ich sehe hier Fahnen der Grünen Jugend und der Jungen Liberalen", rief Florian Müller vom Open-Source-Softwarehersteller MySQL AB auf der Kundgebung in Karlsruhe, "und es ist bezeichnend, dass die Jugendorganisationen aller großen deutschen Parteien gegen Softwarepatente sind."

So kann man das sagen. Der Streit darüber, ob und in wie fern Software patentierbar sein sollte, geht quer durch alle Parteien - und nicht zuletzt als Streit der Generationen.

Die Veranstalter, ein breites Bündnis von Parteien und NGOs, hoffen, die EU-Richtlinie noch verhindern zu können.

Zwar nickte der EU-Ministerrat vor kurzem eine veränderte Fassung des umstrittenen Entwurfes ab, der in erster Lesung vom EU-Parlament abgelehnt worden war, doch noch ist nichts entschieden. Die endgültige Abstimmung im Parlament wurde bis auf die Zeit nach den EU-Wahlen verschoben - und verschoben hat sich auch so einiges im Parlament.

Ob das gut ist für die Sache der Softwarepatent-Gegner, bleibt abzuwarten. Die Abstimmung ist noch nicht terminiert, wird aber für den Herbst erwartet.

Als echte Überraschung darf die schiere Zahl der Demonstrationsteilnehmer gewertet werden. Mit nach Polizeiangaben rund 1000 Demonstranten wurde die Karlsruher Kundgebung zur bisher größten ihrer Art. Georg Greve, Kopf der Free Software Foundation Europe: "Jetzt geht es erst richtig los: Wir werden bis zur Abstimmung im Europäischen Parlament noch deutlich mehr Leute aktivieren."

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