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20. Juni 2019, 14:21 Uhr

Cyberattacke

Unbekannte sollen litauische Nachrichtenportale manipuliert haben

Unbekannte haben auf die Websites litauischer Zeitungen manipulierte Artikel eingeschleust. Das Militär sieht einen Zusammenhang zu einem laufenden Nato-Manöver.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Vilnius sind mehrere litauische Nachrichtenportale vermutlich Opfer einer Cyberattacke geworden. Unbekannte hätten am Mittwoch gefälschte Nachrichten auf den Websites der Zeitungen "Valstieciu laikrastis" und "Baltic Times" veröffentlicht, meldete die Nachrichtenagentur BNS unter Berufung auf eine Ministeriumssprecherin.

In dem eingeschleusten Text heißt es, der Fluss Neris sei nach Waffentests mit radioaktiven Substanzen verseucht worden. Zudem soll angeblich kontaminiertes Wasser die Haushalte in Litauens zweitgrößter Stadt Kaunas erreicht haben.

"Dies sind gefälschte Nachrichten, die darauf abzielen, die litauische Armee und die Militärübung zu kompromittieren, an der auch Nato-Verbündete teilnehmen", sagte eine Ministeriumssprecherin zu dem auf Litauisch und Englisch verfassten Beitrag. In Litauen nehmen derzeit rund 4000 Soldaten aus zehn Nato-Ländern an dem Manöver "Iron Wolf" (Eiserner Wolf) teil.

Nach Angaben der Sprecherin haben Vertreter von "valstietis.lt" bestätigt, dass die unwahre Nachricht nach dem Hack der Website veröffentlicht wurde. Vom englischsprachigen Portal "baltictimes.com" lag zunächst keine Stellungnahme vor. Litauische Medien waren in der Vergangenheit bereits mehrfach Opfer ähnlicher Cyberattacken geworden.

Die Webseite von "Valstieciu laikrastis" war zur Mittagszeit nicht mehr erreichbar. Versuche sie aufzurufen, führten zu der Fehlermeldung "Forbidden. You don't have permission to access / on this server."

mak/dpa

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