Premiere im Livestream Madonna stellt ihr neues Musikvideo vor

Madonna stellt ihr neues Musikvideo zum Song "Ghosttown" beim Video-Streamingdienst Meerkat vor. Der Schritt überrascht, weil sie sich erst kürzlich am Premium-Musikportal Tidal beteiligt hatte.

Screenshot aus "Ghosttown": Premiere im Livestream
Tidal

Screenshot aus "Ghosttown": Premiere im Livestream

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Lackstiefel, ein schwarzer Umhang, Strapse, Feuer: So viel hat der neue Streamingdienst Tidal von Madonnas neuem Video zu "Ghosttown" abbekommen. Eine 16 Sekunden lange Vorschau des Videos zeigt die Künstlerin bei der neuen Musikplattform. Die Video-Streaming-App Meerkat bekommt am Dienstagabend das ganze Video. Um 19 Uhr will Madonna den Clip vorstellen, kündigt sie in ihrem Profil an.

"Ghosttown" ist die zweite Single-Auskopplung aus dem Album "Rebel Heart", sie erscheint am 24. April. Hier können Sie das Video um 19 Uhr (deutscher Zeit) ansehen.

Überraschend ist die Ankündigung deshalb, weil Madonna sich erst kürzlich zum Musikportal Tidal bekannt hatte. In einem über die Tidal-Website live übertragenen Video unterzeichneten zahlreiche Stars eine Erklärung, in der sie den Wert der Musik betonten. Ein werbefinanziertes Gratis-Angebot werde es deshalb nicht geben.

Madonna macht ihrer eigenen Plattform Konkurrenz

Große Geste: Madonna bei der Vorstellung des Streamingdienstes Tidal
Getty Images

Große Geste: Madonna bei der Vorstellung des Streamingdienstes Tidal

Madonna gehören drei Prozent von Tidal, andere Teilhaber sind Jack White, Daft Punk und Alicia Keys. Dem Rapper Jay Z gehört die skandinavische Technologiefirma Aspiro, die Tidal betreibt.

Die Veröffentlichung bei Meerkat ist für Madonna ein Schritt in die Gegenrichtung. Meerkat ist eine App, bei der jeder live Videos senden kann. Die Streams werden über Twitter verbreitet, zuschauen kann jeder. Speichern kann den Stream nur derjenige, der ihn sendet. Wobei die Fans wohl nichts davon abhalten wird, das Video abzufilmen.

Auch technisch wird die Premiere interessant: Bislang zeigte Meerkat nur live-aufgezeichnetes Material. Fertige Videos konnten nicht abgespielt werden. Wenn Madonna ihr Video also nicht abfilmt oder gar live auftritt, könnte Meerkat die Aktion als Werbung für ein neues Feature nutzen. Zumal Madonna ihr Video wohl kaum im Hochformat hat produzieren lassen - Meerkat sendet Streams aber bislang nicht im Querformat.

Die neuen Social-Media-Apps sind nicht die großen Werbekanäle für die Musiker, erzeugen aber Aufmerksamkeit. Madonna hatte ihr "Rebel Heart"-Album bereits bei den Fotoplattformen Instagram und Grindr beworben, das Video zum Song "Living for Love" war zuerst bei Snapchat zu sehen. Der Sänger Jason Derulo verteilte den Link zu seinen Song "Want to Want Me" bei Tinder, berichtet das Magazin "Forbes".

In ihrem Twitter-Account kündigte Madonna das Video in der vergangenen Woche an.

Ob die Sängerin über Meerkat aber tatsächlich ein neues Publikum erreicht, bleibt fraglich. Wenige Stunden vor der Premiere hatte ihr Profil erst knapp mehr als tausend Follower.

Video-Streaming im Test
Die spannendsten Momente direkt ins Netz übertragen: Neue Apps machen Livestreams per Smartphone einfacher denn je. Wir haben zwei Programme getestet - das populäre Meerkat und die gerade erschienene Konkurrenz Periscope.



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Labs-Kautz 08.04.2015
1. Danke Madonna!
Danke für diesen Bärendienst, wir alle wissen wie schlecht es finanziell um Dich steht. Durch Dich wird Tidal erst zu einem Monsteranbieter mit Millionen Kunden die Dir willig Deine Taschen füllen wollen. Danke!
trompetenmann 08.04.2015
2. Who the f...
... is Madonna? Gibt es die noch? Wahnsinn. Aber wen interessiert ein 50 Jähriges Popsternchen?
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