Lizenzverlängerung Google darf weiter für Chinesen suchen

Allem Streit zum Trotz haben chinesische Behörden Googles Lizenz verlängert. Das Unternehmen darf seine Dienste nun weiter in China anbieten. Zuvor hatte es Streit wegen der Zensur im Land gegeben - auch in Googles Chefetage.

Googles chinesisches Hauptquartier in Peking: Mit neuer Lizenz weitermache
REUTERS

Googles chinesisches Hauptquartier in Peking: Mit neuer Lizenz weitermache


Berlin - Mehr als ein Jahr nach dem Zensur-Streit mit Peking hat Google seine Lizenz in China ohne großes Aufsehen verlängert bekommen. Ein Google-Sprecher bestätigte die Erneuerung der Erlaubnis am Mittwoch. Als Anbieter von Internet-Inhalten muss der US-Konzern seine Lizenz für den Betrieb in China jährlich auffrischen.

Googles Geschäfte in China laufen seit einem großen Konflikt mit der Regierung in Peking allerdings auf Sparflamme. Der Internet-Konzern hatte Anfang vergangenen Jahres nach einem massiven Hacker-Angriff angekündigt, sich nicht mehr an Pekings Zensurvorgaben halten zu wollen. Google leitete deshalb die Suchanfragen aus China direkt auf seine Seite in Hongkong um, wo die Treffer nicht zensiert werden müssen. Die Behörden blockierten den Zugang zu der Suchmaschine umgehend.

Als ein Verlust der Lizenz für China drohte, knickte der Konzern dann aber doch ein und ersetzte die automatische Weiterleitung von der chinesischen Google-Seite auf deren Äquivalent in Hongkong im Sommer durch einen Link zur Hongkong-Seite. Diesen müssen die Nutzer selbst anklicken, um zu dem unzensierten chinesischsprachigen Angeboten zu gelangen. Google, weltweit die meistgenutzte Suchmaschine, liegt in China deutlich hinter einheimischen Wettbewerbern zurück. Der chinesische Suchmaschine Baidu ist bei den Nutzern in China weit populärer als ihr amerikanischer Konkurrent.

Laut einem US-Medienbericht sorgte die damalige Aktion auch für Streit in der Google-Spitze. Die Gründer Sergey Brin und Larry Page hätten sich mit dem harten Kurs gegen den damaligen Konzernchef Eric Schmidt durchgesetzt, der sich Sorgen um das Geschäft im Riesenreich machte, schrieb Buchautor Ken Auletta im Magazin "New Yorker". Inzwischen steht Page seit April selbst an der Google-Spitze.

mak/dpa



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Seite 1
Acalot 09.01.2010
1.
Zitat von sysopGoogle strebt auf vielen Gebieten nach vorn. Das marktführende Suchportal hat sich längst als innovatives, aber auch datenhungriges Unternehmen profiliert. Das führte zu heftiger Kritik und Warnungen. Ihre Meinung: Wie gefährlich ist der Internet-Gigant?
Sehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
Ferienhaus ImBirkenweg 09.01.2010
2.
Zitat von AcalotSehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
Schlimmer als ein Staat? Oo. Wenn man sieht, was Staaten in der Geschichte bisher alles mit der repressiven Verwendung riesiger Datensammlungen angefangen haben, dann hat Google noch sehr viel Spielraum. Mir wird Angst und Bange wenn Regierungen anfangen, derartige Datenbanken aufzubauen. Und mir wird Angst und Bange wenn einzelne Menschen die Kontrolle über derart große Unternehmen haben.
homerjay S. 09.01.2010
3.
Zitat von AcalotSehr, er stellt vielleicht bald, eine unkotrollierbare riesige Datenbank mit Informationen über Millionen Internetnutzer, das ist schlimmer als wenn ein Staat das haben würde.
...na ja,aber wenn Sie solche Angst haben,warum beteiligen Sie sich dann an einem Forum? Wenn Staat es wirklich will dann ist ihm Ihre Identität und Meinung doch nun hinlänglich bekannt. Ich für meinen Teil denke mir:Sollen sie doch ersticken in ihrem Datenmüll,letztenendes bleibt doch die Frage wer das alles auswerten soll und wem es nutzt? Irgendwann werden diese Sammler bemerken das der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Also: Ruhig Blut ;-)
Dylan Hunt 09.01.2010
4. Weltmacht Google
haben Sie:Die deutschlandcard,Aralcard oder sonstige payback-karten.Wenn nicht wir haben auch noch eine für sie.Einfach schön alles eintragen.Vergessen sie ihre E-Mailadresse nicht für unsere tausend Newsletter.Sie machen sich sorgen um den Datenschutz?Wir heißen doch nicht Google! manche brauchen wahrlich kein Google,das machen sehr,sehr viel schon selbst,oder? Mfg DH
kontrovers 09.01.2010
5.
Google agiert ja nicht im rechtsfreien Raum. Es ist daher etwas zu einfach, Google allein wegen der Datensammlung unter Generalverdacht zu stellen, gegen geltendes Recht zu verstossen bzw. es in der Zukunft auf Basis der Datensammlung tun zu wollen. Wir haben ein Parlament und eine mehr oder minder funktionierende Regierung. Es ist ihre Aufgabe, Konzernen wie Google, Apple, Microsoft, Intel und wie sie alle heissen klare rechtliche Vorgaben zu machen. Verstossen sie dann nachweislich dagegen, muss das auch harte Konsequenzen nach sich ziehen. Angefangen von Kartellstrafen bis hin zu einem Ausschluss aus dem EU-Markt. Aber wie gesagt - auf Basis geltender Gesetze, nicht "weil die eh groß und böse sind"...
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