Lokale Suche Google zahlt 10 Dollar pro Foto

Googles neuste Such-Agenten: Jedermann mit einer Digitalkamera. Wer in den Vereinigten Staaten Informationen über ein Geschäft in seiner Nachbarschaft in Googles Suchmaschine eintippt, erhält 10 Dollar – wenn die Ladenbesitzer die Daten bestätigen.

Der Name des Jobs ist kryptisch: Google sucht in den Vereinigten Staaten "Google Local Business Referral Representative" - Google-Vertreter also, die lokale Geschäfte empfehlen. Die Job-Beschreibung auf der Web-Seite des Projekts hingegen ist eindeutig: Die Vertreter seien "keine Angestellten" Googles, sondern Subunternehmern, die Geschäften in ihrer Gegend helfen wollen, "das Beste aus Googles Angeboten" zu holen.

Das stellt sich der Web-Konzern so vor: Die menschlichen Suchagenten schwärmen in ihrem Viertel aus, fotografieren Läden, notieren Adressen, Öffnungszeiten, Bezahlmöglichkeiten, Angebote, Besitzernamen. Und sie empfehlen den Geschäftsleuten Googles Angebote für Lokalanzeigen im Landkarten-Portal "Google Maps".

Dann müssen Googles menschliche Suchagenten  die Informationen an Google schicken. Dafür gibt es nicht etwa eine Provision, wenn der Laden eine Anzeige schaltet. Sondern: Zwei Dollar für jeden Datensatz, den Google akzeptiert. Und noch einmal acht Dollar, wenn der Ladenbesitzer diese Daten gegenüber Google bestätigt. Ihm wird eine Postkarte mit einem Link zugeschickt.

Der Hintergrund des Angebots: Google will, dass Menschen nicht nur das Netz, sondern auch Landkarten und somit ihre Nachbarschaft googeln. Wenn Googles Angebot detailliert und aktuell genug ist, wird es Nutzer und Anzeigenkunden finden. Mit neuen Mobiltelefonen kann man heute schon Googles Landkarten-Programm unterwegs nutzen.

Wenn sich das durchsetzt, entsteht hier ein ganz neuer Werbemarkt: So etwas wie Kontextanzeigen, die Google heute schon neben Suchergebnissen präsentiert, für die physische Wirklichkeit. Und dieser Werbemarkt erscheint Google sehr lukrativ: "Anzeigen auf Mobilgeräten sind doppelt so profitabel wie nicht-mobile, weil sie personalisierter sind", sagte Google-Geschäftsführer Eric Schmidt im Mai auf einer Konferenz.

lis

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