LTE-Ausbau Telekom und Vodafone wollen sich Funkmasten teilen

Um die Mobilfunk-Abdeckung auf dem Land und entlang von Verkehrswegen zu verbessern, wollen Telekom und Vodafone kooperieren. Der eine soll rund 2000 Funkmasten des jeweils anderen nutzen.
Telekom und Vodafone wollen die LTE-Versorgung in ländlichen Regionen gemeinsam verbessern

Telekom und Vodafone wollen die LTE-Versorgung in ländlichen Regionen gemeinsam verbessern

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

Um die sogenannten grauen Flecken in der LTE-Versorgung zu schließen, haben die Deutsche Telekom und Vodafone eine Kooperation beschlossen. An voraussichtlich 4000 Standorten wollen sie sich ihre Infrastruktur teilen: Wo nur die Telekom einen Mobilfunkmast hat und dementsprechend nur ihre Kunden mit LTE versorgt, darf Vodafone praktisch die eigene Netzkennung zuschalten - und umgekehrt. Das gaben die beiden Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Beide wollen dem jeweils anderen rund 2000 Standorte - ausschließlich in ländlichen Regionen und entlang wichtiger Verkehrswege - zur Verfügung stellen. Bisher ist das aber nur eine Absichtserklärung. Das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur müssen noch zustimmen, es soll aber noch 2020 losgehen.

Das Verfahren zur gemeinsamen Nutzung nennt sich Multi-Operator-Core-Network (MOCN). Der Vorteil: Der Zweitnutzer muss keine eigene Hardware einrichten und keine gesonderte Genehmigung von der Bundesnetzagentur einholen. Der Ausbau des eigenen Netzes wird damit wirtschaftlicher - auch wenn beide Unternehmen beteuern, weiterhin eigene neue Funkmasten aufzubauen. Auch für den Aufbau der 5G-Netze wäre der MOCN-Ansatz geeignet.

Der Nachteil: Die Kapazitäten der so genutzten Anlagen bleiben nach Angaben von inside-digital.de  vorerst unverändert, was bei mehr Nutzern theoretisch zu Leistungseinbußen für jeden einzelnen führen könne.

Bereits im November hatten die beiden Provider zusammen mit Telefònica angekündigt, mit 6000 neuen Masten gemeinsam die sogenannten weißen Flecken zu schließen, also jene Gebiete, in denen es bisher überhaupt kein Mobilfunknetz gibt.

Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner sagte: "Kooperationen werden beim Netzausbau - egal ob Breitband oder Mobilfunk - immer wichtiger." Telefònica ist in diesem Fall bisher allerdings nicht dabei. Grundsätzlich sei es jedoch möglich, ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen Anbietern zu treffen, heißt es in einer Pressemitteilung.

pbe