Lustiges Taschenbuch Crowdfunding in Entenhausen

Ausländische Fernsehserien sind klasse - nur die Produktionen aus Entenhausen sind allesamt langweilige Kost für ein treues Rentnerpublikum. Deshalb setzen Tick, Trick und Track im aktuellen "Lustigen Taschenbuch" auf den Schwarm im Internet.
Ausschnitt aus LTB 460 (Ehapa Verlag): Tick, Trick und Track setzen auf Schwarmfinanzierung

Ausschnitt aus LTB 460 (Ehapa Verlag): Tick, Trick und Track setzen auf Schwarmfinanzierung

Foto: Disney

Entenhausen - Donald Duck und seine drei Neffen Tick, Trick und Track sind wahre Serien-Junkies. Sie können sich kaum entscheiden, ob sie als erstes diese neueste Folge von "Breaking Duck" oder von "Mad Muck" ansehen sollen - und zwar auf DVD. Fernsehen tun sie kaum noch. Und das aus gutem Grund: Die Serien und Filme, die das Entenhausener Fernsehen ausstrahlt, sind bieder und langweilig. Deshalb beschließen sie, ihre eigene Serie an den Start zu bringen - doch das ist gar nicht so einfach.

Das neue "Lustigen Taschenbuch" (LTB 460) endet mit der Geschichte "Eine Serie setzt sich durch", die sich auf verblüffend aktuelle Weise mit dem Medienwandel beschäftigt. Das klassische Fernsehprogramm gilt als verschnarcht, und als sich Donald schließlich hinsetzt und ein eigenes Drehbuch schreibt, scheitert er damit krachend bei den Sendern von Dagobert Duck und Klaas Klever.

Dort wird sein Drehbuch so drastisch umgeschrieben, dass aus "Polizeirevier Entenhausen" die seichte Geschichte namens "Junge Hunde und andere Tiere" wird. Angeblich nämlich möge das betagte Stamm-Publikum nämlich keine Veränderungen im Programm.

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Lustiges Taschenbuch: Tick, Trick und Track setzen auf Crowdfunding

Foto: Disney

Das Internet ist in Entenhausen angekommen - die NSA auch

Da die klassischen Fernsehanstalten die coole Serie aus dem Hause Duck also nicht wollen, wenden sich Tick, Trick und Track an den Schwarm im Internet: Über "Twotube" lässt sich schließlich alles kostenlos veröffentlichen - und per Crowdfunding kommt man auch an das nötige Geld für die Produktion. So zumindest der Plan.

Längst ist das Internet auch in Entenhausen angekommen, hier heißt es Entnet und gehört seit Jahren zum Alltag der Comicfiguren. Die Enten nutzen Laptops und Smartphones, Primus Quack benutzt in einer Ausgabe sogar schon ein "Fairfon". Mittlerweile begegnen den Lesern der Comics die elektronischen Geräte öfter als das legendäre schlaue Buch von Tick, Trick und Track. Das mögen Nostalgiker vielleicht schade finden, es dürfte aber wesentlich näher an der Lebenswirklichkeit der oft jungen Leser sein.

Und das tut den manchmal doch noch recht angestaubten Kult-Comics gut: Im vergangenen Dezember erschien eine überwachungskritische NSA-Geschichte in der deutschen Ausgabe eines LTB - und plötzlich war Entenhausen auch bei Erwachsenen wieder im Gespräch. Geschichten wie die aktuelle könnten dazu beitragen, dass so etwas öfter passiert.

Denn die Story von Riccardo Secchi dürfte bei vielen Lesern einen Nerv treffen, denn auch von denen gucken wohl einige lieber am Rechner "Breaking Bad" und "Mad Men" als das, was gerade im Fernsehen läuft. Und auch, wenn die Geschichte etwas lieblos und abrupt endet: In der Pointe dürfte viel Wahres stecken. Nur wird die hier natürlich nicht verraten.

Lustiges Taschenbuch "Gold in Gefahr" (LTB 460), Egmont Ehapa Verlag, 5,50 Euro. Ab 14. Oktober im Handel.

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