Geleakte Lieder Madonna-Hacker muss 14 Monate ins Gefängnis

Madonna sprach von einer "künstlerischen Vergewaltigung", nachdem mehrere ihrer Songs im Netz gelandet waren - Monate vor der geplanten Veröffentlichung. Der Verantwortliche dafür ist nun in Israel verurteilt worden.

Sängerin Madonna: Teile ihres Albums "Rebel Heart" wurden vorab geleakt
AP

Sängerin Madonna: Teile ihres Albums "Rebel Heart" wurden vorab geleakt


Ein israelischer Hacker, der vergangenes Jahr an unveröffentlichte Madonna-Lieder gelangt war, ist in Tel Aviv zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Außerdem muss der Mann 15.000 Schekel, also rund 3500 Euro Strafe bezahlen.

Im Dezember 2014 waren im Internet bisher unveröffentlichte Madonna-Songs aufgetaucht. Es handelte sich um Demoaufnahmen und Frühversionen für das Album "Rebel Heart", das die Künstlerin zu diesem Zeitpunkt produzierte.

Die Plattenfirma sah sich durch den Hack gezwungen, den Veröffentlichungstermin des Albums vorzuziehen. Sechs Lieder veröffentlichte Madonna vorab. Die Sängerin bezeichnete den Fall damals auf Instagram als "künstlerische Vergewaltigung".

Das FBI und die israelische Polizei ermittelten nach dem Vorfall gemeinsam, was im Januar zur Festnahme eines Hackers in Tel Aviv führte. Vor Gericht gestand der Mann nun, sich in Computer aus Madonnas Umfeld gehackt und die unveröffentlichten Songs kopiert zu haben.

Durch das Geständnis konnte der Hacker einer härteren Strafe entgehen, ins Gefängnis muss er aber trotzdem. Die Strafe soll andere Hacker vor ähnlichen Angriffen abschrecken, erklärte das Gericht in der Begründung des Urteils.

mos/dpa



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vonundzualoch1 10.07.2015
1. Gefängnis?
Geldstrafe schön und gut, aber Gefängnis? Einfach nur lächerlich.
CMES 10.07.2015
2. völlig richtig ...
@vonundzualoch1: Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, Verletzung des Urheberrechtes, Entwertung der künstlerischen Arbeit (Wie weit fortgeschritten die Demo-Songs waren und welche Änderungen noch geplant waren, ist nicht absehbar), Illegaler Zugriff auf Daten, wirtschaftlicher Schaden, etc. ... wenn das alles nicht für Gefängnis ausreicht würde ich mir über mein Rechtsverständnis Gedanken machen ...
LapOfGods 10.07.2015
3.
Zitat von CMES@vonundzualoch1: Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, Verletzung des Urheberrechtes, Entwertung der künstlerischen Arbeit (Wie weit fortgeschritten die Demo-Songs waren und welche Änderungen noch geplant waren, ist nicht absehbar), Illegaler Zugriff auf Daten, wirtschaftlicher Schaden, etc. ... wenn das alles nicht für Gefängnis ausreicht würde ich mir über mein Rechtsverständnis Gedanken machen ...
Wenn das so ist, dann tun sie das mal. Wirtschaftlicher Schaden? Die Masse der Madonna-Käufer sind bestimmt keine Demo-Hörer. Für ein paar Hardcore-Fans waren die Demos bestimmt eine nette Dreingabe. Man kann auch die Gegenrechnung aufmachen: Wunderbare Promotion für das Album bis heute. Das nächste Madonna-Album leakt die Plattenfirma bestimmt selber (ups).
uzsjgb 10.07.2015
4.
Zitat von LapOfGodsWenn das so ist, dann tun sie das mal. Wirtschaftlicher Schaden? Die Masse der Madonna-Käufer sind bestimmt keine Demo-Hörer. Für ein paar Hardcore-Fans waren die Demos bestimmt eine nette Dreingabe. Man kann auch die Gegenrechnung aufmachen: Wunderbare Promotion für das Album bis heute. Das nächste Madonna-Album leakt die Plattenfirma bestimmt selber (ups).
Du hättest also nichts dagegen, wenn sich jemand bei dir auf den Rechner hacked und deine persönlichen Daten stiehlt, um diese im Internet zu veröffentlichen? Sehr merkwürdig.
cosmose 10.07.2015
5.
Zitat von uzsjgbDu hättest also nichts dagegen, wenn sich jemand bei dir auf den Rechner hacked und deine persönlichen Daten stiehlt, um diese im Internet zu veröffentlichen? Sehr merkwürdig.
Weder waren die Daten "persönlich", noch wurden sie "gestohlen". Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich... Wenn mir einer meine Gedichte vom PC klaut und veröffentlicht, finde ich das zwar schade, aber in den Knast muss derjenige deswegen in meinen Augen nicht. Selbst für sog. Revenge-Porn, also das Veröffentlichen von Nacktfotos der Ex etc., wurde in der Vergangenheit m.W. nicht so hart bestraft. Und das hat wohl eine wesentlich höhere Tragweite als ein paar dahin geträllerte Liedchen.. Ich verbuche die Geschichte mal unter Promi Bonus...
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