Malaysia-Flug MH370 Satellitenbilder sollen bei Boeing-Suche helfen

Das Flugzeug von Malaysia Airlines bleibt verschwunden. Jetzt hat die amerikanische Firma DigitalGlobe aktuelle Satellitenbilder ins Netz gestellt. Jeder ist aufgerufen, die Fotos vom Meer nach Hinweisen auf einen Absturz zu durchforsten.
Malaysia-Flug MH370: Satellitenbilder sollen bei Boeing-Suche helfen

Malaysia-Flug MH370: Satellitenbilder sollen bei Boeing-Suche helfen

Foto: AP/dpa

Denver - Neun Länder sind an der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug von Malaysia Airlines beteiligt - doch von der Maschine fehlt bislang jede Spur. Mit mehr als 40 Schiffen und 30 Flugzeugen sind Einsatzkräfte zwischen den Küsten Malaysias und Vietnams unterwegs, um nach Trümmerteilen zu suchen. Doch das gestaltet sich schwierig: Das mögliche Unglücksgebiet ist Tausende Quadratkilometer groß. Deshalb bittet die amerikanische Firma DigitalGlobe jetzt Internetnutzer um Hilfe.

DigitalGlobe hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Colorado und ist auf Satellitenbilder spezialisiert, unter anderem beliefert das Unternehmen Google Maps mit den Fotos. Jetzt hat die Firma aktuelle Bilder der Region ins Netz gestellt, in der die Boeing abgestürzt sein könne. Zu finden sind sie auf der Seite tomnod.com , so dass jeder einen Blick darauf werfen kann.

Wem etwas auffällt, wer glaubt, zwischen all dem Blau des Meeres ein Wrackteil oder einen Ölteppich zu entdecken, der möge die entsprechende Stelle markieren. Die Orte, an denen die meisten Nutzer etwas Verdächtiges erspähen und markieren, sollen schließlich den zuständigen Behörden genannt werden, um die Suche nach dem Wrack zu erleichtern.

Golf von Thailand: Blick auf ein Schiff aus einem Flieger der Suchtrupps

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Foto: AP/dpa

Ein Gebiet von 3200 Quadratkilometern lässt sich zunächst auf diese Weise durchsuchen, nur ein Bruchteil des möglichen Unglücksgebiets. Doch wer sich durch die vielen Bilder von scheinbar endlosem Blau klickt, der bekommt eine Idee davon, wie schwierig die Suche nach dem verschollenen Flugzeug ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Firma ihre Bilder im Katastrophenfall kostenlos zugänglich macht. Nach dem Taifun "Haiyan" auf den Philippinen zeigten zum Beispiel die Bilder das Ausmaß der Zerstörung . Außerdem sollen Freiwillige über eine vergleichbare Bildersuche dabei geholfen haben, zwei verschollene Wanderer in Peru zu finden.

Der aktuelle Aufruf an die Netznutzer hat Wirkung gezeigt: Mehr als 600.000 Nutzer versuchten allein in den ersten 24 Stunden, sich an der Flugzeug-Suche im Netz zu beteiligen. DigitalGlobe meldet 6,5 Millionen Seitenaufrufe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters . Der Andrang war so groß, dass die Seite am Dienstag überlastet war. Am Mittwochvormittag ließ sie sich zuverlässiger aufrufen. Die Firma stellt nach und nach mehr Satellitenbilder zur Verfügung, die der Schwarm im Netz dann durchkämmen kann.

Wer sich vom eigenen Rechner aus ebenfalls an der Suche beteiligen will, findet die Seite hier .

Geplante Route von Flug MH370: Rätselhaftes Verschwinden

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Foto: SPIEGEL ONLINE
juh
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