Tödliches Missverständnis Mann erschießt YouTuber bei fingiertem Überfall

Bei dem Versuch, mit Unbeteiligten ein Scherzvideo für YouTube zu drehen, ist ein 20 Jahre alter Mann erschossen worden. Der Schütze beruft sich auf Notwehr.

Einer Meldung der Polizei von Nashville  im US-Bundesstaat Tennessee zufolge ereignete sich der Vorfall bereits Freitagnacht. Demnach wollten der 20 Jahre alte Timothy Wilks und ein Freund auf dem Parkplatz vor einem Indoor-Trampolin- und Kletterpark Material für ein sogenanntes Prankvideo aufnehmen. Dabei gingen sie zum Schein mit erhobenen Schlachtermessern auf eine Gruppe los, simulierten einen Überfall. Einer der Angegriffenen zog daraufhin seine Waffe und erschoss Wilks.

Als wenig später die Polizei eintraf, erklärte der 23 Jahre alte Schütze, er habe in Notwehr gehandelt, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass der Angriff auf ihn und seine Begleiter nur zum Schein erfolgte. Nach seiner Aussage wurde der Mann auf freien Fuß gesetzt.

Sogenannte Prankvideos sind ein seit Jahren anhaltender Trend. Das Schema ist immer dasselbe: YouTuber – oder solche, die es werden wollen – irritieren ahnungslose Passanten durch vorgetäuschte Aktionen und filmen ihre Opfer dabei heimlich. Anschließend werden die Videos ins Netz gestellt, vorzugsweise auf YouTube. Populäre Prankvideos können für deren Macher eine einträgliche Einnahmequelle werden, teils werden die kurzen Filmchen millionenfach angeklickt.

Regelmäßig beschäftigen die Videos aber auch Gerichte. So wurde etwa der YouTuber ApoRed im Jahr 2017 zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Er hatte für ein Video vorgetäuscht, eine Bombe bei sich zu haben, und Passanten damit in Todesangst versetzt. Auch der YouTuber Leon Machère stand wegen seiner Videos mehrfach vor Gericht, schließlich wurde er 2018 für zwei Aktionen zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt.

Als Reaktion auf die zunehmend radikalen Scherzvideos und Challenges, die auf dem Videoportal gepostet wurden, hatte YouTube seine »Richtlinie zu schädlichen oder gefährlichen Inhalten « Anfang 2019 verschärft . Demnach sind »Streiche oder Pranks, bei denen für die Opfer ein unmittelbares Risiko schwerer Verletzungen besteht oder die bei Minderjährigen zu schwerem emotionalem Stress führen«, auf YouTube verboten. Das gelte auch für Reposts bereits gelöschter Videos. Filme, die gegen diese Richtlinien verstoßen, können über ein Webformular gemeldet  werden.

mak