Erfundene jüdische Familiengeschichte Bloggerin täuscht Leser, Medien und Yad-Vashem-Archiv

Eine deutsche Bloggerin hat eine fiktive jüdische Familiengeschichte verbreitet. Nach SPIEGEL-Informationen waren auch andere Dinge, die die Historikerin über sich erzählte, frei erfunden.

Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem
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Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

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Mit einer erfundenen jüdischen Familiengeschichte hat die in Dublin lebende deutsche Historikerin Marie Sophie Hingst die Leser ihres Blogs "Read on my dear, read on" sowie das Archiv der Gedenkstätte Yad Vashem getäuscht.

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Heft 23/2019
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Die Bloggerin reichte 22 gefälschte "Pages of Testimony", sogenannte Opferbögen, in Yad Vashem ein, die den Eindruck erwecken, dass große Teile ihrer Familie im Holocaust umgekommen seien. In Wahrheit stammt Marie Sophie Hingst aus einer evangelischen Familie, wie Unterlagen des Stadtarchivs Stralsund belegen - und von den angeblichen Holocaust-Opfern haben nur drei Personen wirklich gelebt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Außerdem hat Hingst in ihrem Blog mehrmals behauptet, dass sie eine Slumklinik in Neu-Delhi gegründet und dort eine Sexualberatung für junge indische Männer angeboten habe. Seit 2016 habe sie in einer Arztpraxis auch syrische Flüchtlinge in Deutschland beraten. Diese frei erfundenen Geschichten wurden 2017 von "Zeit Online" und 2018 von "Deutschlandfunk Nova" verbreitet.

Marie Sophie Hingst ist in der Blogger-Szene recht bekannt. 2017 beispielsweise war sie beim Preis "Die Goldenen Blogger" in der Kategorie "Blogger des Jahres" ausgezeichnet worden. Und dieses Jahr veröffentlichte Hingst ein Buch namens "Kunstgeschichte als Brotbelag", das aus einer Fotoaktion unter anderem auf Twitter entstanden war und über das auch SPIEGEL ONLINE berichtete.

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