Mario Barth beim Trump Tower "Seit 15 Jahren kriege ich auf die Fresse"

Mario Barth war in New York beim Trump Tower - und hat nur vermeintlich eine Verschwörung aufgedeckt. Nun hat sich der Comedian zur Kritik an seinem Facebook-Livestream geäußert.
Barth in New York

Barth in New York

Foto: Mario Barth/ Facebook

Comedian Mario Barth rechtfertigt sich  nach medialer Kritik an seinen Facebook-Livestreams  aus New York. Die hatte er wenige Tage nach der US-Präsidentenwahl vor dem Trump Tower gedreht.

"Seit 15 Jahren kriege ich auf die Fresse von der Presse", sagt der Comedian Barth nun in einem neuen Video auf Facebook. Immer werde ihm vorgeworfen, sich nur mit dem Thema "Mann-Frau" zu beschäftigen. "Jetzt bin ich einmal vorm Trump Tower und mach' so'ne Nummer - und was passiert?" Das sei auch wieder verkehrt.

Der Anlass für die Kritik an Barth: Am Freitag hatte der deutsche Comedian einen Livestream veröffentlicht, der ihn vor dem Wolkenkratzer von Donald Trump in der New Yorker Fifth Avenue zeigt. In dem Clip erzählte er, er habe in deutschen Zeitungen von Demonstrationen gegen Trump gelesen.

Im Video, das auf Facebook mehr als 1,3 Millionen Mal aufgerufen wurde , war davon nichts zu sehen. Dort standen lediglich Touristen und machten Fotos. Ironisch sagte Barth: "Man hört's im Hintergrund. Es sind Millionen und Abermillionen hier auf die Fifth Avenue gekommen." Subtext: Mario Barth zeigt den Deutschen, wie es wirklich ist.

Zuschauer des Videos kommentierten dazu zum Beispiel: "Wäre schön wenn er auch mit dem Rest der Lügenmärchen unserer Lückenpresse mal aufräumen würde" und "Mit freundlichen Grüßen an unsere 'Qualitätsmedien-Hofberichterstatter'!!"

Proteste vor dem Trump Tower am Samstag

Proteste vor dem Trump Tower am Samstag

Foto: Mary Altaffer/ AP

"Sollte man nicht tun"

Einen weiteren Clip aus New York  hatte Barth mit den Worten beendet: "Man muss ja faktisch das doch korrekt berichten. Und dann muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich kann doch nicht als Nachrichtensender die Meinungen manipulieren. Sollte man nicht tun."

Die Absperrungen, die Barth bemerkt hatte, gab es am Freitag wegen einer späteren Parade zum Veteran's Day, klärte unter anderem das Medienblog "Übermedien" auf . Und die Proteste gegen Trump gab es eben nicht vormittags, als Barth vor Ort war. Sondern abends.

Kämpfer für den kleinen Mann?

In dem neuen Video von Montagabend erklärt Barth nun, er mache Comedy für seine Fans, nicht für die Presse. "Wissen viele nicht." Die Videos aus New York sind nicht Barths erste Inszenierung als Kämpfer für den kleinen Mann: In seiner Fernsehsendung "Mario Barth deckt auf" etwa stellt er mit anderen Prominenten Fälle von Steuerverschwendung vor. RTL vermarktet das Format als "investigative Comedyshow".

Am Ende seines Rechtfertigungs-Clips vom Montag sagte Barth noch, adressiert an "Nazi-Hirnis, die da draußen rumrennen": "Ich bin nicht auf eurer Seite, ganz weit weg, ganz weit weg von euch. Hat auch mit Patriot nichts zu tun. Ich war vor Ort, da war keine Demo, als ich vor Ort war - und gut ist."

mbö/dpa
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