»Perseverance«-Rätsel Internetnutzer entdecken verborgene Botschaft in Mars-Fallschirm

Die Landung des Mars-Rovers »Perseverance« ist nicht nur eine technische Leistung. Für manche steckt sie auch voller geheimer Rätsel. Eines davon ist nun gelöst worden.
Bilder von der Landung auf dem Mars: Fällt Ihnen etwas auf?

Bilder von der Landung auf dem Mars: Fällt Ihnen etwas auf?

Foto: NASA / imago images/UPI Photo

Ein Fallschirm ist einfach ein Fallschirm? Von wegen! Jedenfalls nicht bei der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gruppe von Enthusiasten, die sich über das merkwürdig unregelmäßige Streifenmuster gewundert haben, das auf Bildern vom Fallschirm des Mars-Rovers »Perseverance« zu sehen ist.

Dass die Fallschirme, an denen Nasa-Raumschiffe zur Erde zurück- oder in diesem Fall zum Mars gondeln, ein Streifenmuster aufweisen, kennt man seit Jahrzehnten. Schon die »Apollo«-Landekapseln hingen an rot-weiß gestreiften Schirmen. Das auffällige Muster soll es unter anderem ermöglichen, frühzeitig zu erkennen, ob sich ein Fallschirm verdreht oder nicht vollständig entfaltet hat.

Die Fallschirme von »Apollo 17«

Die Fallschirme von »Apollo 17«

Foto: REUTERS

Ein Muster aus roten und weißen Streifen ist auf den Aufnahmen von der Landung von »Perseverance« auf dem Mars auch zu erkennen. Es wirkt aber vollkommen unregelmäßig, so als wäre jemand beim Zusammennähen der Streifen betrunken gewesen. Ist der Nasa hier womöglich ein Fehler unterlaufen, ein kleines Missgeschick bei der Produktion? Wohl kaum.

Dass viel mehr hinter dem scheinbar chaotischen Streifenmuster stecken könnte, deutete ein Kommentator der Nasa während der Liveübertragung der Mars-Landung an, als er dem »Guardian«  zufolge sagte: »Manchmal hinterlassen wir in unserer Arbeit Botschaften für andere. Also laden wir Sie alle ein, sich daran zu versuchen und zu zeigen, was sie gefunden haben.«

Es gibt zwei Lösungen

In einem Reddit-Forum stellte nun ein Nutzer genau die richtige Frage dazu: »Enthält der Fallschirm für ›Perseverance‹ eine Art versteckte Botschaft oder einen Code ?« Und tatsächlich fanden daraufhin ein paar Nutzer einleuchtende, wenn auch nicht leicht verständliche Erklärungen für das skurrile Farbmuster.

Demnach handelt es sich bei den Streifen um einen Binärcode, wie er bei Computern benutzt wird: Rot entspricht einer 1, Weiß einer 0 und jeder der vier Ringe des Fallschirms einem Wort. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, den Code zu entschlüsseln.

Zum einen kann man die Binärcodes in Zahlen übersetzen, zu denen jeweils 64 addiert werden muss, um sie in sogenannten ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange) und damit in Buchstaben zu übersetzen. Dieses System wird im Computer verwendet, um Buchstaben, Ziffern und Zeichen zu codieren. Die Zahl 65 entspricht einem A, eine 90 einem Z.

Ein zweiter Vorschlag sieht vor, die Binärcodes des Fallschirms schlicht in die Zahlen umzuformen, die sie repräsentieren, und diesen Zahlen Buchstaben zuzuordnen: Eine 1 entspricht dem A, eine 18 dem R.

»Perseverance« hat noch mehr versteckte Botschaften

Egal welche der beiden Varianten man nimmt, beide führen zu demselben Ergebnis, dem Spruch »DARE MIGHTY THINGS«, zu Deutsch »Großes wagen«, dem Motto des Jet Propulsion Laboratory (JPL), das für die Nasa Satelliten und Sonden baut. Die Bedeutung des vierten, äußeren Rings hingegen ist kein Wort, sondern eine Ziffernfolge: 34°11'58" N 118°10'31" W. Aber auch die ist kein Zufall, entdeckte ein anderer Reddit-Nutzer. Vielmehr handelt es sich dabei um die Geokoordinaten des JPL, in dem große Teile des Mars-Rovers entwickelt worden sind.

Solche versteckten Botschaften haben bei der Nasa durchaus Tradition. Die Reifen des Mars-Rovers »Curiosity« beispielsweise haben das Kürzel »JPL« als Morsezeichen in den Marsboden geschrieben . Dasselbe werden die Reifen von »Perseverance« nun auch tun  und so quasi ihr Revier markieren.

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hatten wir das Motto »Dare mighty things« der Nasa zugeschrieben. Tatsächlich ist es das Motto des JPL, das von der Nasa finanziert und vom California Institute of Technology verwaltet wird. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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