Media Markt, Saturn, Shell und Co. Gutscheinkarten kaum gegen Missbrauch geschützt

Guthabenkarten für Baumärkte, Onlineshops und Möbelgeschäfte sind beliebte Geschenke. Sie seien aber leicht zu manipulieren, berichtet jetzt eine Fachzeitschrift. Oft reicht dafür ein Stück Klebeband.
Geschenkkarte (Symbolbild): Meist nur mit einem Strichcode geschützt

Geschenkkarte (Symbolbild): Meist nur mit einem Strichcode geschützt

Foto: Malte Christians/ picture alliance / dpa

Das System hinter den Guthabenkarten von Tankstellen und Einzelhändlern kann laut einem Bericht der Computerzeitschrift "c't"  leicht ausgetrickst werden. Opfer von Betrügern seien dabei vor allem ahnungslose Käufer oder Beschenkte, deren Kartenguthaben von Kriminellen abgeräumt werden könne.

Als zentrale Schwachstelle hat die Zeitschrift die Tatsache ausgemacht, dass viele Guthabenkarten lediglich mit einem aufgedruckten Barcode oder einem Magnetstreifen gesichert sind. Barcodes ließen sich jedoch leicht kopieren oder selbst erzeugen, sodass Kriminelle eine Dublette eines Gutscheins herstellen könnten, schreibt die "c't". "Dabei kann sich der Gauner aussuchen, ob er einen ehrlichen Kunden die Dublette kaufen lässt und das Original verwendet oder ob er selbst die Dublette zum Einkaufen benutzt."

Unter anderem seien die Geschenk- und Guthabenkarten von Media Markt, Saturn, Obi und Toom sowie Prepaid-Karten von Shell und Jet von der Sicherheitslücke betroffen, schreibt das Blatt.

Vertauschen der Karten möglich

Bei manchen Gutscheinkarten, wie etwa den iTunes-Karten von Apple, könne der Original-Barcode im Laden mithilfe von Klebeband oder Aufklebern mit einem anderen Barcode überklebt werden. Sobald jemand eine so manipulierte Karte kauft, könne der Täter mit seiner Kopie desselben Barcodes einkaufen gehen.

Eine weitere Variante wäre es, bei Guthabenkarten, deren Barcode zusätzlich auf einem Pappträger aufgedruckt ist, zwei Karten zu vertauschen. "Kauft ein Kunde einen der beiden präparierten Gutscheine, scannt der Verkäufer den Barcode auf der Rückseite des Pappträgers, aktiviert damit aber die Plastikkarte auf dem anderen Pappträger."

Ein Sprecher des führenden Kartenherstellers Retailo sagte der "c't", man habe solche Betrügereien bislang nur in sehr geringem Ausmaß in den USA beobachtet. Es handele sich um wenige Einzelfälle. Es gebe daher keinen Handlungsbedarf. Media Markt und Saturn hingegen erklärten der Zeitschrift, sie wollten "umgehend Maßnahmen ergreifen, um solche Betrügereien künftig unmöglich zu machen".

mak/dpa

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