Medien Pulitzer-Preis wird für Online-Journalismus geöffnet

Der renommierte Pulitzer-Preis könnte im nächsten Jahr erstmals auch an Journalisten verliehen werden, deren Artikel ausschließlich online erschienen ist. Blogger bleiben jedoch vorerst ausgeschlossen.


Unter amerikanischen Journalisten ist die Auszeichnung begehrt wie der Nobelpreis unter Wissenschaftlern. Seit 1917 wird der Pulitzer-Preis jedes Jahr für herausragende journalistische Arbeiten verliehen. Zu den Preisträgern zählen beispielsweise Carl Bernstein und Bob Woodward, die als Reporter der "Washington Post" den Watergate-Skandal aufdeckten.

Bernstein und Woodward (1973): Die Reporter bekamen den Pulitzer-Preis für die Aufdeckung des Watergate-Skandals
AP

Bernstein und Woodward (1973): Die Reporter bekamen den Pulitzer-Preis für die Aufdeckung des Watergate-Skandals

Jetzt öffnet sich der bislang im journalistischen Bereich auf Tageszeitungen und Magazine beschränkte Preis auch für das Internet. Nach den neuen Vergaberegeln können in zwei der insgesamt 14 Kategorien auch ausschließlich im Web publizierte Texte oder Fotos ausgezeichnet werden - und zwar bei herausragender Lokalberichterstattung und bei aktuellen Fotos.

"Die Jury glaubt, dass sie einen wichtigen Schritt in der Anerkennung der immer bedeutenderen Rolle des Online-Journalismus für Tageszeitungen genommen hat", sagte Sig Gissler, Verwalter des Pulitzer-Preises. "Die Jury wird die Entwicklung des Mediums weiterhin beobachten."

Die Änderung der Preis-Vergaberegeln geht allerdings nicht so weit, dass auch Beiträge aus Blogs nominiert werden können, die vor allem in den USA zunehmend mit herkömmlichen Medien konkurrieren. Der Preis werde für Veröffentlichungen amerikanischer Tageszeitungen oder Wochenzeitungen vergeben, betonte die Jury, egal ob diese online oder auf Papier erfolgten. Texte im Internet dürften nicht aktualisiert oder verändert werden.

Seit 1999 erlaubt die Jury in der Kategorie Public Service (Dienst an der Öffentlichkeit) bereits online veröffentlichtes Zusatzmaterial - nicht jedoch eine ausschließliche Online-Publikation. In den meisten Kategorien, wie investigativer Journalismus oder Kommentar, verlangt die Jury jedoch nach wie vor, dass der Text in gedruckter Form erschienen ist - oder parallel gedruckt und online.

Die neuen Regeln für den Pulitzer-Preis gelten für Einsendungen ab diesem Jahr. Online-Journalisten können deshalb frühestens 2006 die begehrte Trophäe bekommen.



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