Monster-Melanome Nur ein harmloser Leberfleck?

Monstren, die unter der Epidermis wüten? Mit solchen Computergrafiken will eine brasilianische Agentur auf die Gefahren von Hautkrebs aufmerksam machen. Die Ergebnisse sind erschreckend.

3D-Visualisierung von Zombie Studios
Zombie Studio/ DOCMA

3D-Visualisierung von Zombie Studios


Gefunden in

Die Digital Artists der brasilianischen Agentur "Zombie Studio" beschreiben sich auf ihrer Website augenzwinkernd als Untote, die mit ihren fantastischen Maschinen die Welt verändern wollen. Formwandler seien sie, und gefährlich - sehr gefährlich.

Wer würde diesen Zombies einen Auftrag geben wollen? Die US-amerikanische Stiftung Mollie's Fund hat es getan, um ihre Kampagne "A Mole Isn't Always Just a Mole" zu realisieren.

Den Originalartikel finden Sie in Docma 73 ab Seite 58.Mollie's Fund hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die Gefahr des Hautkrebses zu wecken: Da sich ein vermeintlicher Leberfleck als Melanom erweisen kann, sollte man auf seine Haut achten und regelmäßig zur Früherkennung gehen. Viele ignorieren die Warnhinweise, weil sie nichts von den zerstörerischen Kräften ahnen, die unter der Haut lauern können.

Zombie Studio/ DOCMA

Zombie Studio machte sich daran, den Gegensatz zwischen einem scheinbar harmlosen Fleck und einem Melanom durch subkutane Monster zu visualisieren. Nach dem Briefing mit dem Kunden beschäftigten sie sich mit den unschönen Details der Entwicklung eines Melanoms, die in der medizinischen Literatur dokumentiert sind. Auf dieser Basis entstanden erste Konzeptskizzen, die dann als 3D-Modelle realisiert und mit Texturen gerendert wurden, die den klinischen Fotos entliehen waren.

Zombie Studio/ DOCMA

In der Postproduktion optimierten die Digital Artists die Lichter und Schatten sowie die Farbcharakteristik; schließlich fügten sie noch Effekte wie Rauch, Staub und Blutspritzer hinzu. Die Herausforderung bestand darin, ein realistisches, dabei aber nicht allzu unheimliches Ergebnis zu erzielen.



insgesamt 6 Beiträge
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duiveldoder 27.11.2016
1. Aufmerksamkeit ist gut
Allerdings muss man nicht den Menschen verrueckt machen. Eine duenne Linie die man da bewandert. Wo hoert Information und Aufklaerung auf? Wo faengt die Panikmache an? Sicherlich auch von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Schwierig. Ich persoenlich lasse mich nicht schnell verrueckt machen. Meine Mutter jedoch macht sich sofort verrueckt mit jeder Meldung. Schwierig dort eine Balance zu finden. Sicherlich ist eine Aufklaerung auf kuenstlerischen Art eine Hilfe dabei Information und Aufklaerung ohne sofort jemanden verreuckt zu machen hilfreich. Es Ridikuelisiert und Informiert gleichzeitig. Ich weiss nicht ob es in der Aufklaerung hilft. Aber es ist eine Versuchung wert da die bisherige Methoden der Aufklaerung schon schnell Menschen beaengist haben auf eine Art und Weise wo Informieren und Aufklaeren besser unterlassen waere.
Newspeak 27.11.2016
2. ...
Was nutzt es, wenn man Menschen auf die Gefahren von Hautkrebs aufmerksam macht, wenn diese dann beim Arzt oft gar nicht richtig untersucht werden? Obwohl meine Ü35 Vorsorge beim Allgemeinmediziner im allgemeinen sehr guten Eindruck gemacht hat, war das darin enthaltene Hautkrebsscreening im Wortsinne eher oberflächlich. Und wenn man zum Hautarzt geht, bekommt man auch nur die Standardbehandlung, da das Screening mit elektronischer Lupe/Kamera nicht von den Kassen bezahlt wird. Aufklärung und Realität des deutschen Gesundheitssystems passen da leider nicht zusammen.
Taiga_Wutz 27.11.2016
3. c: init doom refresh maelanom . . .
Tut das Not? Ich hab ja was übrig für einschlägige games und Filme. Aber das ist irgendwie schon ekliger als "Karius & Baktus". Vielleicht wäre es angemessener, die Subjekte im Gesundheits- und Krankenkassenapparat, die für die schlechten oder eingeschränkten Vorsorgefinanzierungen verantwortlich sind als Monster darzustellen.
Knacker54 28.11.2016
4. Vorsorge tut Not!
Zitat von Taiga_WutzTut das Not? Ich hab ja was übrig für einschlägige games und Filme. Aber das ist irgendwie schon ekliger als "Karius & Baktus". Vielleicht wäre es angemessener, die Subjekte im Gesundheits- und Krankenkassenapparat, die für die schlechten oder eingeschränkten Vorsorgefinanzierungen verantwortlich sind als Monster darzustellen.
Da haben Sie ganz schön Recht! Vor Kurzem habe ich als +60-jährigr einen Ganzkörperscan bei einer Hautärztin machen lassen. Die gute Frau kassierte nach getaner Arbeit die gut 50 Euronen in bar, da der Ganzkörperscan der Haut zur Krebsvorsorge in diesem Alter (!) KEINE Kassenleistung sei. Ich dachte ich höre nicht richtig. Meinen Plan, die Rechnung bei meiner KV, der TK, einzureichen, konterte meine Hautärztin folgendermaßen: Ja, da hätte ich zu einem Allgemeinmediziner mit einer speziellen Fortbildung gehen müssen - dann würden die KVen die Kosten der Vorsorgeuntersuchung übernehmen - aber nicht, wenn ich das bei enem speziell hierfür besonders gut qualifizierten Hautarzt machen lasse. Die Auskunft stimmte: Nach Einreichung der Kosten bei der (in diesem Fall TK) KV, bekam ich von der KV einen scheinheiligen Schrieb - "scheinheilig" nenne ich das deshalb, weil ich Formulierungen wie "leider dürfen wir in Ihren Fall die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung nicht übernehmen". Das ist nicht nur verlogen sondern auch verantwortungslos. Und nicht zuletzt dürften die Behandlungskosten eines malignen Melanoms letztendlich um einiges höher ausfallen....
hman2 28.11.2016
5.
Zitat von Knacker54Da haben Sie ganz schön Recht! Vor Kurzem habe ich als +60-jährigr einen Ganzkörperscan bei einer Hautärztin machen lassen. Die gute Frau kassierte nach getaner Arbeit die gut 50 Euronen in bar, da der Ganzkörperscan der Haut zur Krebsvorsorge in diesem Alter (!) KEINE Kassenleistung sei. Ich dachte ich höre nicht richtig. Meinen Plan, die Rechnung bei meiner KV, der TK, einzureichen, konterte meine Hautärztin folgendermaßen: Ja, da hätte ich zu einem Allgemeinmediziner mit einer speziellen Fortbildung gehen müssen - dann würden die KVen die Kosten der Vorsorgeuntersuchung übernehmen - aber nicht, wenn ich das bei enem speziell hierfür besonders gut qualifizierten Hautarzt machen lasse. Die Auskunft stimmte: Nach Einreichung der Kosten bei der (in diesem Fall TK) KV, bekam ich von der KV einen scheinheiligen Schrieb - "scheinheilig" nenne ich das deshalb, weil ich Formulierungen wie "leider dürfen wir in Ihren Fall die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung nicht übernehmen". Das ist nicht nur verlogen sondern auch verantwortungslos. Und nicht zuletzt dürften die Behandlungskosten eines malignen Melanoms letztendlich um einiges höher ausfallen....
Zu Ihrer Information: Was erwarten Sie, wenn Sie zu einem Arzt gehen, und Sie ihm über Ihre gesetzliche Kasse nur erbärmliche 40 Euro PRO QUARTAL zahlen, und zwar egal, wie oft Sie hingehen? Als Privatversicherter muss ich bei jedem Besuch bis zu 100 Euro vorab zahlen (innerhalb von 2 Wochen). Die allerdings (hinterher) vollständig erstattet werden. Ein Ganzkörperscreening dürfte bei über 100 Euro liegen...
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