"Mia ned": Dieser Anti-AfD-Song wird gerade millionenfach geguckt

Sein Erfolgsrezept ist dabei ganz einfach.

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Zehn Prozent – so viel Zustimmung würde die AfD laut aktuellen Prognosen bei der Wahl in Bayern bekommen. Dort wird am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt, derzeit sieht es so aus, als könnte die Alternative für Deutschland viertstärkste Kraft werden. (ZDF Politbarometer )

Das zu verhindern, hat sich nun eine Initiative von bayrischen Kultur- und Medienschaffenden, genannt "Künstler mit Herz ", zum Ziel gesetzt. Ihre Waffe gegen die AfD: Eine Gitarre, ein paar Blechinstrumente – und das eigene Parteiprogramm der AfD.

Zusammen ergibt das das Lied "Mia ned". Und das ist gerade ungemein erfolgreich.

Auf Facebook hat das Video zum Song innerhalb einer Woche bereits über 2 Millionen Aufrufe, auch auf Youtube klettern die Wiedergabezahlen immer weiter. Auf dem Oktoberfest soll der Song gerade auf Dauer-Rotation laufen.

Worum geht es in "Mia ned"?

Das Musikvideo beginnt damit, dass der Sänger Roland Hefter wütend mit jemandem telefoniert. "Das kannst du doch nicht machen", ruft er. "Du musst dich doch ein bisschen erkundigen." Er legt auf – und greift zur Gitarre, um seinem Gesprächspartner und allen anderen, die erwägen, die AfD zu wählen, zu erklären, wofür die Partei wirklich steht.

Keine Gleichberechtigung, kein Umweltschutz, kein Öffentlicher Rundfunk, keine Kulturförderung: Das Parteiprogramm zusammenfassend zieht der Sänger durch die Münchener Innenstadt, immer mehr Menschen schließen sich ihm an.

Hier kannst du "Mia ned" anschauen:

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Zum Schluss tanzen und singen alle zusammen. Ob man wirklich in einem Bayern leben wolle, wie die AfD es sich vorstellt, so die letzte Frage des Sängers an seine Zuhörer?

"Mia ned", also: "Wir nicht", antwortet die Menschenmenge im Publikum.

Wieso bloß ist das Video so erfolgreich?

Dem Song ist scheinbar etwas Erstaunliches gelungen: sich auf die freundlichst denkbare Weise öffentlichkeitswirksam gegen die AfD zu positionieren, im Volkslied-Ton, ganz ohne persönliche Attacken.

Und noch etwas ist erstaunlich: Das Thema Migration, eigentlich ja AfD-Kernthema, wird im Video mit keinem Wort erwähnt. Eine bewusste Entscheidung, wie Sänger Hefter gegenüber dem Merkur  erklärt: Natürlich hätte man das Thema ansprechen können – dann sei es aber wieder nur darum gegangen. "Es ist aber ganz wichtig aufzuzählen, für was die AfD noch steht. Es geht ja um viel mehr bei dieser Partei", so Hefter.

Das Lied gibt außerdem nicht vor, wen man statt der AfD wählen soll (bloß bitte irgendeine Partei, die das Land nicht spalten wolle!). Das Video wurde auch – entgegen dem, was manche AfD-Anhänger in den Kommentaren argwöhnen – nicht von anderen Parteien finanziert.

Gerade das scheint den Zuschauerinnen und Zuschauern zu gefallen: ein Lied, das aus keiner bestimmten politischen Richtung kommt – sondern sich einfach nur auf die inhaltlichen Positionen der AfD abseits der Migration konzentriert. 

Und die sind, wie sich immer wieder zeigt, größtenteils eher dünn.

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