Kalender-Spam in Outlook Verbraucherschützer warnen vor kriminellen Termineinladungen

Cyberkriminelle setzen derzeit nicht nur auf SMS im Namen von Paketdiensten. Bei einer anderen Masche wird versucht, Nutzern von Microsoft Outlook mit ausgedachten Besprechungsterminen eine Falle zu stellen.
Microsoft-Software Outlook: Im Visier von Kriminellen

Microsoft-Software Outlook: Im Visier von Kriminellen

Foto: Thomas Trutschel / imago images/photothek

Eigentlich sollte man nie unbedacht auf Links klicken, die einem jemand unangekündigt zuschickt. In zwei Fällen ist die Lage in diesen Tagen aber besonders eindeutig.

  • Einmal sollte man vorsichtig sein, wenn man per SMS Nachrichten zu angeblichen Paketsendungen erhält, jene Masche haben wir hier genauer vorgestellt.

  • Und nun warnen Verbraucherschützer auch noch vor einer zweiten Masche: vor Spam-Angriffen in Form von Termineinladungen für Microsofts E-Mail-Software Outlook. Je nach Konfiguration des Programms landen fiktive Termine auch mal gleich im Kalender.

Dieser aktuell beliebte Outlook-Spam komme harmlos und unverdächtig daher, schreibt dazu die Verbraucherzentale Bremen . In den Postfächern oder den Kalendern der Nutzerinnen und Nutzer tauchen demnach Termineinladungen auf, mit denen Kriminelle das Interesse der Empfängerinnen und Empfänger ködern wollen. Als Absender seien dabei sogar Freunde und Kollegen denkbar, warnt die Verbraucherzentrale, falls deren Konten gehackt wurden.

Durch die Outlook-Kalendereinträge versuchten Kriminelle, zu verifizieren, welche E-Mail-Adressen aktiv verwendet werden, legt Katja Nonnenkamp-Klüting von der Verbraucherzentrale Bremen nahe: Solche Adressen, von denen aus jemand auf einen Link geklickt oder eine Rückmeldung zu einem Termin gegeben hat, lassen sich dann als in Benutzung befindliche Adressen besser für weitere Angriffe nutzen oder anderen Kriminellen verkaufen.

Bei den Bremer Verbraucherschützern hätten die Beschwerden über Spam-Einladungen stark zugenommen, sagt Nonnenkamp-Klüting.

In Zweifelsfällen lieber noch einmal anrufen

Katja Nonnenkamp-Klüting rät dazu, bei ungewöhnlichen Mails zu Terminen oder komischen Kalendereinträgen vorsichtig zu bleiben und erst einmal per Mouseover, also durch ein Drüberfahren mit dem Mauszeiger statt einem Draufklicken, über den Link dessen Zieladresse zu prüfen. »Das reicht oft, um einen Spamversuch aufzudecken«, so Nonnenkamp-Klüting. Kennt man den Absender einer Einladung, ist aber trotzdem skeptisch, kann man ihn anrufen und nachfragen, ob der Termin wirklich geplant ist.

Ist man überzeugt, dass eine digitale Verabredung Quatsch ist, sollte man die entsprechende E-Mail-Benachrichtigung, aber auch den Termin selbst aus dem Kalender löschen. Oft handelt es sich bei den Terminen um sogenannte Serientermine, diese lassen sich in Outlook auf einen Schlag loswerden.

Wichtig ist dabei jedoch, dass man nicht per Klick auf »Einladung ablehnen« gegen unliebsame Termine vorgeht, sonst bekommen die Kriminellen durch die Übermittlung der Ablehnung den Hinweis, dass die Zieladresse aktiv genutzt wird. Aufpassen sollte man auch, wenn Outlook beim Mail-Löschen nachfragt, ob man dem Organisator eines Termins noch antworten möchte: Hier sollte man »nein« klicken.

Ein zusätzlicher Tipp der Verbraucherzentrale Bremen ist es, die eigenen Outlook-Einstellungen zu prüfen. Dazu empfehlen die Verbraucherschützer unter Datei/Optionen/E-Mail/Verlauf einen Blick auf den Menüpunkt »Besprechungsanfragen und Antworten auf Besprechungsanfragen sowie Abstimmungen automatisch bearbeiten«. »Sie ist standardmäßig aktiv«, schreibt die Verbraucherzentrale dazu: »Das bedeutet aber nur, dass beim Eingang einer Einladung automatisch ein Kalendereintrag angelegt wird, eine Antwort wird nicht gesendet. Nimmt man den Haken raus, muss man künftige Spam-Termine nicht mehr von Hand löschen.«

mbö