In 40 Sprachen Microsoft kündigt Echtzeit-Dolmetscher für Skype an

Microsoft will den Universalübersetzer aus dem "Star Trek"-Filmen Realität werden lassen. Der Skype Translator soll künftig Telefonate und Videochats in Echtzeit in viele Sprachen übersetzen. Doch es gibt bereits fortgeschrittene Konkurrenzangebote.
Skype-Telefonat: Bald mit elektronischem Übersetzer

Skype-Telefonat: Bald mit elektronischem Übersetzer

Foto: David Ebener/ dpa

Die Telefonie-Software Skype soll zum Universalübersetzer werden, kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella am Dienstag auf einer Konferenz in Kalifornien an. Ein neues Angebot mit der Bezeichnung Skype Translator sei in der Lage, gesprochene Sätze in Echtzeit in mehr als 40 Sprachen zu übersetzen. Die Übersetzungsfunktion soll später in diesem Jahr als Beta-Version für Windows 8 bereitgestellt werden.

Wie der Skype Translator funktionieren soll, führte Microsofts Skype-Chef Gurdeep Pall dem Konferenzpublikum auch gleich vor: Via Internet führte er ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin in Deutschland, beide sprachen dabei in ihrer Muttersprache. Um zu erkennen und zu übersetzen, was der jeweilige Gesprächspartner gesagt hat, brauchte das System jeweils eine oder mehrere Sekunden, der Zeitversatz war aber vertretbar.

Auffällig war, dass die Übersetzung ins Englische besser zu funktionieren schien als jene ins Deutsche, die gelegentlich etwas krude Formulierungen hervorbrachte, aber trotzdem brauchbar war. Während sich die beiden Sprecher sichtlich um eine saubere Aussprache bemühten, wurden die übersetzten Texte von Computerstimmen wiedergegeben.

Schrift funktioniert anders als Sprache

In einem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Blog-Eintrag  erklärt Pall, der Skype Translator sei das Ergebnis langjähriger Forschung. Die Technik befinde sich zwar noch im Anfangsstadium, aber "die Realisierung der 'Star Trek'-Vision eines Universalübersetzers ist nicht mehr weit entfernt und ihre Möglichkeiten sind genauso aufregend wie die Beispiele aus 'Star Trek'".

Zum Entwicklungsprozess verriet Microsoft kaum etwas. Zu den Hürden, die überwunden werden mussten, gehörte offenbar das Problem, dass sich Menschen beim Schreiben anders ausdrücken als beim Sprechen.

Ob der elektronische Übersetzer in seiner jetzigen Form marktfähig ist, soll sich in der Beta-Phase herausstellen, schreibt "The Register ". Es sei gut möglich, dass das Angebot so viel Server-Leistung benötige, dass es nicht im Rahmen der kostenlosen Skype-Dienste angeboten werde, sondern nur gegen Gebühr.

Apps übersetzen schon

Dass sich mit elektronischen Übersetzern Geld verdienen lässt, zeigt seit einiger Zeit die iPhone-App iTranslate. Anders als Skype ist sie allerdings dafür gedacht, persönlich geführte Gespräche mit anderssprachigen Menschen zu übersetzen. Diese Aufgabe erledigte sie in einem kurzen Test auch sehr zufriedenstellend. Ähnlich funktioniert auch Googles Translate-App.

Microsofts Aufgabe besteht nun darin, den Skype Translator bis zur Veröffentlichung so zu verfeinern, dass er mit solchen Übersetzer-Apps nicht nur mithalten kann, sondern sie überflügelt.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, Googles Translate-App liefere nur geschriebenen Text als Ergebnis. Das stimmt nicht, auch hier gibt es eine Sprachfunktion. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

meu/mak
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