Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer Microsoft soll Xbox-Abo planen

Kampf um die Herrschaft im Wohnzimmer: Microsoft plant angeblich ein Abo-Modell für die Spielekonsole Xbox. Das Ratenzahlungsmodell soll den Preis anheben, dafür gehören zum Paket wohl Gratis-Filme und zwei Jahre Garantie. 
Microsoft-Chef Steve Ballmer an der Xbox (rechts, Archivbild): Kommt das Xbox-Abo?

Microsoft-Chef Steve Ballmer an der Xbox (rechts, Archivbild): Kommt das Xbox-Abo?

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

Ein interessantes Gerücht macht gerade die Techblog-Runde: Microsoft soll die Xbox-Spielkonsole demnach künftig auch im Abo anbieten, ganz nach dem Vorbild von Handy-Verträgen. Das will Tom Warren von "The Verge" erfahren haben.

Gegen eine Anzahlung von 99 Dollar (rund 75 Euro) und monatlichen Gebühren von 15 Dollar (rund 11 Euro) können potentielle Xbox-Käufer eine Konsole mit vier Gigabyte Speicher samt Kinect-Erweiterung zur Gestensteuerung über zwei Jahre hinweg abstottern - für insgesamt 459 Dollar. Regulär kostet die Konsole derzeit im Microsoft-Shop 299 Dollar (rund 230 Euro), im freien Online-Handel oft erheblich weniger.

Für den Mehrpreis gibt es - laut Gerücht - eine Gold-Mitgliedschaft im Xbox-Live-Dienst im Wert von 120 Dollar (rund 90 Euro) und TV-Inhalte als Videostreams, die ansonsten kostenpflichtig wären. Interessanter klingt da schon das angebliche Versprechen, eine in den USA unübliche zweijährige Garantie dazugelegt zu bekommen. Wer vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen will, soll jedoch, wie bei Handy-Verträgen, eine Strafgebühr zahlen. Wie hoch die ausfällt, ist laut Bericht aber nicht bekannt.

Was will Microsoft mit so einer Abo-Xbox? "The Verge" sieht das Paket als Angriff auf Apple TV, den US-Streamingdienst Roku und die Playstation 3 und gleichzeitig als Vorbote für Microsofts Musikshop "Woodstock", für den Microsoft "so viele Menschen wie möglich mit einer Xbox versorgen will". Auch könnte die aktuelle und nahende Generalkonkurrenz für das Konzept Spielkonsole als Grund gelten: Tablet-Computer, die an den Fernseher anschließbar sind, Smartphones, die ihr Videobild via W-Lan an einen Bildschirm übertragen, oder eine als Gerücht herumschwirrende "Steam Box" von Spiele-Hersteller und -Shopbetreiber Valve.

"Betanews" hat noch eine andere interessante Interpretation des Vorgangs : Dieses Subventionsmodell sei ein Zeichen dafür, dass im Zentrum der Xbox-Plattform nicht mehr der Spiel-Aspekt stehe, sondern andere Inhalte - Filme, Serien, Fernsehen. Die sind oft günstiger zu produzieren als Computerspiele und lassen sich flexibler und günstiger weltweit vermarkten.

Microsoft Deutschland wollte sich auf unsere Anfrage hin nicht zu Gerüchten äußern.

fko
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