Angriff auf Chrome Microsoft verkauft Anti-Google-Tassen

"Bleib ruhig, während wir deine Daten stehlen": Mit diesem Motiv auf Kaffeetassen und T-Shirts attackiert Microsoft den Rivalen Google. Allerdings sammelt auch Microsoft Nutzerdaten.
Logo des Google-Browser mit Microsoft-Botschaft: "Bleib ruhig, während wir deine Daten stehlen"

Logo des Google-Browser mit Microsoft-Botschaft: "Bleib ruhig, während wir deine Daten stehlen"

Foto: dpa

Berlin - Microsoft setzt bei seiner Anti-Google-Kampagne in den USA auf T-Shirts, Kaffeetassen und Baseballcaps. Die bedruckt Microsoft mit Vorwürfen gegen den Konkurrenten, Nutzer auszuspähen und deren Daten zu klauen. Die Kleidung verkauft Microsoft seit Mittwochabend auf der eigenen Webseite . Online wurde der Konzern für die Aktion verspottet. Der Tenor: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Bei Microsoft gibt es etwa ein T-Shirt mit der Silhouette einer vermummten Person und dem Aufdruck "I'm watching you" - "Ich beobachte dich". Als Gesicht trägt der Spion das Logo von Google Chrome, Googles Internetbrowser. Damit prangert Microsoft an, dass Google Daten über seine Nutzer sammelt und auswertet, um passende Werbung anzuzeigen. Ebenfalls im Angebot: Eine Tasse mit der Aufschrift "Keep calm while we steal your data", "Bleib ruhig, während wir deine Daten stehlen".

Der Spruch ist eine Anspielung auf ein britisches Propagandaposter aus dem Zweiten Weltkrieg, das die Bürger anwies, Ruhe zu bewahren. Der britische Schriftzug hat sich in Startup-Kreisen mittlerweile zu einem Gassenhauer entwickelt und wurde dutzendfach abgeändert.

Microsoft wirft seinem Konkurrenten in der Kampagne unter anderem vor "jedes einzelne Wort von jeder einzelnen E-Mail" zu durchforsten, um die GMail-Anwender mit Werbung ins Visier zu nehmen.

Im Netz stieß die Microsoft-Aktion auf wenig Gegenliebe. Das ganze sei nicht besonders subtil, lästerten Kommentatoren - vor allem, da auch Microsoft Nutzerdaten auswertet. Beim E-Mail-Dienst Outlook.com setzt Microsoft ebenso wie Google kleine Programme ein, "um Ihre Interaktionen mit Microsoft-Websites und -Diensten verfolgen und personalisierte Dienste anbieten zu können". Außerdem sichert Microsoft sich in den Nutzungsbedingungen zu, "gelegentlich mithilfe von automatisierten Verfahren Informationen aus E-Mail-Nachrichten, Chats oder Fotos filtern" zu können, um gegen Spam vorzugehen oder seine Produkte weiterzuentwickeln.

ore/dpa
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