Datenschutz Microsoft will Nutzer vor Regierungs-Übergriffen warnen

Microsoft zieht nach: Facebook oder Twitter informieren ihre Kunden bereits über staatliche Spähaktivität, nun will auch der Software-Gigant seine E-Mail-Kunden informieren, wenn Behörden mitlesen.
Microsoft-Zentrale in Redmond (USA): Unter Druck geraten

Microsoft-Zentrale in Redmond (USA): Unter Druck geraten

Foto: STEPHEN BRASHEAR/ AFP

Microsoft will seine Kunden vor Spitzel-Angriffen von Regierungen warnen. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte , werde man künftig Alarm schlagen, wenn man den Verdacht hat, dass sich staatliche Hacker Zugriff auf Nutzerkonten verschaffen. Betroffen ist unter anderem der E-Mail-Dienst Outlook.

Bislang hatte Microsoft lediglich über Sicherheitsrisiken informiert - ohne auf den möglichen Angreifer einzugehen. Internet-Riesen wie Facebook, Twitter und Yahoo haben ihre Praxis bei den Warnungen bereits ebenfalls verschärft. Microsoft schrieb nun, man gehe einen Schritt weiter, weil es wahrscheinlich sei, dass staatliche Angriffe komplexer und langwieriger seien als Attacken von gewöhnlichen Cyberkriminellen.

Das Unternehmen war wegen einer Reihe von Hackerangriffen aus dem Jahr 2011 unter Druck geraten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters haben Experten des Unternehmens bereits vor einigen Jahren festgestellt, dass chinesische Behörden in über Tausend E-Mail-Accounts eingedrungen waren. Ziel seien vor allem Tibeter und Uiguren gewesen - Microsoft habe die Opfer jedoch nicht gewarnt.

kev/Reuters
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