Milka gegen Milka Großkonzern macht Schneiderin ihren Namen streitig

Auch süße Sachen können sauer machen: Eine Französin unterlag jetzt in einem Rechtsstreit mit einem Lebensmittelhersteller. Die Frau trägt den Namen einer sehr berühmten Schokolade - und darf den jetzt nicht mehr in ihrer Webadresse führen.


Milka-Kuh: Durchgesetzt gegen tapfere Schneiderin
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Milka-Kuh: Durchgesetzt gegen tapfere Schneiderin

Nicht zum ersten Mal treiben Namensstreitigkeiten im Internet seltsame Blüten - aber diesmal sind es besonders süße: Eine französische Schneiderin, die den Vornamen Milka trägt, darf nicht mehr unter der Adresse www.milka.fr für ihren Laden in Valence werben. Der Lebensmittelkonzern Kraft Foods setzte sich vor einem Gericht in Nanterre gegen die 58-jährige Milka Budimir durch.

"Hier hat bedauerlicherweise das Markenrecht über das Persönlichkeitsrecht gesiegt", sagte Gérard Haas, der Anwalt der Frau, der Deutschen Presseagentur (dpa). Jahrelang hatte Milka Budimir, die inzwischen als "tapfere Schneiderin" bekannt ist, sich gegen die Vorwürfe des Konzerns gewehrt, ja sogar eine Gegenklage angestrengt: weil ihr Vorname auf jeder lila Kuh der Schokoladenmarke stehe. Bescheidene 15.000 Euro Schadenersatz hatte Budimir verlangt, wegen "Image-Schädigung ihres Namens".

Budimirs Sohn hatte die Adresse milka.fr laut ihrem Rechtsanwalt im Jahr 2001 eingerichtet - als Weihnachtsgeschenk. Der Kraft-Konzern habe erst 2002 das Recht auf die Adresse beantragt. Frau Budimir habe "nur diesen einen Vornamen und ihre Geschäft "Milka Couture" ist seit 1988 unter diesem Namen eingetragen", sagte Haas der dpa.

Auch in Deutschland hat Kraft Foods bereits in einem Rechtsstreit um Markensymbole gesiegt - es ging um lila eingefärbte Keks-Tüten.



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