Dubioses Angebot 800 Euro für eine Million E-Mail-Adressen

Droht die nächste Spam-Welle? Unbekannte bieten derzeit angeblich über 33 Millionen E-Mail-Adressen zum Kauf an. Wer eine entsprechende Nachricht bekommt, sollte sie am besten ignorieren.

E-Mail-Icon: Unbekannte locken mit Millionen E-Mail-Adressen
DPA

E-Mail-Icon: Unbekannte locken mit Millionen E-Mail-Adressen


"Guten Tag, falls Sie auf der Suche nach neuen E-Mail-Adressen aus Deutschland sind dann sind Sie bei mir genau richtig" - mit diesem Satz soll ein anonymes Angebot beginnen, das mehrere Leser der Tech-Seite "Heise Security" bekommen haben. Auch im Forum der Telekom berichten Nutzer, eine derartige Nachricht erhalten zu haben.

Als Preis für eine Million E-Mail-Adressen werden 800 Euro genannt, für 8000 Euro sollen sich gar 33,3 Millionen erwerben lassen - angeblich "alle geprüft und zu 100% gültig (Keine Bounces)". "Der Jabber-Server, der als Kontakt angegeben wird, ist in der Ukraine registriert", schreibt "Heise Security" zu einem Screenshot der Nachricht.

Konkret werben die Unbekannten zum Beispiel mit 5,5 Millionen @gmx.de-Adressen, 5,8 Millionen @t-online-Adressen und 3,8 Millionen @yahoo.de-Adressen. Neben den Adressen größerer Anbieter sollen 6,8 Millionen Adressen kleinerer Dienste zum Datensatz gehören.

Es geht nur um Adressen, nicht um Passwörter

Anders als beim millionenfachen Datendiebstahl, der im Januar bekannt wurde, scheinen diesmal aber zumindest keine Passwörter zum Verkauf stehen. Für Kriminelle könnte eine solche Menge Adressen trotzdem interessant sein, etwa zum Verbreiten unerwünschter Werbe-Botschaften oder anderer Spam-E-Mails.

Ob die Unbekannten wirklich im Besitz der beschriebenen Daten sind, ist bislang unklar. Laut der Anti-Hoax-Website Mimikama könnte es sich auch um eine simple Abzockmasche handeln, denn wer sich für die Daten interessiert, soll zunächst das Geld überweisen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt: "Keinesfalls sollte man auf die E-Mail antworten, auch nicht etwa, um seinem Ärger darüber Luft zu machen." Allein eine solche Antwort verschaffe dem Versender die Information, dass es die Empfängeradresse tatsächlich gibt, und damit die Möglichkeit, diese einmal mehr zu missbrauchen.

mbö/dpa



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fhanfi 12.05.2014
1. Danke für den fundierten Beitrag
der weitere 3 Minuten meines Lebens beanspruchte :(
hans.meyer 12.05.2014
2. Ernsthaftes Problem
@fhanfi Als einer von vielen Betroffenen denke ich, dass das ein interessantes Thema ist! So wie einige andere Foristen gehe ich davon aus, dass die Email-Quelle bisher die Adressen verkauft hat und Spams auf diesem Wege in unseren Postfächern landete. Und jetzt bietet er die Adressen einfach einem breiteren Publikum an. Das ist das Neue. Wenn man verschiedene Email-Accounts, z.B. bei GMX hat, dann könnte man meinen, dass es ein Muster gibt im Versand anderer Spam Mails und dem diskutierten Angebot.
MartinS. 12.05.2014
3. ...
Zitat von fhanfider weitere 3 Minuten meines Lebens beanspruchte :(
...die sie aber doch sicher gerne aufgewendet haben. Warum sonst hätten sie sich denn dazu entschieden, ausgerechnet diesen Beitrag zu lesen und zu kommentieren?
Masterchalk 12.05.2014
4. Spam erhalten ??
Sofort in den "Panik - Modus" schalten... Bloß nicht einfach ignorieren oder gar löschen, sondern lieber bei der Verbraucherzentrale anrufen ( besser bei Heise ) und dann einen Artikel drüber schreiben. Auf der anderen Seite : Welcher Volltrottel möchte nicht 1 Mio. Adressen haben, die zwar ohne Passwort daherkommen, aber die er wenigstens mit seinem Gelaber vollmüllen kann. Besser als an den Fußnägeln kauen... > nach 5 Minuten nachdenken < : Moment mal ... Auch nicht schlechter oder besser als ein Telefonbuch. So where´s the problem ??
Scoremaker99 12.05.2014
5. Solche Angebote gibt es seit über 10 Jahren...
...werden in Insiderkreisen schon lange gehandelt. Allerdings deutlich günstiger - für unter 1.000. Das Problem ist, dass man mit den Adressen in DE aufgrund der Rechtslage nichts anfangen darf.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.