Millionenspende Allen mag Aliens

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen sorgt mit einer Spende dafür, dass das chronisch klamme Seti-Institut seine Suche nach grünen Männchen eine Weile fortführen kann. Als spendabler Mäzen wirkt Allen vor allem in Sachen Sport, Musik und Science Fiction.


Paul Gardner Allen: Investor und Mäzen
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Paul Gardner Allen: Investor und Mäzen

Wenn Paul Allen Spaß hat an einer Sache, dann lässt er sich das was kosten. Der Microsoft-Mitbegründer, Partner von Bill Gates, seit sie 1971 gemeinsam ihre erste Tech-Firma Traf-o-Data gründeten, wirkt seit seinem Ausstieg aus der Microsoft-Firmenleitung 1983 vor allem als Investor - kommerziell wie karitativ.

Als förderungswürdig erschienen dem Multimilliardär - nach der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt noch immer 21 Milliarden Dollar schwer und damit auf Rang Fünf - bisher vor allem Engagements für Sport und Musik.

Zwei Stadien hat er bereits gebaut für Sportteams, die er gleich miterwarb, und den Bau des interaktiven Rock 'n' Roll-Museums EMP in Seattle ließ er sich gleich 240 Millionen Dollar kosten. Im Raum Seattle gehört Allen zu den spendabelsten Förderern von Kunstmuseen und öffentlichen Einrichtungen.

Weniger bekannt war bisher, dass er neben Sport und Musik eine dritte Leidenschaft pflegt: Allen strebt gern per aspera ad astra - mit dem Geist zu den Sternen.

SpaceShipOne: Paul Allen (Mitte) unterstützt die Entwicklung des Stratosphären-Jets
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SpaceShipOne: Paul Allen (Mitte) unterstützt die Entwicklung des Stratosphären-Jets

Mehrere Millionen Dollar pumpte er bereits in Projekte zur Erforschung des Weltalls.

Für Allen ist die Grenze zwischen ernsthafter Wissenschaft und Space-Träumen anderer Art dabei offenbar fließend: Im Bau befindet sich sein Science-Fiction-Museum in Seattle, für das Allen unter anderem den Original-Sessel von Captain Kirk erstand. Doch den "Close Encounter" mit extraterrestrischen Lebensformen hätte Allen offenbar gern auch direkter: Bereits zum zweiten Mal griff er zur Förderung des chronisch klammen Seti-Institutes in die Kaffeekasse, um ihm immerhin 13,5 Millionen Dollar zu spendieren.

Seti, eine Abkürzung für "Search for Extraterrestrial Intelligence", hat sich der Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen verschrieben.

Das "Allen-Array" des Seti-Projektes: Das im Bau befindliche Riesen-Radioteleskop wurde nach seinem größten Sponsor benannt
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Das "Allen-Array" des Seti-Projektes: Das im Bau befindliche Riesen-Radioteleskop wurde nach seinem größten Sponsor benannt

Statt wie in den ersten Jahren des Projektes Radioteleskope anzumieten, baut Seti seit rund zwei Jahren ein eigenes, "virtuelles" Radioteleskop aus rund 200 Satellitenschüsseln auf.

In dieses Projekt investierte Allen bereits 11,5 Millionen Dollar: Seitdem heißt es nach seinem größten Sponsor das "Allen-Array". Paul Allen in einem offiziellen Statement zu der erneuten Millionenspende: "Ein Instrument dieser Größe wird unser Verständnis vom Werden, von der Entwicklung und von unserem Platz im Universum erweitern."

Seti greift in einem "Distributed Computing"-Projekt auf die Rechenkraft tausender über das Internet verbundener Rechner zurück, um Satellitendaten nach "intelligenten" Mustern zu analysieren. Erfolgreich war Seti bisher nur auf der Kinoleinwand: Im Hollywood-Schinken "Contact" beamt Jodie Foster am Ende glücklich in die unendlichen Weiten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Frank Patalong



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