Missverständliche Emojis Lieber keine Auberginen im Firmenchat

Mit dem Homeoffice hat auch das Emoji im Firmenalltag Einzug gehalten. Doch nicht immer verstehen alle das Gleiche darunter.
Es gibt eine unübersichtliche Fülle an Emojis: Was verspielt gemeint ist, kann als unprofessionell wahrgenommen werden

Es gibt eine unübersichtliche Fülle an Emojis: Was verspielt gemeint ist, kann als unprofessionell wahrgenommen werden

Foto: Jörg Carstensen / dpa-tmn

Der Firmenchat gehört mittlerweile für viele Deutsche zum Arbeitsalltag – und damit auch der Gebrauch von Emojis. In einer internationalen Umfrage von Slack und Duolingo gaben 60 Prozent der Befragten an, auch im professionellen Umfeld die verspielten Bildchen einzusetzen. Doch wenn man die Büroangestellten befragt, was die einzelnen Emojis konkret bedeuten, offenbaren sich viele Missverständnisse.

Beliebt sind die Emojis zweifellos: 62 Prozent der Befragten gaben sogar an, dass sich eine Nachricht ohne Smileys und ähnliche Bildchen »nicht vollständig anfühle«. Gleichzeitig gaben jeweils 26 Prozent zu, dass sie selbst bereits einmal ein Emoji falsch interpretiert hätten oder ein von ihnen gesendetes Emoji falsch verstanden worden sei. Insgesamt bewerteten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Nutzung von Emojis in der beruflichen Kommunikation jedoch positiv: 58 Prozent hatten das Gefühl, dass sie mehr Nuancen in ihre Unterhaltungen bringen.

Flirten wir oder nicht?

Vorsicht sollten sie laut der Studie bei bestimmten Emojis walten lassen: Das Kuss-Emoji repräsentierte beispielsweise für 39 Prozent platonische Zuneigung – für immerhin 30 Prozent handelte es sich hingegen um eine aufrichtige Liebeserklärung. Auch der Zwinker-Smiley kommt unterschiedlich an: 14 Prozent der Befragten nutzten diesen, um ihren Nachrichten einen »Flirt-Faktor« zu verleihen. Die Mehrheit (54 Prozent) wollte ihren Nachrichten damit hingegen einen ironischen Unterton geben.

Eine ähnliche Wirkung hatte auch das Auberginen-Emoji: Zwar repräsentierte dieses für 46 Prozent der Befragten das tatsächliche Gemüse, andere sehen in ihm ein Phallussymbol. 14 Prozent nutzten dieses deshalb gezielt, um sexuelle Anspielungen zu machen. Für viele ging das zu weit: 25 Prozent gaben an, das Auberginen-Emoji sei für den Gebrauch im Arbeitsumfeld unpassend. Eine Mehrzahl der Befragten befand zudem den Kussmund und das Zungen-Emoji als unangebracht.

Uneinigkeit herrschte laut der Studie auch bei der Interpretation des Kot-Emojis: Zwar nutzten 42 Prozent der Befragten dieses, um einen Kothaufen darzustellen. 34 Prozent wollten hingegen mitteilen, dass etwas schiefgelaufen sei, 14 Prozent drückten mit dem Smiley Ekel aus.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut OnePoll im Auftrag der Onlinedienste insgesamt 9400 Menschen aus elf Ländern. Befragt wurden Mitarbeitende in Unternehmen mit einem hybriden Bürokonzept.

tmk/AFP
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