Mögliche Preisabsprache US-Justiz überprüft Musik-Downloadbranche

Das amerikanische Justizministerium nimmt das Geschäft mit Musik-Downloads unter die Lupe. Hintergrund ist ein mögliches wettbewerbswidriges Verhalten der großen Plattenkonzerne.


Washington – Eine Sprecherin des amerikanischen Justizministeriums bestätigte gegenüber der "Washington Post" erste Untersuchungen. Es handele sich aber noch nicht um eine reguläre Ermittlung. Die Behörde vermutet bei den Musikkonzernen demnach Preisabsprachen beim Download von Songs.

Das Musikgeschäft wird mit Universal Music, EMI, Warner Music und Sony BMG von vier Unternehmen dominiert. Ein Sprecher von Warner bestätigte eine entsprechende Anfrage und erklärte, man werde kooperieren. Die übrigen Anbieter wollten keine Stellung nehmen. Aus dem Umfeld der Ermittler war aber zu erfahren, dass alle großen Plattenkonzerne demnächst eine Vorladung erhalten.

Beobachter zeigten sich von der Nachricht überrascht, zumal das Internet-Geschäft für die Konzerne eine überschaubare Größe hat. Während die Unternehmen bei klassischen CD-Verkäufen einen jährlichen Umsatz von rund 12 Milliarden Dollar verbuchten, lagen die Erlöse im Online-Bereich bei rund einer Milliarde Dollar.

Analysten interpretierten den Vorgang daher als vorsorgliches Eingreifen der US-Behörden. Der Musikindustrie war in der Vergangenheit immer wieder wettbewerbswidriges Verhalten vorgeworfen. So gab es im Jahr 2000 Ermittlungen wegen möglicher Preisabsprachen bei CDs. "Weil immer mehr Kunden Musik im Internet kaufen, fürchtet die Regierung, dass die Plattenkonzerne ihre Wettbewerbspraxis auch dort anwenden", sagte Phil Leigh, Analyst bei Digital Media.

suc



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