Superschnelles Internet Monaco wirbt mit flächendeckendem 5G

Überall in Monaco soll es seit Dienstag 5G-Mobilfunk geben. Der Stadtstaat kommt damit vielen anderen europäischen Ländern zuvor. Den Netzaufbau übernahm der umstrittene chinesische Anbieter Huawei.

Jachten und superschnelles Mobil-Internet: Werbebild zu Monacos neuem 5G-Mobilfunknetz
VALERY HACHE / AFP

Jachten und superschnelles Mobil-Internet: Werbebild zu Monacos neuem 5G-Mobilfunknetz


Während in Deutschland noch um den Ausbau des ultraschnellen mobilen Internets gerungen wird, inszeniert sich Monaco als Vorreiter: Das Fürstentum erklärte sich am Dienstagabend zum ersten europäischen Staat mit flächendeckendem 5G - was zuvor allerdings auch schon San Marino getan hatte. Während San Marino mit Nokia kooperierte, setzt Monaco auf die Technologie des chinesischen Konzerns Huawei.

Mit 5G gehe das "Versprechen einer besseren Lebensqualität für alle einher", sagte der Digitalbeauftragte von Monaco, Frédéric Genta an die knapp 40.000 Einwohner des Stadtstaats gerichtet. Unter anderem will die Feuerwehr des Fürstentums den neuen Standard nutzen. Sie will mit von Drohnen gelieferten Bildern das Territorium mit der Größe von gerade mal gut 200 Fußballfeldern in Echtzeit überwachen.

An der Auftaktveranstaltung nahm auch der Vizepräsident von Huawei, Guo Ping, teil. Monaco diene dem Telekommunikationsausrüster als "Aushängeschild", sagte er.

Kritik aus den USA

Huawei war vor allem wegen Vorstößen aus den USA unter Rechtfertigungsdruck geraten. Dort gibt es Vorwürfe, der Konzern könne seine technischen Möglichkeiten für Spionageaktivitäten nutzen oder der Führung in Peking zur Verfügung stellen. Huawei weist das zurück.

Martin Peronnet vom Telekommunikationsunternehmen Monaco Telecom verteidigte Huaweis Beteiligung am Netzaufbau im Stadtstaat. "Es gibt viele Länder und Anbieter, die gerade dabei sind, sich für einen 5G-Rollout mit Huawei zu entscheiden oder die dies bereits getan haben", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Von Huawei heißt es, das Unternehmen habe mit Blick auf 5G bereits 28 Verträge mit europäischen Anbietern abgeschlossen.

Vor Monaco und neben San Marino hatte schon Südkorea angekündigt, flächendeckende 5G-Netze in Betrieb genommen zu haben. Die drei großen Anbieter SK Telecom, KT und LG Uplus haben ihre Dienste für den neuen Mobilfunkstandard bereits Anfang April gestartet.

In Monaco ist der Start des 5G-Netzes Teil eines Programms namens "Extended Monaco", das das Land ins Digital-Zeitalter führen soll. Es umfasst auch das Ziel, das Fürstentum bis 2022 flächendeckend mit Glasfaser-Technik abzudecken.


Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels wurde San Marino noch nicht erwähnt. Der Staat hatte aber bereits vor Monaco angekündigt, nun flächendeckend 5G anbieten zu können.

mbö/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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St.Baphomet 10.07.2019
1. Echt lustig
Hat ein Sendemast gereicht oder musste ein zweiter her? Nur zur Info: Dieser "Staat" misst nur 2 Quadratkilometer. Bonn ist ca. 70 mal größer. Wirklich ein witziger "flächendeckender" Bericht.
St.Baphomet 10.07.2019
2. Höchstwahrscheinlich
haben die in Monaco mit einer Fritzbox und 10 Repeatern flächendeckend W-Lan so winzig ist dieser "Staat".
karlo1952 10.07.2019
3. Jetzt aber alle
sofort nach Monaco und die 5G-Telefonie ausprobiert.
PeterAlef 10.07.2019
4. ...es wird gemunkelt, dass auch SanMarino...
...der Vatikan, Gibraltar und Andorra und Malta 5G anbieten werden, nicht geklärt ist bislang, ob das jeweils flächendeckend beabsichtigt ist...Spon, bitte schnell weitere Infos, auch an xtra3 und Wochenshow...
kommentor 10.07.2019
5. Knapp 300 Fußballfelder oder 5 Vatikane
> Unter anderem will die Feuerwehr des Fürstentums den > neuen Standard nutzen. Sie will mit von Drohnen > gelieferten Bildern das Territorium mit der Größe von > gerade mal gut 200 Fußballfeldern in Echtzeit überwachen. Also da haben wir aber sehr hemdsärmelig gerechnet. Wie man mit https://www.quadrivium.de/einheiten.php herausfinden kann, ist Monaco 283 Fußballfelder groß. Das sind nicht "gut 200", sondern "knapp 3002, also macht den Stadtstaat mal nicht kleiner, als er ist.
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