Fotostrecke

Movember im Netz: Schnauzbart tragen für die Männergesundheit

Foto: CHRIS WATTIE/ REUTERS

Netzphänomen Movember Schnauzer tragen für den guten Zweck

Schnübi, Pornobalken, Gesichtshecke: Wie auch immer er genannt wird, der Schnurrbart ist wieder in. Mindestens für einen Monat. Weltweit lassen sich Männer für den guten Zweck einen Oberlippenbart stehen - und machen darum Tamtam im Netz.

In der Timeline wird es plötzlich haarig: Männer twittern über Rasierschaum und Bartkämme, berichten stolz, dass sie sich nicht komplett rasiert haben oder zeigen Fotos von ihrem ersten Flaum. In diesem Monat könnte man den Eindruck bekommen, der Bartwuchs spiele eine besondere Rolle - und womöglich wird man ungewohnt vielen Männern mit Schnurrbart begegnen.

Kein Wunder - es ist wieder Movember. Dabei handelt es sich um eine großangelegte Wohltätigkeitsaktion, die Jahr für Jahr Männer weltweit dazu bringt, sich einen Oberlippenbart stehen zu lassen. Damit möchten sie auf Prostatakrebsvorsorge aufmerksam machen und Spenden sammeln. "Movember" ist eine Wortkreation, zusammengesetzt aus dem englischen "Moustache" für Schnurrbart und dem Monat November.

Kritiker halten das erklärte Ziel für heikel, weil schon die entsprechende Vorsorge unter Experten umstritten ist. Die vielen sogenannten Mo Bros, also die Teilnehmer am Movember, stört das aber offenbar wenig: In 21 Ländern beteiligen sich mittlerweile Männer an der Kampagne, die im Jahr 2003 im australischen Melbourne entstanden ist. Studenten, Sportler, Künstler, Politiker, Hipster - sie alle tragen ihn, den "Respektbalken".

Wandelnde Werbeträger im Netz

Tatsächlich gehen mit der Haarpracht weitere Verpflichtungen einher: Nicht nur sollen die Teilnehmer ihren Bart im November tiptop pflegen. Sondern: "Ihrem Aussehen entsprechend, sind die Mo Bros zusätzlich aufgefordert, sich wie wahre Gentlemen zu benehmen", heißt es auf der Aktionsseite. Sie sollen sich zu wandelenden Werbeträgern machen.

Der kollektive Schnurrbartwuchs ist angelegt als Netzphänomen. Auf der deutschen Aktionsseite  steht, wie es funktioniert: Anfang November wird sich rasiert und dann gezielt ein Schnurrbart stehen lassen und dann den Monat über gehegt, getrimmt und gekämmt. Das Ganze wird im Netz dokumentiert: "Halte Deinen Bekanntenkreis über Dein Engagement und dein Vorankommen auf dem Laufenden", heißt es in den Tipps für künftige Schnurrbartträger, "Lass Sie durch mehrere E-Mails oder Posts auf Twitter und Facebook an deinem Erlebnis teilhaben."

Das klingt dann so: "Wissen ist Macht und wer Schnurrbart trägt, ist König", twittert Mo Bro Matthias Kuyper  und bittet um eine Spende. "Schnurrbart kommt gut an in der Uni", berichtet Twitterer Timo Cremer  am zweiten Aktionstag, und Helge Wenck scherzt : "Für viele Taxifahrer ist das ganze Jahr über Movember".

Der gute Zweck ist eben nur das Eine, für viele ist das Ganze einfach ein großer Jux. Übrigens nicht nur in reiner Herrenrunde: Frauen sind herzlich eingeladen, die Männer bei ihrer Aktion "Schnauzer gegen Spende" zu unterstützen - selbst wenn ihre eigene Oberlippe auch weiterhin nackt bleibt.

juh
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.