Mt. Gox US-Ermittler verlangen Unterlagen von Bitcoin-Plattform

Mt. Gox hat den Betrieb eingestellt, doch der juristische Ärger beginnt für die Bitcoin-Handelsplattform wohl erst: US-Staatsanwälte verlangen interne Geschäftsunterlagen von den Betreibern, berichtet das "Wall Street Journal".

Symbol für Krypto-Währung Bitcoin: Besitzer haben keinen Konto-Zugriff mehr
REUTERS

Symbol für Krypto-Währung Bitcoin: Besitzer haben keinen Konto-Zugriff mehr


Mt. Gox, die am Dienstag von den Betreibern geschlossene Online-Handelsplattform für Bitcoin, hat von der Staatsanwaltschaft in New York eine Vorladung erhalten. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sei das Schreiben "in diesem Monat" zugestellt worden. Mit der Vorladung sei die Aufforderung verbunden, eine Reihe von Dokumenten vorzulegen.

In welcher Angelegenheit die für US-Bundesrecht zuständigen Staatsanwälte ermitteln, ist derzeit nicht bekannt. Mt. Gox war eine der größten und ältesten Bitcoin-Tauschbörsen im Netz. Die Schließung kam nicht völlig überraschend - Mt. Gox war zuvor offline, Gerüchte über Sicherheitsprobleme und einen möglichen Diebstahl kursierten. Der Dienst hatte für Kunden Bitcoin-Guthaben auf den eigenen Servern verwaltet. Derzeit haben die Besitzer keinen Zugriff auf diese Konten. Vor dem Tokioter Büro des Dienstes fanden sich erboste Investoren ein und forderten Auskunft über den Verbleib ihrer Anlagen.

Mt. Gox selbst hatte keine Erklärung für die Maßnahme gegeben. Es hieß lediglich, mit der Schließung sollten "die Website und die Nutzer geschützt werden". Man beobachte die Situation und werde entsprechend handeln.

In der Vergangenheit hatten andere Bitcoin-Tauschbörsen die Aufmerksamkeit der Behörden geweckt, weil es Hinweise auf Geldwäsche gegeben hatte.

meu



insgesamt 21 Beiträge
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kumi-ori 26.02.2014
1. interessantes Problem
Ich finde die Bitcoin-Idee in der Praxis Schwachsinn, aber theoretisch sehr interessant. Kann man ein "Geld" aus dem Nichts stampfen? Alle Zahlungsmittel beruhten ja ursprünglich mal auf Edelmetall oder auf Kauri-Muscheln. Irgendwann muss es ja mal jemanden gegeben haben, der gesagt hat: "Ich habe eine Million Bitcoin 'gedruckt' und jede davon ist einen Euro wert." Natürlich kann man das machen, es ist so, wie wenn Sie Sammelbildchen drucken und dann verkaufen. Wenn "Bitcoin" nennen. Die Frage ist jetzt, wem gegenüber hat man nun einen Anspruch im "richtigen Leben"? Wenn die Internetbörse nicht mehr aufmacht, ist dann das Bitcoin weg? Hat es jemand anders?
TobiR 26.02.2014
2. Ezb
Zitat von kumi-oriIch finde die Bitcoin-Idee in der Praxis Schwachsinn, aber theoretisch sehr interessant. Kann man ein "Geld" aus dem Nichts stampfen? Alle Zahlungsmittel beruhten ja ursprünglich mal auf Edelmetall oder auf Kauri-Muscheln. Irgendwann muss es ja mal jemanden gegeben haben, der gesagt hat: "Ich habe eine Million Bitcoin 'gedruckt' und jede davon ist einen Euro wert." Natürlich kann man das machen, es ist so, wie wenn Sie Sammelbildchen drucken und dann verkaufen. Wenn "Bitcoin" nennen. Die Frage ist jetzt, wem gegenüber hat man nun einen Anspruch im "richtigen Leben"? Wenn die Internetbörse nicht mehr aufmacht, ist dann das Bitcoin weg? Hat es jemand anders?
Ja ... Die Zentralbanken (u.a. FED bzw. EZB) machen das seit Jahren und ein Ende ist nicht abzusehen. Die maximale Menge an BitCoins steht jedoch fest ;)
codek 26.02.2014
3. das gleiche Problem haben reguläre Währungen auch
Die Notenbanken drucken ebenfalls Dollar, Yen und Euros. Einen Gegenwert gibt es allgemein bei Währungen nicht mehr. Die FED druckt trotz Reduzierung jeden Monat weitere 65MRD Dollar, das ist das zigfache, was der Bitcoin als Ganzes hat. Mal schauen, wann dann die großen Probleme der Fiat Währungen kommen, zumindest in diese Richtung und in der Geschwindigkeit kann es so nicht weiter gehen. Abwarten und Tee trinken und nach seinen besten Möglichkeiten auf sein Erpartes aufpassen, dass kann allgemein ganz schnell viel weniger Wert sein, nicht nur bei Bitcoins.
ugwinkler 26.02.2014
4. Rettungsboot der Reichen
Ich finde, dem Bitcoin gehört von Staats wegen das Genick gebrochen, bevor das umgekehrte geschieht. Denn eben dies ist das erklärte Ziel vieler Enthusiasten der digitalen Währungen: Dass das Gemeinwesen mit seinen Ansprüchen auf Steuern und Beiträge "endlich gründlich ausgetrocknet wird" wie es einer meiner Bekannten wörtlich formuliert hat. Wem nützen digitsale Währungen? Kriminellen vom Steuerbetrüger über den Kinderpornohändler bis zum Drogendealer, auuf der anderen Seite der reichen digitialen Intelligenzija dieser Gesellschaft, die der Ansicht ist, nichts mehr zum Erhalt dieser Gesellschaft und ihrer Instanzen beitragen zu wollen/müssen. Der Bitcoin ist für viele Nutzer das Rettungsboot, mit dem man sich aus dem aktuellen Jammertal davon machen und die weniger Wohlhabenden im Dreck sitzen lassen kann. Wenn auf dem Bitcoin ein Motto aufgedruckt sein müsste, dann wäre es sinnvollerweise der Satz: "Solidarität, nein danke!" Sorry, aber ich habe kein Mitleid, wenn sich da geklautes oder hinterzogenes Geld in Luft auflöst.
spon-facebook-1293013983 26.02.2014
5. Angebot und Nachfrage
Bitcoins wurden nicht einfach "gedruckt", sondern werden nach einem Algorithmus berechnet, was recht aufwändig ist. Zudem ist die max. Anzahl von BC begrenzt, d.h. es kann auch nicht beliebig nachgedruckt werden. Aber wie jede Währung geht es beim BC-Kurs um Angebot und Nachfrage. Das Angebot ist begrenzt, die Nachfrage mal hoch, mal niedrig, daher die Kursentwicklung. Davon mal abgesehen: Der gleiche Mechanismus gilt auch für Gold, denn dessen Preis ist ja auch nicht fix. Zwar ist das Angebot begrenzt, doch die Nachfrage recht unterschiedlich - je nach Wirtschaftslage und/oder einfach "Stimmung". Einen echten materiellen Wert hat es ja kaum, trotzdem ist es heiß begehrt. Für den Wert einer Währung ist es aber heutzutage kaum noch von Bedeutung, da hier eher die "Wirtschaftskraft" (wie auch immer die korrekt berechnet wird) eines Währungsraums relevanter ist. Generell: Kaum etwas hat einen wirklichen "Wert" - das ist alles Definitionssache. Geld macht es einfacher, da man nicht mehr mit einem ganzen Schwein beim Bäcker auftauchen muss, um Brot zu bekommen. Das kann man kritisieren, aber trotz aller Krisen erledigt Geld den Job schon ziemlich lange und gut. Gold oder eben das halbe Schwein bei Aldi an der Kasse ist halt unpraktisch und die Inflation (sprich: Wertverlust) beim halben Schwein in Form des natürlichen Verfalls ist auch nicht zu verachten.
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