Music-Shop iTunes Wenn ein Apfel den anderen verklagt

Die Freude über den Erfolg seines Online-Musikgeschäfts könnte Apple-Chef Steve Jobs bald vergehen. Wegen eines alten Versprechens droht ihm jetzt eine Millionenklage des Beatles-Managements.

Und alles nur wegen seiner Begeisterung für die Beatles: Als großer Fan der legendären Popband hatte Steve Jobs sein Unternehmen seinerzeit nach deren Plattenlabel Apple Records benannt. Im Gegenzug musste er aber versprechen, niemals selbst in die Musikbranche einzusteigen. Wirklich daran gehalten hat er sich nie.

Schon Anfang der achtziger Jahre hatten die Beatles den Apple-Chef verklagt, da dieser damals begonnen hatte, erfolgreich Musik-Software anzubieten. 26 Millionen Dollar Strafe musste Jobs damals zahlen. Die Beatles verdonnerten ihn außerdem dazu, die Abstinenz vom Musikgeschäft in Zukunft wieder ernst zu nehmen. Wie der US-Sender "Fox News" nun in seiner Online-Entertainment-Kolumne berichtet, könnte eine erneute Klage durch den jüngsten Erfolg des iTunes Music Stores kurz bevorstehen.

Ein Gerichtsverfahren könnte für Steve Jobs unpassender nicht kommen. Neben den erfolgreichen Geschäften mit dem Online-Musikladen iTunes überlegt man bei Apple offenbar, ein eigenes Musik-Unternehmen zu gründen. Laut "Fox News" gäbe es da nur ein Problem: Die Beatles. Bis heute achten Management und die Firmenleitung von Apple Records mit Argusaugen über die Wahrung der Bandrechte. Verantwortliche wie Geschäftsführer Nick Valner haben selten gezögert, wenn es darum ging, Klagen wegen Verletzungen des eigenen Markenrechts anzustrengen. Nun bleibt abzuwarten, wie verärgert die Beatles über die neuesten Apple-Aktivitäten sind.

Dass die Songs der Beatles im Angebot von iTunes bisher kaum vorkommen, hat mit solcherlei Streitigkeiten allerdings wenig zu tun. Die Beatles haben, ebenso wenig wie die Rolling Stones, bisher noch nicht ihre Zustimmung zu einer Zusammenarbeit mit dem Online-Musik-Shop gegeben, bei dem jeder Song 99 Cent kostet. Wie "Fox News"-Kommentator Roger Friedman meint, sei das typisch: Stets habe die berühmteste Band aller Zeiten technischen Neuerungen mehr als skeptisch gegenüber gestanden. So sei die erste Beatles-CD beispielsweise erst 1987 erschienen, ganze fünf Jahre nach der Einführung des neuen Tonträgers.

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