Nach Twitter und Facebook Google sperrt Fake-Nutzerkonten aus Iran

Nach Facebook und Twitter hat nun auch Google Propaganda-Accounts gelöscht. Offenbar stammen die Videos und Konten aus Iran. Der Verdacht: gezielte Manipulation, kurz vor den Wahlen im US-Repräsentantenhaus.
Foto: Thomas Peter/ REUTERS

Nur wenige Monate vor den US-Repräsentantenhauswahlen gehen die großen US-Technologiekonzerne verstärkt gegen Falschinformationen vor. Nach Facebook und Twitter hat nun auch Google mehrere Nutzerkonten mit Verbindungen zum Iran gesperrt.

Die Konten hätten ihre Zugehörigkeit zur staatlichen iranischen Rundfunkgesellschaft Irib verschleiert, schrieb Googles Vize-Präsident Kent Walker in einem Blog . Wer auf diese Art und Weise "beeinflusse", verstoße gegen die Regeln von Google. Der Konzern erklärte, auch die US-Strafverfolgungsbehörden über seine Untersuchungen informiert zu haben.

Demnach wurden etwa 39 YouTube-Kanäle gesperrt, deren Videos in den USA fast 13.500 Mal angesehen wurden. Zudem wurden sechs Konten der Plattform Blogger sowie 13 Konten des Netzwerks Google+ lahmgelegt. Die Konten sollen "englischsprachige politische Inhalte in den USA" verbreitet haben - mehr Details zu den gelöschten YouTube-Videos nannte Walker nicht.

Google habe bei der Suche nach den Propaganda-Accounts mit der Cybersicherheitsfirma FireEye zusammen gearbeitet. Zudem gab Google an, im vergangenen Jahr seine Bemühungen gegen die Internet Research Agency (IRA) verstärkt zu haben, die als digitaler Arm der russischen Regierung gilt.

Auch Facebook, Instagram und Twitter löschten Fake-Profile

Facebook, Instagram und Twitter hatten ebenfalls erklärt, gezielte Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran gestoppt zu haben:

  • Bei Facebookund Instagram seien 652 Accounts, Seiten und Gruppen gelöscht worden. Diese sollen aus Iran und vom Umfeld des russischen Militärgeheimdiensts betrieben worden seien. "Wir ermitteln immer noch und es gibt eine Menge, was wir noch nicht wissen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es sich um zwei voneinander getrennte Kampagnen aus Russlandund Iran gehandelt.
  • Twitter  schaltete nach eigenen Angaben 284 Nutzerkonten ab, die sich "an koordinierter Manipulation" beteiligt hätten. Die Vorwürfe richteten sich nur gegen Iran.

Vor der US-Kongresswahl im November werden verstärkte Manipulationsversuche über die sozialen Medien befürchtet. Grund zu dieser Annahme lieferte der Präsidentschaftswahlkampf 2016: Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten. Deswegen verschärfte das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr massiv die Sicherheitsvorkehrungen.

kmy/AFP