Start im November Das kostet das neue Netflix-Abo mit Werbung

Selbst manchen Serienfans ist die Videoflatrate von Netflix einfach zu teuer. Sie will der Dienst nun mit einem Kampfpreis für ein neues, werbefinanziertes Angebot ködern. Doch es hat Einschränkungen.
Netflix-Logo auf einer Fernbedienung: Das Unternehmen baut sein Angebot um

Netflix-Logo auf einer Fernbedienung: Das Unternehmen baut sein Angebot um

Foto: Jenny Kane / dpa

»Sie können unbegrenzt und werbefrei jederzeit und überall Inhalte ansehen«: So wirbt der Streamingdienst Netflix schon seit Langem für seine Abopakete, die Filme, Serien und seit einiger Zeit auch Videospiele enthalten. Doch mit der pauschalen Werbefreiheit ist es bald vorbei. Der US-Dienst, dessen Geschäft unter der starken Konkurrenz, aber auch unter Faktoren wie gestiegenen Lebensunterhaltskosten leidet , sieht sich zum Experimentieren gezwungen – und führt ein neues Aboangebot mit Werbung ein.

Das Projekt steht seit gut einem halben Jahr im Raum, am Donnerstagabend gab Netflix in einem Presse-Call nun Details dazu bekannt. Das neue Angebot wird demnach Basis-Abo mit Werbung heißen und in Deutschland am 3. November starten. Pro Monat wird es 4,99 Euro kosten. Damit liegt es preislich unter Netflix bisherigen Abos, für die monatlich zwischen 8 und 17,99 Euro fällig werden.

Wer sich für das Werbe-Abo entscheidet, darf pro Stunde mit im Schnitt vier bis fünf Minuten Werbung rechnen, so Netflix. Zum Start sollen 15 bis 30 Sekunden lange Werbespots ausgespielt werden, die vor und während der Filme und Serien laufen.

Beispiel für eine Anzeige bei Netflix: »Dies ist der erste von zwei Clips« wird oben rechts angezeigt

Beispiel für eine Anzeige bei Netflix: »Dies ist der erste von zwei Clips« wird oben rechts angezeigt

Foto: Netflix

Die Download-Funktion fehlt

Netflix positioniert das Angebot als Einsteigertarif, in den aber natürlich auch Bestandskunden wechseln könnten. In dem neuen Paket soll jedoch »eine begrenzte Anzahl von Filmen und Serien aus Lizenzgründen nicht verfügbar sein«. Wie misslich das Fehlen jener Inhalte ist, die in einer Pressemitteilung nicht genauer benannt wurden, lässt sich wohl erst in den kommenden Wochen einschätzen.

Für potenzielle Kunden, die Videos eher unterwegs als daheim auf dem Fernseher schauen, ist vielleicht aber ohnehin ein anderer Haken des Angebots ärgerlicher. Das Abo mit Werbung bietet im Unterschied zu den anderen Tarifen keine Download-Funktion, mit der sich Inhalte herunterladen und danach ohne Internetverbindung anschauen lassen.

Im Zuge seiner Ankündigung hatte Netflix noch eine gute Nachricht für manche Bestandskunden: Sowohl das Basis-Abo mit Werbung als auch das bestehende Basis-Abo bieten künftig HD-Qualität. Bisher bekommt man im Acht-Euro-Tarif nur SD-Auflösung.

Auch Amazon und Disney experimentieren

Weg von werbefreien Streaming-Erlebnissen zieht es derzeit nicht nur Netflix. So hat in Deutschland beispielsweise Amazon Anfang August ein Videoportal namens Freevee gestartet, auf dem sich Serien wie »2 Broke Girls«, »Person of Interest« und »Broadchurch« kostenlos anschauen lassen – dank einer Finanzierung durch Anzeigen. Zum Start hieß es, pro Stunde seien bei Freevee rund neun Minuten Werbung zu erwarten.

In den USA startet Anfang Dezember bei Disney+ ein neues Aboangebot. Mit 7,99 Dollar kostet es genauso viel wie das bisherige Standardpaket, es wird jedoch Werbung enthalten. Wer Disneys Streamingdienst weiter ohne Ablenkung nutzen will, muss künftig zum sogenannten Premium-Paket wechseln, das 10,99 Dollar kosten wird.

mbö
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.