Netflix Twitter-App soll vor "Breaking Bad"-Spoilern schützen

Wie geht es weiter mit Walter White? Als "Breaking Bad"-Zuschauer erfährt man auf Twitter Handlungsdetails oft schon, bevor man die neueste Folge gesehen hat. Eine App soll solche Enttäuschungen zumindest für die letzte Episode der TV-Serie verhindern.
Spoiler Foiler: Schutz vor Tweets, die das Ende verraten

Spoiler Foiler: Schutz vor Tweets, die das Ende verraten

So praktisch und spannend Twitter oft ist: Für Fans von TV-Serien gibt es Tage, an denen man den Kurznachrichtendienst verdammen möchte. Deutschen "Breaking Bad"-Fans passiert das am ehesten an Montagen. In der Nacht zuvor läuft in den USA die jeweils neueste Episode, und zumindest wer vielen Amerikanern folgt, kann es kaum vermeiden, auf "Breaking Bad"-Tweets zu stoßen. So weiß man mitunter vor dem Frühstück, wer dieses Mal ums Leben kommt.

Aus eigennützigen Motiven hat sich nun Netflix dieses Problems angenommen. Der amerikanische Online-TV-Anbieter hat selbst ein Problem mit verräterischen Tweets, weil er die jeweils aktuelle Folge der Kultserie immer erst nach der TV-Ausstrahlung zeigen kann. So auch die für kommenden Sonntag angekündigte letzte Folge von "Breaking Bad".

Netflix' Problemlösung ist eine Twitter-App namens "Spoiler Foiler" . Sie soll sämtliche "Breaking Bad"-Tweets in der persönlichen Twitter-Timeline anhand von Stichworten schwärzen.

"Jese" kommt durch

Aufgelistet werden diese Stichworte nirgends, ein Kurztest zeigte aber, dass zumindest Tweets mit naheliegenden Begriffen wie "Walter" (Vorname des Protagonisten) und "Heisenberg" (sein Deckname) zuverlässig zensiert werden. An fehlerhaften Schreibweisen scheitert das Programm dagegen, etwa wenn jemand statt "Jesse" (Namen einer weiteren Hauptfigur) "Jese" schreibt.

Wirklich praktisch ist "Spoiler Foiler" ohnehin nicht: Das Programm zensiert die Timeline nur, wenn diese über die App-Website abgerufen wird. Außerdem werden durch den Wortfilter viele themenfremde Tweets zensiert, etwa alle "Breaking News"-Meldungen. Auf Wunsch lassen sich solche Nachrichten immerhin per Klick lesbar machen.

Für Programme, die vor Twitter-Serienspoilern schützen, gibt es prinzipiell auch abseits von Marketing-Gags eine Zielgruppe. Als im Mai eine 17-jährige Entwicklerin ein serienübergreifendes Browser-Plug-in ankündigte, überbot sich die Presse mit Begeisterung. Außer Tech-Websites wie "Mashable"  thematisierte auch die Nachrichtenagentur AFP  ihre Idee. Seit Juli ist die Software namens "Twivo"  im Chrome Web Store verfügbar.

Ach ja: Falls Sie die neueste "Breaking Bad"-Staffel zeitnah verfolgen, empfehlen wir Ihnen natürlich einen Blick in den SPIEGEL-ONLINE-Blog zur Serie.

mbö