Netz-Engpass Schiffsanker zerreißen Internetkabel vor Ostafrika

Internetkabel im Meer werden regelmäßig von Schiffen beschädigt - doch nun hat es neun afrikanische Länder besonders hart getroffen: Gleich vier Kabel sind derzeit außer Betrieb, bis zur Reparatur können Wochen vergehen.
TEAMS-Kabel: Bis zu zwei Wochen Ausfall

TEAMS-Kabel: Bis zu zwei Wochen Ausfall

Addis Abeba/Nairobi - Internetnutzer in Ostafrika müssen in den kommenden Wochen mit langsamen Internetverbindungen rechnen. Am Wochenende kappte ein Schiff versehentlich eine wichtige Glasfaserverbindung. Der Frachter habe am Samstag in der Nähe der kenianischen Hafenstadt Mombasa den Anker geworfen und dabei Kabel getroffen. Bei der Verbindung handelt es sich um das Tiefseekabel The East African Marine Systems (TEAMS). Das teilte das Betreiberkonsortium laut "Wall Street Journal"  mit.

Bereits am 17. Februar hatte ein anderes Schiff mit seinem Anker drei wichtige Internetkabel im Roten Meer durchschnitten, Europe India Gateway (EIG), South East Asia Middle East Western Europe-3 (SMW-3) und Eastern Africa Submarine Cable System (EASSy). Das Unternehmen TeleGeography pflegt eine Karte  der weltweiten Verbindungen.

Chris Wood, Chef des an EASSy beteiligten Unternehmens West Indian Ocean Cable, sagte, der Großteil der Internetverbindungen sei nach Südafrika umgeleitet worden. Jedoch müssten die Nutzer zwei bis drei Wochen lang mit deutlich langsamerer Internetgeschwindigkeit rechnen - so lange würden die Reparaturarbeiten dauern.

Die BBC berichtet , der Internetverkehr in Kenia, Ruanda, Burundi, Tansania, Äthiopien und der südsudanesischen Hauptstadt Juba sei um 20 Prozent verlangsamt. Das TEAMS-Kabel wurde zum Teil von der kenianischen Regierung verlegt, nach der Inbetriebnahme im Juli 2010 stieg die Zahl der Internetnutzer in Kenia von 1,8 auf 3,1 Millionen.

Wie üblich bei Tiefseekabel-Ausfällen gibt es Gerüchte, die Verbindungen seien absichtlich getrennt worden. Chris Wood geht jedoch von Unfällen aus. Die Kabel im Roten Meer würden in einer Tiefe von rund 200 Metern liegen und könnten deshalb von Schiffen beschädigt werden.

Für die Reparatur von Tiefseekabeln stehen spezielle Schiffe bereit, die mit Ankern das Kabel vom Meeresgrund heben, damit sie von Spezialisten geflickt werden können. Nahezu der gesamte weltweite Internetverkehr läuft über Tiefseekabel, nur ein Bruchteil wird über Satelliten abgewickelt.

ore/dpa
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