Test O2 hat die meisten Kunden, aber nicht das beste Netz

O2 hat auch nach der Fusion mit E-Plus kein besseres Mobilfunknetz als die Wettbewerber - das ist das Fazit zweier Tech-Fachzeitschriften. Eng geht es zwischen der Telekom und Vodafone zu.
Frau mit Smartphone

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Foto: Pavel Golovkin/ AP

Jahr für Jahr schicken die Fachzeitschriften "Chip" und "Connect" aufwendig ausgerüstete Tester zu Fuß, per Auto und in der Bahn los, um das beste Mobilfunknetz Deutschlands zu ermitteln. In den vergangenen Jahren gab es dabei kaum Überraschungen. Die Telekom lag mehr oder weniger deutlich vor Vodafone, gefolgt von O2 und E-Plus.

Dieses Mal ist im Test manches anders. Vor allem ist einer der Teilnehmer aus dem Testfeld verschwunden. Nachdem Telefónica O2 sich E-Plus einverleibt hat, bleiben nur noch drei Netze im Rennen, O2 ist nach Kundenzahlen neuer Marktführer.

Neu ist auch, dass beide Zeitschriften beim Telefontest die Sprachübermittlung über LTE, das sogenannte VoLTE, als Basis zugrunde legten. Im vergangenen Jahr hatte die "Chip" die Technik nicht berücksichtigt, weil sie noch nicht flächendeckend eingeführt war.

O2 profitiert nicht von Fusion

Bei den Tests zeigt sich, dass die Übernahme von E-Plus keine das Ranking verändernden Auswirkungen hat - zumindest was die Qualität von Sprach- und Datenübermittlung angeht. O2 landet in beiden Auswertungen hinter Vodafone auf dem dritten Rang, die Telekom liegt vorn. Sprachtelefonate flossen dabei zu 40 Prozent und Datenverbindungen zu 60 Prozent in die Gesamtwertung ein. (Hier finden Sie die Ergebnisse direkt bei "Connect"  beziehungsweise bei "Chip" .)

Laut Connect hat sich das Telefónica-Netz zwar verbessert, und das besonders deutlich bei Sprachanrufen. Die Qualität des Netzes liegt den Tests zufolge aber teils deutlich hinter der der Wettbewerber. "Chip" und "Connect" führen das unter anderem darauf zurück, dass die Integration der Netze noch nicht abgeschlossen ist.

Verbesserungen bei Vodafone

Die "Chip"-Tester erklären Vodafone zum heimlichen Sieger ihres Netztests, der "sich mit der Telekom die LTE-Krone teilt". In der Kategorie "Telefonie" gewinne Vodafone hauchdünn vor der Telekom, heißt es. Beim schnellen Verbindungsaufbau setze sich der Düsseldorfer Wettbewerber ein wenig von der Telekom ab. Dafür mache die Telekom beim Verbindungsaufbau die wenigsten Fehler.

Der "Connect" zufolge liegt Vodafone dagegen mit deutlichem Abstand hinter der Telekom. "Sowohl in der Sprach-, als auch in der Datenkategorie bleiben die Bonner der stärkste Anbieter", heißt es im Test des Magazins. Bei Vodafone sei aber eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr sowohl in der Sprach- als auch in der Datendisziplin festzustellen.

Beim Download von Dateien erreicht das Telekom-Netz den "Chip"-Messungen zufolge eine mittlere Transferrate von 34,8 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Vodafone kommt auf 28,6 Mbit/s und O2 erreicht mit 13,6 Mbit/s nicht mal die Hälfte der Geschwindigkeit. "Connect" schlüsselt die Daten noch in verschiedene Kategorien wie Großstädte und Kleinstädte auf und unterscheidet nach Fahr- und Gehtests. Doch auch hier erzielte die Telekom die besten Messwerte, gefolgt von Vodafone und O2.

So läuft es in der Bahn

Einig sind sich die Tester auch in der Bewertung der Netzqualität in Zügen der Deutschen Bahn. "Chip" schreibt, dass bei O2 mehr als ein Drittel der Sprachanrufe nicht funktionierte. Beim Abruf von Testwebseiten lag die Erfolgsquote bei 70 Prozent, während Vodafone auf 82 Prozent kam und die Telekom auf 89 Prozent.

Bei "Connect" das gleiche Bild: Am besten schnitt die Telekom bei Datenaufrufen ab, gefolgt von Vodafone und mit einigem Abstand O2. Bei Sprachanrufen hat die Zeitschrift bei der Telekom eine Erfolgsquote von 84,2 Prozent gemessen, während Vodafone auf 83,1 Prozent kam und O2 auf 76,5 Prozent.

brt
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