Netzwelt-Ticker Android-Tablets liegen wie Blei im Regal

Der Absatz von Android-Tablets bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, Windows Phone 7 "Mango" ist fertig und Apple-Verkäufer bringt auch eine Ziege nicht aus der Ruhe. Das und mehr in unserem Überblick.
Android Tablets: Die Flachrechner drohen, Ladenhüter zu werden

Android Tablets: Die Flachrechner drohen, Ladenhüter zu werden

Foto: SPIEGEL ONLINE

Es sind niederschmetternde Zahlen zur Attraktivität von Android, die Google veröffentlicht hat. Das mobile Betriebssystem ist zwar durchaus beliebt, auf mehr als 135 Millionen Geräten - beispielsweise von Motorola und Samsung Electronics - läuft Android. Aber speziell im Tablet-Markt rangiert Android bis heute unter ferner liefen. Auf der Android-Entwickler-Web-Seite gibt es die harten Zahlen: In der letzten Juniwoche wurden die Zugriffe auf den Android-Market  ausgewertet. Von den Besuchern kamen nur 0,9 Prozent mit einem Tablet (mit einer Bildschirmdiagonale ab 7 Zoll). Das heißt, gerade einmal gut 1,2 Millionen entsprechender Plattrechner wären im Umlauf. Verglichen mit den Apple-Zahlen ist das kein sonderlich beeindruckender Wert. Allein im dritten Quartal 2011 wurden 9,25 Millionen iPads  abgesetzt.

Die Android-Flaute scheint auch einer Reihe von Geräteherstellern peinlich zu sein. Das Computerportal chip.de versuchte vergeblich, von den größten Android-Tablet-Herstellern (Acer, Asus, Dell , HTC, LG, Motorola und Samsung) aktuelle Verkaufszahlen zu bekommen. Keines der Unternehmen wollte sich äußern. Daraus folgert chip.de: "Es gibt weiterhin keinen Tablet-Boom, sondern lediglich einen iPad-Boom ."

Windows Phone "Mango" ist fertig

Derweil werkeln die Techniker von Microsoft unverdrossen an der neuesten Version von Windows Phone. Das mobile Betriebssystem liegt nun als Windows Phone "Mango" vor, am Dienstag erfolgte das " Release To Manufacturing " (RTM). Das Programm wird nun an die Gerätehersteller ausgeliefert, damit diese es auf ihren Handys vorinstallieren können. Wer bereits jetzt über ein Smartphone mit Windows Phone verfügt, wird nicht im Regen stehen gelassen. Im Herbst soll auch für Bestandskunden ein Upgrade auf die neue Version zur Verfügung stehen.

Chef der US-Cyber-Abwehr wirft hin

Heimlich, still und leise hat der Chef der amerikanischen Cyberabwehr, Randy Vickers, seinen Posten zur Verfügung gestellt. Schon am Freitag war der Direktor des US Computer Emergency Readiness Team (US-CERT) zurückgetreten, erst am Montag wurde die Demission bekannt. Aus welchen Gründen sich Vickers zurückzieht, wurde offiziell nicht erklärt. Wie die "Informationweek" vermutet, könnten erfolgreiche Cyber-Attacken von Gruppierungen wie Anonymous oder LulzSec auf mehrere Regierungsstellen seinen Ruf ruiniert  haben. Die Hacker hatten die unterschiedlichsten Institutionen unter Beschuss genommen, vom FBI über die US-Marine bis zum Senat.

Paypal wirft Rum-Händler wegen Kuba-Embargo raus

Der Online-Bezahldienst Paypal verlangt offenbar von Online-Shops, kubanische Waren aus dem Sortiment zu nehmen. Andernfalls drohe den Shops die Sperrung, wie golem.de berichtet . Mit der Maßnahme scheint das Paypal-Mutterunternehmen Ebay das US-Handelsembargo gegen kubanische Waren aus dem Jahr 1962 durchsetzen zu wollen.

Der deutsche Online-Händler Rum & Co , der Spirituosen und Zigarren verkauft, sei demnach von PayPal aufgefordert worden, keine kubanischen Waren mehr anzubieten. Ihm wurde von Paypal gesagt, dass er alle kubanischen Zigarren von seiner Website entfernen solle, die gegen die Paypal-Nutzungsbedingungen verstießen, teilte der Shop-Inhaber golem.de mit. Auch andere Händler seien betroffen. Zudem sei sein Online-Shop für Zahlungen über Paypal gesperrt worden. Paypal behält es sich in seinen Geschäftsbedingungen vor, Konten nach eigenem Ermessen zu schließen und Einzahlungsquellen und Zahlungen zu begrenzen. kad

Mit der Ziege in den Apple Store

Wer im Verkaufsgeschäft arbeitet, muss Nerven aus Stahl haben, um auch ausgefallenen Kundenwünschen oder Beschwerden immer mit Höflichkeit und Ruhe zu begegnen. Das gilt besonders für Läden mit starkem Publikumsandrang. Apple Stores zum Beispiel sind fast immer proppevoll, was dem Verkaufspersonal ein besonderes Maß an Ruhe abfordert. Wie geduldig die Verkäufer sind, testet derzeit der Comedian Mark Malkoff in einer "Apple Store Challenge". Dazu erscheint er in New Yorker Apple Stores und garniert seine Besuche stets mit einer Live Performance. So lässt er sich zum Beispiel vom Pizzadienst direkt im Laden bedienen, um die frisch gelieferte Delikatesse direkt vor den Augen eines gleichmütigen Apple-Angestellten zu verspeisen. Die Verkäufer lassen sich genausowenig aus der Ruhe bringen, wenn Malkoff als Darth Vader verkleidet röchelnd im Laden erscheint. Und auch ein Ziege vermag das Personal nicht im Mindesten aus der Ruhe zu bringen. Der Gothamist  hat das Video zur Performance.

Auch das noch:

  • Die "New York Times" rät Microsoft zum Bing-Verkauf. Die Suchmaschine sei mit einen Jahresverlust von zuletzt 2,6 Milliarden Dollar nur noch ein Klotz am Bein .
  • Tasten sind ja so 2008, denken die Entwickler bei Apple und erfinden die tastenlose Tastatur .
  • Microsoft schlägt Computerwärme als Heizung  vor. Wer hat an kalten Wintertagen nicht schon einmal seine klammen Finger am Luftauslass der Computerkühlung gewärmt?
  • Die Kölner FDP verbessert die Bekanntheit der Domstadt und lässt sie auf Google Maps einen Klickschritt nach oben wandern. Gut: Düsseldorf muss weichen. Blöd: Lübeck und Kiel sind immer noch vorher da. 
  • Wer mit dem iPhone schläft: Früher durften Mops und Minka mit ins Bett, doch längst hat ihnen das Apple-Smartphone die Kuscheltier-Rolle  abgenommen.
  • Warum Yogis scheinbar fliegen  können und in Wahrheit am Stock sitzen.