Netzwelt-Ticker Anonymous will weitermachen, wo LulzSec aufhörte

Die Web-Vandalen von LulzSec haben sich verabschiedet, nun heißt die Internet-Guerilla Anonymous alte Mitglieder der Gruppierung willkommen. Außerdem im Überblick: Playstation-Hacker arbeitet bei Facebook, eine Möwe filmt angeblich die Welt mit einem Camcorder am Schnabel.
Anonymous-Sympathisanten (bei einer Demo in Madrid): Kein Ende der Hack-Attacken

Anonymous-Sympathisanten (bei einer Demo in Madrid): Kein Ende der Hack-Attacken

Foto: DOMINIQUE FAGET/ AFP

Die Gruppe LulzSec arbeitete sich 50 Tage an den Computersystemen verschiedener Organisationen und Firmen ab - von Sony über den US-Senat bis zur CIA, schien niemand vor den Tätern sicher, die auch schon einmal zur Hetzjagd auf die Kunden einer Pornoseite aufriefen, deren persönliche Details sie veröffentlichten.

Nun haben die Web-Vandalen von LulzSec sich verabschiedet und eine "gute "Reise" gewünscht. Sofort wurden Zweifel laut, ob die Gruppe wirklich die Finger vom verbotenen Tun lassen könne, ob der Fahndungsdruck der Ermittler zu groß geworden war, was man den Tätern überhaupt glauben könne.

Kaum haben die Täter ihren Abschied inszeniert, schiebt sich wieder die Gruppierung Anonymous ins Rampenlicht. Jemand meldete sich im Namen der Internet-Guerilla am Wochenende über ein Anonymous-Twitterkonto: Als "kleinen Teaser" veröffentlichten Unbekannte Regierungsdokumente zur Bekämpfung von Cyber-Terrorismus .

Die Aktion, die zeitgleich mit dem verkündeten LulzSec-Ende stattfand, bescherte Anonymous beträchtliche Aufmerksamkeit. Innerhalb von nur 24 Stunden soll der Twitter-Account der Internet-Guerilla 60.000 neue Follower gewonnen haben, berichtet ABC Australia  .

Und so wie es scheint werden die LulzSec-Mitglieder sich nicht langweilen, sind inzwischen unter das Anonymous-Dach geschlüpft. Das Kollektiv ließ ausrichten, "alle LulzSec-Mitglieder haben sich an Bord gemeldet" . Womit die vor einer Woche von beiden Gruppierungen verabredete "Operation Anti-Security" bruchlos weitergehen dürfte.

PS3-Hacker Geohot arbeitet für Facebook

Unter seinem Hacker-Namen Geohot errang er Berühmtheit, als er erfolgreich die Sperren in Apples iPhone und Sonys Playstation 3 überwand. Letztere Aktion hatte George Hotz, so der Klarname des Hackers, zwischenzeitlich in juristische Scharmützel mit Sony verwickelt. Doch die sind beigelegt. Unterdessen scheint er einer durchaus bürgerlichen Existenz als Angestellter von Facebook nachzugehen. Schon seit Mai arbeite er beim Social Network, berichtet das Blog Techunwrapped . Hotz fühle sich im Unternehmen offensichtlich wohl, es sei, so seine Aussage, ein "fantastischer Arbeitsplatz".

Woran der 21 Jahre alte Hotz genau arbeitet, ist unklar, aber manche Blogger vermuten, er sei an der Entwicklung einer iPad-App für Facebook beteiligt. Ein Verdacht, der einiges für sich hat. Schließlich ist die iPad-Applikation ein Projekt, das von Facebook über längere Zeit abgestritten worden war, nur um in der letzten Woche bestätigt zu werden .

Google beerdigt Health und Power Meter

Nicht alle Hoffnungen erfüllen sich. Selbst dann nicht, wenn sie vielversprechend waren und vom Innovationsmeister Google kamen. So wurde jetzt das offizielle Ende von Google Health verkündet. Mit dem Dienst konnten Anwender ihre Gesundheitsdaten in der Datenwolke speichern und verwalten. Jedoch war er nur für User in den USA verfügbar und auch dort konnte er sich nicht durchsetzen. Bis zum 1. Januar 2013 können die Daten von ihren Besitzern noch abgerufen und wieder auf dem heimischen Rechner gesichert werden.

Noch schneller kommt das Aus für das Stromsparprojekt Power Meter, bei dem am 16. September Schluss ist. Mit diesem Google-Service kann der Stromverbrauch veranschaulicht und es können Möglichkeiten für Einsparungen aufgezeigt werden. Doch mittlerweile gibt es eine ganze Reihe intelligenter Stromzähler auf dem Markt. Womit auch für dieses Google-Feature, das in Deutschland überdies nie über eine Pilotphase hinausgekommen war, schlicht keine Notwendigkeit mehr besteht .

Aus für "c't magazin" im TV

Auch hierzulande geht eine einst hoffnungsvolle Netzgeschichte zu Ende. Nach beinahe acht Jahren wurde am Sonntag das "c't magazin" zum letzten Mal im Fernsehen ausgestrahlt. Die halbstündige Sendung war eine Zusammenarbeit vom Hessischen Rundfunk und dem Heise-Verlag. Das Ende kam Knall auf Fall. Zuletzt hatte das Geld nicht gereicht. "Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen", so die Erklärung, die etwas versteckt auf der Web-Seite der Sendung zu finden ist.  Man bedaure die Einstellung des "erfolgreichen Formats".

Der Mediendienst Dwdl.de berichtet, das Magazin sei im hr-Sendegebiet zuletzt nur auf einen Marktanteil von 1,7 Prozent gekommen. 

YouTube-Hit oder nur Marketing-Gag: Möwe klaut Camcorder

Und wieder ein schräges Video, das via YouTube die Runde macht. Schon über 300.000 Besucher haben sich auf der Videoplattform ein Filmchen angesehen, das eine Möwe beim Kameraklau zeigt. Während der Camcorder läuft, packt sich der Vogel das Gerät und fliegt davon. Das Ergebnis ist eine leicht verwackelte Aufnahme eines Fluges über das nächtliche Cannes.

Der Besitzer des Geräts erklärt dazu, er habe klettern müssen, um sich den Camcorder von der Ablagestelle, einer Burgmauer, wieder zurückzuholen .

Nette Geschichte, aber ist sie auch wahr? Eher nicht, vermutet der Hightech-Nachrichtendienst Mashable. Wahrscheinlicher sei ein neuer Marketing-Gag von Digitalkamera-Hersteller GoPro. Das Unternehmen habe schon in der Vergangenheit immer wieder virale Videos unters Volk gebracht . Nicht zuletzt der Titel des YouTube-Clips "Möwe stahl GoPro" lässt an Eindeutigkeit keine Fragen offen.

Auch das noch:

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