Netzwelt-Ticker Apple-Fans bangen um den Günstig-Mac

Dem Mac mini droht das Ende, fürchten Apple-Blogs und spekulieren über mögliche Nachfolger im Günstigsegment. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Der oberste britische Strafverfolger beklagt die Paranoia des Überwachungsstaates und Ebay verbietet Elfenbein.


Die neuen Macbooks von Apple sind groß und vergleichsweise teuer - da kommt die Frage auf, wann sich der Unterhaltungselektroniker aus Cupertino dem lukrativen Markt der Kleinstcomputer zuwendet.

Die Konkurrenz von Asus & Co. verdient sich an den beliebten Netbooks derzeit eine goldene Nase. Trotzdem wird es noch ein Weilchen dauern, bis sich Apple mit diesem Marktsegment ernsthaft beschäftigt, das ja schließlich erst "im Wachstum" begriffen sei, so Apple-Boss Jobs.

Günstig-Mac: Der Mac mini ist der derzeit billigste Apple-Rechner

Günstig-Mac: Der Mac mini ist der derzeit billigste Apple-Rechner

Überhaupt würden sich die Kleinklapprechner ja gar nicht so gut verkaufen, eine interessante Feststellung angesichts der so ganz anders lautenden Absatzzahlen, die Netbook-Hersteller vermelden.

Dazu passt auch das Gerücht, dass der Mac mini wohl seinem Ende entgegengeht - der Günstig-Mac, der schon seit einer Ewigkeit nicht mehr aufgefrischt wurde. CrunchGear behauptet, dass ab sofort keine minis mehr an Händler ausgeliefert werden. Ein Hinweis auf das anstehende Ende der Mini-Macs? Oder auf Nachfolger? Crunchgear-Blogger John Biggs bangt: "Der mini war mein erster Mac, 2005 gekauft. Nun benutzt mein Vater ihn und hat ihn noch nicht zerstört."

Britischer Generalstaatsanwalt beklagt Überwachung

Erstaunliche Töne vom obersten Strafverfolger Großbritanniens: Die kann sich Sir Ken MacDonald aber wohl nur deshalb leisten, weil er sowieso bald in den Ruhestand geht. Nun zog der Generalstaatsanwalt ordentlich gegen die inzwischen umfangreichen staatlichen Überwachungsmaßnahmen vom Leder. Dem Sicherheitswahn fielen jahrhundertealte Freiheitsrechte zum Opfer, dabei seien diese Rechte unschätzbar wertvoll, so Sir Ken.

Die Bedrohung durch den Internationalen Terrorismus will MacDonald nicht als Begründung gelten lassen. "Am besten werden diese Bedrohungen durch die Stärkung unserer Institutionen abgewehrt, nicht durch deren Abschaffung." Im Visier hat der Jurist verschiedene Projekte, von der geplanten Einführung von Personalausweisen über ein zentrales Datenregister und die Möglichkeit, Terrorverdächtige bis zu 42 Tage ihn Haft zu schicken, ohne dass Klage gegen sie erhoben werden müsste.

Die technischen Möglichkeiten, angefangen bei den jetzt über vier Millionen britischen Überwachungskameras, gäben dem Staat heute fast grenzenlosen Zugang zu Informationen über jeden einzelnen Bürger. Für MacDonald "ein Arsenal der Paranoia".

Afghanistan: Taliban ordnen Mobilfunkabschaltung an

Die Taliban mögen keine moderne Technik, jedenfalls nicht, wenn sie für ihre Kämpfer zur Gefahr werden kann. Also befahlen sie, in der südöstlich von der Hauptstadt Kabul gelegenen Ghazni-Provinz mögen die Mobilfunker ihre Handy-Netzwerke ausschalten. Während der nächsten zehn Tage solle tagsüber Funkstille herrschen. Schon zuvor hatten Gruppierungen der Taliban in anderen Provinzen Afghanistans die Deaktivierung der örtlichen Handy-Netze während der Nacht angeordnet. Allerdings wurde diesem Schweigegebot hauptsächlich in den südlichen, von den Taliban kontrollierten Gebieten Folge geleistet. Im eher friedlichen Norden arbeiteten die Betreiber zumeist ungestört weiter.

Ab 2009 kein Elfenbein bei Ebay

Ebay tut was für den Tierschutz - und natürlich auch fürs eigene Image. Das Unternehmen verbietet den Verkauf von Elfenbeinprodukten über die hauseigene Auktionsplattform. Man wolle "Käufer und Verkäufer sowie vom Aussterben bedrohte Tiere ... schützen", so die herzerwärmende Begründung.

So ganz freiwillig scheint dieser Schritt jedoch nicht gewesen zu sein. Ebay verkündete sein Verbot nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung eines kritischen Berichts, in dem Tierschützer dem Unternehmen den Handel mit Produkten von gefährdeten Tieren vorwerfen. Außerdem lassen sich die Online-Auktionatoren noch etwas Zeit, die Regelverschärfung soll erst mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten.

Gefahr von Cyber-Attacken nimmt zu

Die Stürme, die derzeit das weltweite Finanzwesen kräftig durchpusten, verdecken eine andere Gefahr, die im Wirtschaftsleben ebenfalls große Schäden anrichtet: Cyber-Angriffe. Wie eine Studie des in der Technologieforschung aktiven Unternehmens Intelomics feststellt, sind die Techniken der Angreifer mittlerweile sehr ausgetüftelt und differenziert. Je nachdem, ob die Infrastruktur, Personal oder versteckte Daten das Ziel sind, werden sie entsprechend angepasst.

Mittlerweile verursachen die so verfeinerten Instrumente einen jährlichen Schaden von über 220 Milliarden Dollar, so der Bericht des US-Kongresses. Erstaunlicherweise gibt es trotz dieser erschreckenden Zahl für Verantwortliche aus Unternehmen und Behörden bislang kein Netzwerk zur Risikoabschätzung. Dabei steigt die Zahl der Attacken weiter an, während die meisten von ihnen unerkannt bleiben, so die betrübliche Diagnose von Intelomics. Zur Abhilfe schlägt das Fachmagazin "Defensetech.org" die umgehende Koordination von Informationsringen zwischen den USA, der EU und der Nato vor.

Unter dem Dach der Vereinten Nationen könne die Möglichkeit zur schnellen Gefahrenabwehr geschaffen werden. Genauso sollen hier wirtschaftliche und militärische Vergeltungsaktionen geplant werden. Klingt alles ziemlich martialisch. Dabei könnten bereits kleine Veränderungen helfen. Es würde vielleicht schon helfen, wenn Büroangestellte ihre Passworte nicht mehr per Klebezettel am Bildschirm befestigen würden.

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