Netzwelt-Ticker Beyonce stolpert, YouTube buckelt

Bei einem Livekonzert purzelte Sängerin Beyonce Knowles die Showtreppe hinab, Videos des Sturzes kursieren im Netz. Plattenfirma Sony BMG bemüht sich um Schadensbegrenzung - bislang ohne Erfolg. Derweil landen die ersten Spiele auf Apples iPhone.

Da stolpert Pop-Sängerin Beyonce Knowles bei einer Vorführung in Florida powärts die Showtreppe herunter, so dass es schon beim Hinsehen weh tut, rafft sich wieder auf, tanzt weiter und bittet die Zuschauer, den kleinen Lapsus doch bitte nicht bei YouTube zu veröffentlichen.

Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf und die ganze Welt schaut auf YouTube und Frau Knowles beim Fallen zu , sieht den Original-Mitschnitt des Treppensturzes auf der Konzert-Streaming-Plattform Live-Video.com, liest darüber im Blog Mashable, das von sich selbst behauptet, mit einer halben Million RSS-Abonnenten der Welt größte Blog zu sein.

Kurz: Die Bitte der Beyonce wurde nicht erhört. Die ganze Welt sah zu und fragte sich, wie Frau Knowles eigentlich während des Falls so sauber weitersingen konnte. Beyonces Plattenfirma gefiel das alles gar nicht. Kurz darauf war bei YouTube anstelle des Treppenfalls nur noch die Meldung zu lesen: "Wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht".

Welche Nutzungsbedingungen, fragt sich MTV  - und gibt gleich die Antwort: Urheberrechtsverletzung, natürlich. Unter dem umstrittenen amerikanischen Digital Millennium Copyright Act muss ein Urheber nur eine Nachricht an YouTube schicken, damit die Videoplattform beanstandetes Material löscht. Ob das der Fall war, konnte MTV nicht mit Sicherheit bestätigen; sowohl bei YouTube als auch bei der Beyonce-Mutterfirma SonyBMG schwieg man sich zur Anfrage aus.

Weniger schweigsam sind Blogger und Videofans. Lautstark verspottet man YouTube, vor SonyBMG gekuscht zu haben. Sie sind sich ganz sicher, dass dieses Video nicht das Urheberrecht verletze, sondern ein klarer Fall von Fair Use sei - und dass es sich um erlaubten Vervielfältigens  von geschütztem Material zugunsten der Bildung oder Dokumentation handele.

Ergebnis der hitzigen Debatte: Das Video verbreitet sich nun umso stärker, wird auf anderen Videoplattformen ausgesät, bis kein Löschantrag mehr fruchten kann.

Soon ein neuer Zune?

"Noch dieses Jahr und auf jeden Fall vor dem Weihnachtsgeschäft" kommt laut Pressemitteilung der Nachfolger zum eher wenig erfolgreichen Microsoft-Audioplayer und iPod-Konkurrenten Zune in die Läden. Technische Details sind bis dato nur wenige bekannt. Microsoft hat bislang nur bestätigt, dass ein Zune-Nachfolger in Planung ist, der einen Flash-Speicher statt einer Festplatte verwendet und dass man an Modellen mit mehr als 30 Gigabyte Speicherplatz arbeite.

Die Zune-Fanseite Zunescene.com  will nebst den Projektnamen der neuen Player - Draco (Flash-Speicher, 4/8 GB) und Scorpio (Festplatte, 80 GB) - noch weitere Microsoft-Interna erfahren haben: So soll die Produktion von Scorpio wegen Fertigungsschwierigkeiten beim Festplattenanschluss in Verzug geraten sein, Microsoft plane indes, aus Piraterie Profit zu schlagen .

Spielen mit dem iPhone?

Über Zune kann Apple bislang an sich nur lachen. Einer Millionen Mal verkauften Microsoft-Playern stehen im selben Verkaufszeitraum angeblich 20 Millionen iPods entgegen. Die euphorischen Gerüchte über zukünftige Apple-Produkte lesen sich, im Gegensatz zu den oft so trockenen wie steifen Meldungen über Microsoft-Neuerungen, meist wie eine Kreuzung aus dem "Wachturm" und einem Science-Fiction-Roman. Der neuste iPhone-Clue kommt hingegen eher auf Samtpfoten daher: PopCap-Games, ein Anbieter von Zwischendurch-Spielen, bietet iPhone-Nutzern eine kostenlose Version des sehr erfolgreichen Puzzlespiels "Bejeweled"  an.

Das ist nicht sonderlich spektakulär, weil das Spiel auch für alle anderen Online-Spieler kostenlos und im Grunde nur ein Browserspiel ist, das für den Safari-Browser des iPhones und dessen Eingabemöglichkeiten angepasst wurde.

Interessanter sind da die Spiele, die von Amateur-Programmierern für das Apple-Smartphone entwickelt wurden, zeigen sie doch, dass das iPhone als Spieleplattform durchaus Potential hat. Michael Gartenberg vom Marktforschungsinstitut Jupiter Research sieht die "Bejeweled"-Veröffentlichung daher als "Meilenstein" und fragt sich bei Newsfactor Network , wann Apple wohl anfängt, über iTunes Spiele zu verkaufen - wie das schon Ende Juni mit Spielkonsolen-Hersteller Nintendo ausgemachte Super iMario.

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