Netzwelt-Ticker Billige Lesegeräte schlagen teure Tablets

Kindle, Nook und Co. liegen laut einer Pew-Umfrage in der Käufergunst vor Tablets - der günstige Preis macht's, erklären die US-Marktforscher. Außerdem im Überblick: Wikipedia experimentiert mit Liebesbeweisen für Autoren, und ein mutmaßlicher Hacker aus dem LulzSec-Umfeld kommt auf Kaution frei.
Lesegeräte: eReader Touch, Kindle, Libre Air und Nook

Lesegeräte: eReader Touch, Kindle, Libre Air und Nook

Foto: Richard Drew/ AP

Braucht es noch Hinweise, dass der E-Buch-Markt so langsam in die Gänge kommt? In den Vereinigten Staaten verdoppelte sich der Anteil der Erwachsenen , die ein E-Buch-Lesegerät (Kindle, Nook, ...) besitzen. Und zwar von sechs Prozent im November 2010 auf zwölf Prozent im Mai 2011. Das ergab eine Studie der Marktforscher von Pew Internet, für die über 2000 US-Amerikaner telefonisch befragt wurden. Zeitgleich wuchs der Anteil der Erwachsenen, die einen Tablet-Computer (iPad, Samsung Galaxy, Motorola Xoom) besitzen, nur von fünf auf acht Prozent.

Als Grund nennt Pew Internet den sinkenden Preis und die damit steigende Attraktivität in der großen Käufergruppe der - mit 30.000 bis 49.999 Dollar jährlich - Nicht-so-gut-Verdienenden.

Gigaom zieht aus der Pew-Studie einen einfachen Schluss: Bevor Tablets den Massenmarkt erobern können, müssen sie noch erheblich billiger werden. Wie das geht, zeigen die E-Buch-Lesegeräte, die längst so günstig sind, dass man sie eben mal im Supermarkt mitnehmen oder einem Freund oder Verwandten zum Geburtstag schenken kann .

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E-Books: Neue Lesegeräte von Amazon, Libri und Weltbild

Foto: SPIEGEL ONLINE

Make Love not Edit-War

Die Wikipedia versucht dem Autorenschwund mit einem Love-Button entgegenzutreten: Interne Untersuchungen hätten gezeigt, heißt es im Wikimedia-Blog , dass die Arroganz anderer Wikipedia-Autoren einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass viele Neuautoren das Handtuch werfen oder seltener aktiv werden. Statt ständiger Erniedrigungen - Löschantrag hier, vermeintliche Rufmordkampagne dort - soll die Wikilove-Funktion ein gelegentliches Schulterklopfen liefern und den frustrierten Autoren versichern: Halte durch, irgendwo hat jemand eine Kerze angezündet, nur für dich. Nein, keine Kerze, sondern einen "The Random Acts of Kindness Barnstar" (etwa: Herzmedaille für gelegentliche Nettigkeiten).

In der englischen Wikipedia wird diese Funktion morgen für Mitglieder freigeschaltet (man muss eingeloggt sein, um loben zu dürfen). Für andere Länder sollen neue Formen der Danksagung entwickelt werden. Statt texanischem Barnstar vielleicht ein Sauerkrauttopf der Zuneigung oder einen Haggis des Mitgefühls?

Zehn Banken, eine Milliarden Spam-Mails

Die Sache mit dem Spam könnte so einfach sein: Wenn nur eine kleine Handvoll Banken einer kleinen Handvoll Spammern die Gelddienste verweigern würde, wäre erstmal Schluss mit gefälschten Edel-Uhren und Penislängen. Das zumindest behauptete im Juni ein Forscherteam kalifornischer und ungarischer Universitäten nach der Analyse von 76 Spam-Bestellungen im Auftrag der Wissenschaft. Wer die Untersuchung wegen ihrer zu kleinen Maße kritisierte, sollte sich von Sicherheitsexperte Brian Krebs eines Besseren belehren lassen: Èr analysierte Daten des berüchtigten russischen Affiliates-Programms Glavmed , die ihm letzten Sommer zugespielt wurden und Verkäufe im Wert von 70 Millionen Dollar (49 Mio Euro) im Zeitraum 2006 bis 2010 widerspiegeln. Krebs zufolge wickelten zwei Banken rund 30 Prozent des Geldverkehrs via Kreditkarte  ab, weitere 25 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen auf nur sechs weitere Banken.

Hacker auf Kaution frei

Ryan C., angeblich ein Hacker aus dem LulzSec-Umfeld, sicher aber ein Teenager aus Essex, ist auf Kaution frei . Bis zur Verhandlung muss C. eine nächtliche Ausgangssperre einhalten, einen Peilsender tragen und darf nicht im Internet surfen. C. soll am Asperger Syndrom leiden, einer psychischen Störung am milderen Ende des Autismusspektrums. Sein Anwalt teilte mit, dass die bedingte Freiheit C. helfen solle, "die professionelle Hilfe zu bekommen, die er auch braucht." Ob der Anwalt damit seine Dienste oder die eines Therapeuten meint, lässt er offen: "Seine offensichtliche Intelligenz muss nun in einen lohnenderes Unterfangen kanalisiert werden."

Dem 19-jährigen C. wird vorgeworfen, zusammen mit anderen Hackern und mit Hilfe eines Botnets Überlastungsangriffe auf die britische Strafverfolgungsbehörde Serious Organised Crime Agency (Soca) und die International Federation of the Phonographic Industry (Ifpi) unternommen zu haben. Gerüchte, wonach C. Teil der aufgelösten Hacker-Gruppe LulzSec war, haben sich nicht bestätigt. C. ist wegen Verbrechen angeklagt, zu denen sich LulzSec nie bekannt hatte. In einem Statement erklärten die Hacker, C. habe lediglich den Chat-Server der Gruppe betrieben - als einen von mehreren Servern vieler Chattergruppen.

Federleicht und App-gewaltig

Der neue Opera-Browser  ist da. Version 11.50 ist eine hervorragende Alternative zu den Browser-Schwergewichten Internet Explorer, Firefox und Chrome. Mit ihr erproben die Entwickler die neue "federleichte" Featherweight-UI - mit weniger Buttons und Gedöns und mehr Platz zum Surfen -, die neue Browser-Startseite "Speed-Dial", die nun auch kleine Anwendungen, so genannte Web-Apps, einbetten kann und zahlreiche kleine Funktionen wie die Passwort-Synchronisation über die Opera-Cloud. Opera 11.50 ist schneller, sicherer und stabiler als die Vorgänger und sollte Vielsurfern einmal eine Probe-Installation  wert sein.

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