Netzwelt-Ticker Chrome macht Zicken

Immer mehr Chrome-Nutzer berichten von Problemen bei der Web-Suche. Außerdem im Überblick: Neue "Freiheitserklärung des Internets" enttäuscht, und QR-Codes erobern jetzt auch Friedhöfe.

Logo des Browsers Google Chrome: Nutzer melden Probleme mit der Omnibox
DPA

Logo des Browsers Google Chrome: Nutzer melden Probleme mit der Omnibox


Chrome-Nutzer aus aller Welt melden Probleme bei der Web-Suche über die sogenannte Omnibox, das kombinierte URL- und Suchfeld am oberen Rand des Google-Browsers. Statt zur Google-Ergebnisseite führt eine Suchanfrage die verzweifelten Nutzer auf die leere Seite blank.html. Google hat gegenüber The Next Web ein Problem im Chrome-Browser eingeräumt - Details zur Fehlerquelle aber teilte das Unternehmen nicht mit.

Derweil werden in Foren verschiedene Übergangslösungen diskutiert: Den Surf-Verlauf löschen, eine neue Standard-Suchmaschine anlegen, die Instant-Suche deaktivieren. Man könnte aber auch einfach stillhalten. Google wird wahrscheinlich schon sehr bald ein Chrome-Update freigeben, das den Fehler beheben sollte. Solange die Omnibox nicht funktioniert, kann man ja noch immer direkt Google.com oder Bing.com aufrufen - oder gleich zu einer datenschonenderen Suchalternative wie DuckDuckGo wechseln. Oder die hervorragende, nutzerfreundliche Browser-Kommandozeile Searchilo ausprobieren.

EFF, ACLU, DigiGes unterzeichnen Internet-Freiheitserklärung

Es ist mal wieder Zeit für eine moderne Freiheitserklärung, haben sich ein paar Professoren, Aktivisten und ein Dutzend Datenschutz-, Bürgerrechts- und Informationsfreiheits-Organisationen gedacht und die Declaration of Internet Freedom veröffentlicht. "Wir stehen für ein freies und offenes Internet", heißt es in dem Fünf-Punkte-Credo für eine freie Entwicklung des Netzes - einer Aufzählung voller Gemeinplätze und naiver Technik-Liberalität: "Befördert universellen Zugang zu schnellen und erschwinglichen Netzwerken", heißt es da. Oder: "Schützt die Privatsphäre und dass jeder selbst bestimmen kann, wie Daten und Geräte benutzt werden können." Aber auch: "Schützt die Freiheit, ohne Genehmigung innovativ sein und Neues erschaffen zu können. Blockiert neuartige Technologien nicht und bestraft Innovatoren nicht für die Taten ihrer Nutzer." Neu ist keine dieser Ideen, und sie sind so allgemein formuliert, dass sich kaum konkrete Forderungen daraus ableiten lassen - dafür aber einige Widersprüche.

Da hilft auch nicht die Erklärung auf der Pressekonferenz, dass "die Prinzipien absichtlich so hoch wie möglich aufgehängt" seien, um nicht etwa "spezifische Richtlinien vorzuschlagen", sondern um "eine rote Linie zu ziehen, wie die Lage eigentlich sein sollte."

So etwas kommt dabei heraus, wenn Unternehmer- und Kundeninteressen zusammengeworfen, wenn die Gegensätzlichkeiten von Datenschutz und Datennutzen als Synergie verkannt und wenn zwar Globalität und Vernetzung gefordert werden, aber in Wirklichkeit doch nur regional gedacht wird.

Ganz ehrlich: Die Zeit der Internet- und Cyberspace-Manifeste liegt schon zwei Jahrzehnte zurück - wer inspiriert werden will, sollte dort nachlesen; wer aktiviert werden will, sollte Mitglied in einem der vielen Bürgerrechtsvereine werden.

QR-Code auf dem Grabstein

Der "Atlantic" feiert die Idee eines Grabstein-Händlers aus Seattle, "endlich" 2D-Barcodes auf einen Grabstein aufkleben zu können. Für 75 Dollar sollen die Familien Verstorbener beim Steinmetz sowohl eine Gedenk-Website als auch einen entsprechenden Aufkleber mit der codierten URL zur Kondolenz-Site ordern können. Neu ist die Idee nicht - in Japan gibt es QR-Grabsteine schon seit Jahren.

Die Idee könnte theoretisch auch in Deutschland funktionieren, glaubt Carsten Pohle vom Verband Deutscher Bestattungsunternehmen. Im Einzelfall hängt das jedoch immer von der Zustimmung der jeweiligen Friedhofsverwaltung ab. "Ob der Code in 15 Jahren jedoch noch zur gewünschten Website oder lediglich zu einem 404-Fehler ('Seite nicht gefunden') führt, bleibt angesichts der dynamischen Entwicklung im Internet abzuwarten".

Nachtrag: Am Dienstagnachmittag meldete sich bei uns ein deutscher Steinmetz, der bereits Grabsteine mit QR-Codes anbietet - Andreas Rosenkranz aus Köln.

Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
larsrockt 03.07.2012
1. Blizzard-Linux Falschmeldung
UPDATE - Blizzard has responded with the following: Playing the game on Linux, although not officially supported, will not get you banned – cheating will.
chrimirk 03.07.2012
2. Umsteigen auf Firefox.
Zitat von sysopDPAImmer mehr Chrome-Nutzer berichten von Problemen bei der Websuche. Außerdem im Überblick: Neue "Freiheitserklärung des Internets" enttäuscht, und QR-Codes erobern jetzt auch Friedhöfe. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,842287,00.html
Wo ist das Problem?
d-c-r 04.07.2012
3. Umsteigen auf IE9.
... gerade letztes Wochenende habe ich den Chrome nach einjähriger Testphase von meinem Privatrechner eliminiert.
forenuser 04.07.2012
4.
Zitat von chrimirkWo ist das Problem?
Firefox ist schlecht? Traege und riesig. Nee danke. Allerdings funktioniert meim Chrome, auf dem Handy und dem PC.
Pat-Riot 04.07.2012
5. Bescheidene Anfänge
Zitat von sysopDPAImmer mehr Chrome-Nutzer berichten von Problemen bei der Websuche. Außerdem im Überblick: Neue "Freiheitserklärung des Internets" enttäuscht, und QR-Codes erobern jetzt auch Friedhöfe. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,842287,00.html
Wir könnten mit dem Offenlegen ja mal bei den kleinen Fehlern anfangen und uns dann langsam nach oben arbeiten: "in dem" in dem obigen Zitat ist falsch. Es heißt "indem".
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