Netzwelt-Ticker Computer-Tastatur für 1200 Dollar

Ein tolles Leuchtkeyboard ist nicht nur schön sondern auch teuer, Frankreich sagt ade zu Microsoft, Apple patcht massenweise Löcher, US-Soldaten schikanieren irakische Kinder - und stellen Videos davon ins Netz. Das und mehr im Überblick.


Keyboard-Träume ade

Optimus-Tatstatur; Stolzer Preis fürs Leuchtkeyboard

Optimus-Tatstatur; Stolzer Preis fürs Leuchtkeyboard

Begrabt Eure Keyboard-Träume, heißt es bei Engadget.com. Das mit reichlich Vorschusslorbeeren überhäufte, für Form und Funktionalität in den Himmel gelobte Optimus-103-Keyboard mit den programmierbaren OLED-Tasten, wird einfach viel zu teuer. Zum Start nächstes Jahr soll es laut Hersteller Art Lebedev 1200 Dollar kosten. Bis September soll der Preis unter eintausend Dollar fallen. Wenn der Preis weiterhin so fällt, lästert Engadget.com, wird das Keyboard genau zu dem Zeitpunkt erschwinglich, zu dem Gedankensteuerung die Eingabemethode der Wahl wird.

Frankreich sagt "Au revoir, Microsoft"

Das französische Parlament verabschiedet sich von Microsoft und wird ab nächstem Juni Desktop-Rechner und Servers unter Linux betreiben. Den Microsoft Internet Explorer wird Mozillas Firefox ablösen, Microsoft Office die Open-Source-Alternative OpenOffice.org. Mit diesem Zug soll weniger Politik gegen die Dominanz von Microsoft, als viel mehr weniger Kosten im laufenden Betrieb gemacht werden. Der Umstieg koste zwar Geld, auf lange Sicht rechne sich aber der aufwändige Schritt. Ob das so sicher ist, sei allerdings noch eher theoretisch, so Newsfactor.com. Für Microsoft sei dieser Schritt wohl zu verkraften, auch wenn man in Redmond wohl stark in Richtung Open-Source schielt, wie kürzlich erst der Deal zwischen Microsoft und dem SuSE-Linux-Vertreiber Novell zeigte.

Apple patcht 31 Bugs

Am Dienstag hat Apple das Betriebssystem Mac OSX um ganze 31 Sicherheitslücken bereinigt – viele davon wurden laut Techweb.com im Rahmen einer Bug-Veröffentlichungskampagne aufgedeckt. Das nun siebte Sicherheitsupdate kümmert sich um Fehler im eigenen Betriebssystem als auch in Produkten von Drittanbietern. Zwei Drittel der ehemaligen Lücken könnten dabei zur Ausführung von beliebigem Code ausgenutzt werden.

Weitere Fehler, auf die Apple vom "Month of Kernel Bugs"-Projekt hingewiesen wurde, sind noch allerdings noch nicht behoben. "Month of Kernel Bugs" hat sich zum Ziel gesetzt, im November 2006 täglich einen Bug eines Betriebssystems zu veröffentlichen.

Musik ohne Draht setzt sich durch

Der Umgang mit neuen Vertriebswegen von Musik – allen voran das drahtlose Herunterladen von Songs zum Beispiel auf ein Handy – scheint immer selbstverständlicher zu werden. Eine Studie von Ipsos Insight, die am Mittwoch vorgestellt wurde, zeigt, dass zumindest in den USA immer mehr Musik-Konsumenten mit "mobiler" Musik und Videos experimentieren, obgleich die dahinterstehenden Dienste immernoch in den Kinderschuhen stecken. Vier Prozent aller amerikanischen Handybesitzer haben im Monat vor der Umfrage mindestens ein komplettes Musikstück auf ihr Mobiltelefon geladen. Teenager führen die Statistik an. 11 Prozent aller Teenager und 8 Prozent aller 18– bis 24-Jährigen nutzen so einen Dienst bereits. Das sei "ermutigend", da junge Leute traditionell in Sachen digitaler Musikkonsum von kostenpflichtigen Angeboten zurückschrecken. Für jene, so Techweb, sei der drahtlose Musikkauf eine Alternative zum vielbejammerten drahtigen Musikklau.

Irakische Kinder: Netzvideos haben Konsequenzen

Das amerikanische Verteidigungsministerium untersucht laut CNET News zwei Videos, die US-Soldaten ins Internet gestellt haben. Dort sieht man, wie die Soldaten einmal Kinder mit einer Flasche Wasser hinter einem immer schneller werdenden Militärfahrzeug locken und über die Kinder höhnen: "Du willst Wasser? Dann hör nicht auf zu rennen!" Das andere Video zeigt, wie sich ein Soldat scherzhaft darüber beschwert, dass man gegen Steine werfende Kinder keine tödliche Gewalt einsetzen dürfe.

Nun sorgt ein weiteres Video für Aufregung, indem man angeblich britische Soldaten sieht, wie sie ein größere Gruppe junger Steinewerfer von einer Stellung fortjagt. Einige der Iraker werden augenscheinlich gefangen und von mehreren Soldaten brutal geprügelt und getreten.

Bot greift Bildungsserver an

Ausgerechnet auf Server von Bildungsanstalten scheint es eine neue Version eines bösartigen Bots abgesehen zu haben, der Fehler in Symantecs Antivirussoftware und Löcher in Windows ausnutzt. Das Programm Spybot.ACYR (oder Sdbot.worm!811a7027 im McAfee-Jargon) greife vor allem .edu-Domains an. CNET News beschreibt den Angriff als "bisher milde verlaufen." Der Spybot versucht über ein seit sechs Monate gestopftes Sicherheitsloch in Symantecs Client Security und Symantec AntiVirus in ein System vorzudringen. Wer seinen Virenscanner damals updatete, sei heute sicher vor der neuen Gefahr.

Linux 2.6.19 ist da

In einer Mail an die Linux Kernel Mailinglist hat Linus Torvalds die neue Linux-Version 2.6.19 verkündet. Das Update bringe einen Haufen kleinerer Bugfixes mit sich – wer nach der Installation des angeblich "perfekten Kernels" Probleme habe, zum Beispiel, weil sich Linux am eigenen Dackel vergreife, solle davon doch bitte Bilder an Linus und die Mailingliste schicken.

Windows Genuine Advantage für Doofe?

Microsoft rechtfertig sich nach dem Auto-Update auf eine neue Version des Anti-Piraterieprogramms Windows Genuine Advantage, dass der automatische Download nur eine "kleine Last" für die Kunden darstelle, so Techweb. Die neue WGA-Version bringt als einzige Neuerung, dass Usern, denen durch die Software eine "unechte" Windowsversion angekreidet wird, genauere Anleitung bekommen, wie dem beizukommen ist. Kritiker meinen, damit spare Microsoft am teuren Support, weil die Hotlines von genervten Usern überrannt würden.

Egal, was Sache ist, Ars Technica stellt sich die Frage: Warum sollte jemand freiwillig ein Programm updaten, das ihm höchstens im Weg steht – und auch in älteren Versionen ein problemloses Update von Microsoft-Produkten gestattet?

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