Netzwelt-Ticker Ebay forciert in den USA die Zahlung per PayPal

Das Online-Auktionshaus Ebay streicht Zahlungsmethoden, dient seinen Kunden stattdessen den hauseigenen Bezahldienst Paypal an. Apple ist nicht immer nett, will davon aber nichts in der Zeitung lesen. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.


Amerikanische Ebay-Kunden sollen ab Oktober ihre Bezahlungen am liebsten über den hauseigenen Bezahldienst PayPal abwickeln. Schecks und Überweisungen werden nicht mehr akzeptiert. Erlaubt bleibt neben Paypal die Zahlung per Kreditkarte und über das elektronische Propay-Verfahren. Ebay begründet den Schritt damit, dass Schecks und Überweisungen zu Sicherheitsproblemen und Betrugsfällen geführt hätten, die elektronischen Verfahren seien sicherer.

Ebay-Becher: Die Online-Verkaufsseite gönnt sich einen guten Schluck aus der Gebührenpulle - US-Kunden müssen bald Extragebühren zahlen
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Ebay-Becher: Die Online-Verkaufsseite gönnt sich einen guten Schluck aus der Gebührenpulle - US-Kunden müssen bald Extragebühren zahlen

Das Verbot von anderen Bezahldiensten wie Google Checkout oder Amazons Checkout wird damit begründet, es handele sich dabei um Produkte von Wettbewerbern, die man auf der eigenen Plattform nicht zulassen wolle.

Anm. Red.: In einer ersten Version dieser Meldung hieß es, Ebay USA verbiete alle Zahlverfahren außer Paypal. Das ist nicht korrekt. SPIEGEL ONLINE hat die entsprechenden Passagen geändert und bittet den Fehler zu entschuldigen.

China will Quellcodes aller Import-Digitalgeräte

Nachdem die Olympischen Spiele in Peking vorbei sind, schaut die Welt nicht mehr so genau hin, was im Reich der Mitte passiert. Dafür aber die chinesischen Regierungsverantwortlichen, zum Beispiel bei Importwaren. Die amtlichen Kontrollfreaks verlangen ab Mai für jedes eingeführte Gerät wie Computerserver, Digitalkopierer oder Smart-Card-Systeme die Offenlegung des enthaltenen Quellcodes.

Offizielle Begründung: Die chinesische Regierung sei auf die Sicherheit ihrer Untertanen bedacht, weil sie "den jeweiligen Quellcode nur dazu benötigt, um mögliche Viren daran zu hindern, Sicherheitslücken in Programmen auszunutzen und um Hacker draußen zu halten".

USA: Internet-Trolle im Staatsdienst

Amerika lässt im Kampf gegen Schurkenstaaten (fast) kein Mittel aus, wenn es nur den kleinsten Erfolg verspricht. Über eine besonders grauenerregende Waffe berichtet "Wired": Internet-Trolle. Die beständig Unsinn und Provokationen absondernden Zeitgenossen haben schon so manchen Foren- oder Blogbetreiber an den Rand des Wahnsinns getrieben.

Was sie in den Augen des US-Außenministeriums zu geeigneten Helfern im Kampf um die Köpfe und Herzen der Bevölkerung in Schurkenstaaten macht. Unterstaatssekretär James K. Glassman erläuterte dieser Tage entsprechende Programme seines Hauses, wozu auch das Engagement von acht "Trollen" gehört, die sich auf den Weblogs "unfreundlicher" Staaten breitmachen und die Dinge mal aus US-Sicht zurechtrücken sollen. Eines der Ziele ist dabei übrigens das Weblog des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad.

US-Heimatschutz will Terroristen durch Gedankenlesen enttarnen

Damit ist die Liste der regierungsoffiziellen Skurrilitäten in den USA allerdings noch nicht an ihrem Ende. Das Heimatschutzministerium ist stets um den Schutz des Landes vor terroristischen Angriffen besorgt. Am besten gelingt das, wenn Verdächtige schon bei der Einreise erkannt werden können. Nur dumm, dass man den Leuten nicht hinter die Stirn blicken kann.

Kann man doch, sagen die Heimatschutzverantwortlichen und schaffen derzeit eine Reihe von Geräten an, die nach dem Lügendetektorverfahren böse Gedanken enttarnen sollen.

Die Ganzkörperscanner messen dabei Hauttemperatur, Puls, Atemfrequenz und sonstige, für das menschliche Auge unsichtbare Signale und sollen so feststellen können, ob der gerade Untersuchte wohlmöglich demnächst seine Mitpassagiere in die Luft jagen will. Im Unterschied zum Lügendetektor kommt das "Malintent" (etwa "böse Absicht") benannte System ohne direkten Kontakt zum Probanden aus, die nicht mehr verkabelt werden müssen.

Wie genau die Maschinen arbeiten, ist allerdings noch unklar. Erste Tests wurden mit 144 Versuchskandidaten veranstaltet, die jedoch nicht über die genauen Umstände informiert wurden, denn ansonsten wären ja die Testergebnisse vermasselt worden, so die Verantwortlichen.

Apple will Mauer des Schweigens

Apple hat sich jüngst nicht viele Freunde gemacht, als das Unternehmen einige Programme unabhängiger Entwickler aus seinem Download-Shop fürs iPhone warf. Die Medienberichte fielen entsprechend negativ aus, damit soll nun Schluss sein. Nicht, dass die Unterhaltungselektroniker ihr rigides Vorgehen etwa ändern würden, vielmehr haben sie keine Lust mehr, dass Zeitungen Apples Ablehnungsschreiben an ausgesperrte Entwickler zitieren. Die Mitteilungen werden jetzt mit dem Hinweis versehen, sie seien nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Verfolgungsjagd mit Bankomat-Hackern

Eine richtig schöne Hatz war es am Schluss, mit Blaulicht, Sirenen und Hubschraubern, inklusive Live-Berichterstattung im Fernsehen. Und wer ging den Polizisten aus dem US-Bundesstaat Nebraska in die Fänge? Zwei Bankräuber der virtuellen Sorte.

Den Verdächtigen, beide 21 Jahre alt, wird vorgeworfen, Geldautomaten manipuliert und um beträchtliche Summen erleichtert zu haben. Sie hatten die Computer der Geräte gehackt und sie so umprogrammiert, dass sie sämtliche enthaltenen Banknoten für Ein-Dollar-Scheine hielten. Danach orderten sie zum Beispiel 20 Dollar in kleinen Scheinen, erhielten aber tatsächlich 400 Dollar, weil der Automat 20-Dollar-Noten ausspuckte. Insgesamt sollen die beiden einen Schaden von 13.600 Dollar verursacht haben.

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