Netzwelt-Ticker Facebook mit Verfallsdatum?

Wie Milch und Butter sollen bald auch Daten mit einem Ablaufdatum versehen und nach dessen Ablauf gelöscht werden. Außerdem: Duke Nukem kommt angeblich doch noch, Bollywood attackiert Raubkopierer mit Hackerangriffen, und Hamster laden Handys auf. Das und mehr im Überblick.

Facebook: Sollen soziale Netzwerke Daten automatisch löschen?
dpa

Facebook: Sollen soziale Netzwerke Daten automatisch löschen?


Alle reden vom Datenschutz, außer denen, die ihn wirklich brauchen: Millionen Nutzer von sozialen Netzwerken, darunter ein großer Teil Minderjähriger. Auf ihren Profilen teilen sie der Welt munter mit, was noch vor wenigen Jahren als peinlich gegolten hätte. Von Saufgelage-Fotos bis zu erotischen Selbstbildnissen ist alles dabei. Um professionellen Datensammlern, die mit dem Material komplette Bewegungsprofile erstellen können, das Leben schwerer zu machen, sollen die entsprechenden Daten mit einem Verfallsdatum versehen werden. Das schlug FDP-Mann und Justizstaatssekretär Max Stadler vor.

Die auf Facebook und Co. veröffentlichten Inhalte sollten einen klar fixierten Löschtermin bekommen. Kurz vor Erreichen des entsprechenden Datums könne der Nutzer eine E-Mail zur Erinnerung erhalten. Damit sei es für jeden möglich, selber zu entscheiden, ob und welche Daten im Netz verbleiben sollen.

"Das ist technisch möglich", zitiert "Futurezone" den Politiker. Immerhin werde dieses Konzept von Online-Spiel-Anbietern bereits angewendet. Zudem arbeite die Regierung derzeit an einer Stiftung Datenschutz. Das Projekt soll die Bürger über Möglichkeiten des Datenschutzes informieren. Darüber hinaus sei es geplant, Produkte und Unternehmen ab einem bestimmten Datenschutzniveau zu zertifizieren.

Also doch? Duke Nukem Forever soll 2011 kommen - angeblich

Zwölf lange Jahre mussten sich die Fans gedulden, nun ist die Erlösung nah - möglicherweise. Nach dem letzten Schrecken, als das Entwicklerstudio 3D Realms das Duke-Nukem-Team vor die Tür setzte, kümmert sich nun die Software-Schmiede Gearbox um den legendären Shooter. Was bislang nur Gegenstand von Gerüchten und Sehnsucht war, wird nun Gewissheit: Erst teilte Gearbox via Twitter unter der Überschrift "Hail to the king!" mit, der Duke sei zurück und lud die Fans zu einem Besuch auf der Penny Arcade Expo in Seattle ein. Dort verkündete dann der Publisher 2K, der seit Jahren die Rechte an Duke Nukem hält, im Laufe des kommenden Jahres werde das Spiel seine Existenz als Vaporware beenden und tatsächlich erscheinen - und zwar in Versionen für Playstation 3, Xbox 360 und Windows.

Wer es nun überhaupt nicht mehr aushält, kann sich die letzte Wartezeit mit dem Besuch der soeben freigeschalteten Web-Seite vertreiben. Dort laden die Gearbox-Macher dazu ein, die neue Spielversion zu testen. Allerdings müssen sich Interessenten zum Firmensitz ins texanische Städtchen Plano bemühen. Wem das zu weit ist, kann sich mit Gleichgesinnten im offiziellen Forum austauschen.

Bollywood lässt Torrent-Seiten mit Hackermethoden erledigen

Zur Bekämpfung von Raubkopien und Urheberrechtspiraterie setzen die amerikanischen Verbände der Film- und Musikindustrie bekanntlich auf den juristischen Weg. Ertappte Sünder werden von ganzen Anwaltsarmeen in Grund und Boden geklagt. Trotzdem zirkulieren weiterhin illegale Filme und Musiktitel. Das indische Pendant in Bollywood beschreitet andere Wege. Eine Reihe von indischen Filmstudios nimmt die Dienste eines Unternehmens namens Aiplex Software in Anspruch, das sich gar nicht erst mit juristischen Scharmützeln aufhält.

Zunächst versucht es Aiplex noch im Guten und schreibt die Hoster illegaler Dateien an. Wenn die Betreiber nicht reagieren, werden andere Saiten aufgezogen. Vor allem Torrentseiten seien betroffen, zitiert "Torrentfreak" den Aiplex-Chef Girish Kumar. "In solchen Fällen fluten wir die Website einfach mit Anfragen", erklärt Kumar. Im Klartext: Das Unternehmen startet einen Denial-of-Service-Angriff, in dessen Folge die attackierten Server unter der Überlast der Anfragen zusammenbrechen.

Wenn auch das nicht ausreicht, holen die in Bangalore beheimateten Inder den Knüppel aus dem Sack und sorgen für vollendete Tatsachen: "Ab und zu müssen wir noch etwas weitergehen und die Seite direkt angreifen, um die gespeicherten Daten zu zerstören und die weitere Verbreitung eines Films zu verhindern."

Mehr Verkehrstote durch iPods?

Statt Verkehrslärm, Gehupe oder dem Gequassel der Leute in der U-Bahn lassen Nutzer von MP3-Playern wie dem iPod lieber wohlklingende Musik in den Ohren klingen. Zwar entgehen sie damit störenden Lärmquellen, bekommen aber auch lebenswichtige Signale und Hinweise nicht mit, oft mit fatalen Folgen. IPod-Zombies in Trance nennt sie der "Sydney Morning Herald" und weist auf die steigende Zahl von Unfällen hin, die durch die abgeschotteten Kopfhörerträger verursacht werden.

Allein im australischen Bundesstaat New South Wales wurden am vergangenen Wochenende sechs Fußgänger überfahren. Ein Opfer hatte wegen seiner Kopfhörer das Signalhorn eines Rettungswagens nicht gehört und wurde beim Zusammenprall mit dem Fahrzeug tödlich verletzt.

Auch wenn die Zahl der Verkehrstoten in Australien insgesamt abnehme, habe die Zahl getöteter Fußgänger im letzten Jahr um 25 Prozent zugenommen. Dafür macht Harold Scruby vom australischen Pedestrian Council die intensive Nutzung von MP3-Playern verantwortlich: "Das mag ein recht neues Phänomen sein, aber wir sollten uns schon fragen, warum die Zahl der Verkehrstoten an sich zurückgeht, die der betroffenen Fußgänger aber ansteigt."

Handystrom mit Hamsterkraft

Strom aus der Steckdose? Langweilig. Akku aufladen mit Solarstrom? Uralt. Biokraft ist das Gebot der Stunde. Das sagte sich auch der 16-jährige Peter Ash aus dem englischen Somerset und rüstete das Laufrad seines Hamsters Elvis mit einem Dynamo aus.

Jedesmal, wenn Elvis jetzt in die Speichen greift und losrennt, produziert er Energie für sein Herrchen. Dabei wird der Strom direkt ans angeschlossene Handy weitergeleitet. Zwei Minuten Hamsterkraft sollen Saft für eine halbe Stunde Gesprächzeit produzieren. Laut "Chip" hat Ash schon eine Anfrage aus den USA erhalten, er möge doch bitte eine ähnliche Konstruktion für ein Pferd bauen.

Das auch noch:



insgesamt 4 Beiträge
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realredfox, 06.09.2010
1. Hackerfirmen...
Ach indische Hackerfirmen löschen und zerstören einfach so Torrentseiten... Warum macht man sowas gegen richtig kriminelle Seiten mit Kinderpornos und rassistischem Inhalt?
tm78654 06.09.2010
2. .
weil eine mail an den provider ausreicht, um solche seiten löschen zu lassen. da muss niemand was hacken oder sperren
Schinkenfisch 07.09.2010
3. Hausaufgaben machen
---Zitat--- "Das ist technisch möglich", zitiert "Futurezone" den Politiker. Immerhin werde dieses Konzept von Online-Spiel-Anbietern bereits angewendet. ---Zitatende--- Ja... mit geringen oder teilweise auch gar keinem Erfolg.
bronskiwantsyou 07.09.2010
4. Verfallsdatum?
Unsere Kinder und Jugendlichen füttern die Soz. Netzwerke TÄGLICH mit neuen Daten. Nach dem gewählten "Verfallsdatum" würden sie also mit E-Mails überschwemmt, die sie bitten, sich zu entscheiden, ob die Daten im Netz verbleiben oder gelöscht werden sollen. Das ist völlig lebensfremd. Dazu nimmt sich niemand die Zeit.
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