Netzwelt-Ticker Frühstart für Firefox 5

Mozilla drückt bei der Firefox-5-Veröffentlichung aufs Tempo, die Niederlande bringen Strichcode-Münzen heraus, und die "New York Post" will iPad-Nutzer zum App-Kauf zwingen. Das und mehr im Überblick.
Firefox-Logo: Nur ein Vierteljahr Wartezeit zwischen den Updates

Firefox-Logo: Nur ein Vierteljahr Wartezeit zwischen den Updates

Foto: AFP

Die Browser-Bastler von Mozilla haben sich ordentlich beeilt: Einige Tage früher als eigentlich geplant ist am Samstag die Version 5 des Webbrowsers Firefox ins Web entschlüpft - allerdings nur als FTP-Download . Auf der Firefox-Homepage wird am Montag noch die Vorversion offeriert.

Nur ein Vierteljahr nach der Vorgängerversion wartet das Surf-Programm wieder mit einigen Neuerungen auf, die sich allerdings im Rahmen halten. Mozilla hatte aber auch angekündigt, lieber häufig kleine Schritte als nur wenige große mit langer Wartezeit, machen zu wollen. Ein Vorgehen, das sich die Firefox-Macher bei Google Chrome abgeschaut  haben könnten, mutmaßt "Golem".

Firefox 5 soll nun ein bisschen schneller als der Vorgänger sein, außerdem wurde eine Sicherheitslücke geschlossen. Cross-Domain-Texturen in WebGL werden jetzt nicht mehr unterstützt. Dafür erlaubt Firefox nun CSS-Animationen, Bewegtinhalte einer Website können über mehrere Keyframes dargestellt werden. Davon versprechen sich die Techniker eine realistischere Wirkung von Bewegungen.

Außerdem soll der Speicherverbrauch reduziert worden sein, bislang hatte sich Firefox als recht ressourcenhungrig erwiesen, vor allem, wenn mehrere Tabs geöffnet waren. Eine vollständige Auflistung der jüngsten Neuerungen und zukünftigen Versionen stellt Mozilla auf einer Übersichtsseite  zur Verfügung.

Niederlande prägt Münzen mit QR-Codes

Handynutzer kennen QR-Codes schon seit längerem. Einfach die zweidimensionalen Strichcodes fotografieren, und schon öffnet der Webbrowser die in dem Code versteckte Web-Adresse. Die Königliche Niederländische Münze will zu ihrem 100-jährigen Bestehen ab dem 22. Juni ein silbernes 5-Euro-Stück und ein goldenes 10-Euro-Stück mit solchen Codes verzieren.

Die auf eine Anzahl von 2011 limitierten Jubiläumsmünzen werden dabei auf einer Seite wie ein gewöhnliches Geldstück aussehen, auf der anderen Seite QR-Codes tragen . Die dahinter verborgenen Daten sollen zur Website der niederländischen Münzpräge führen. Natürlich können bei Geldstücken keine farbigen Codes aufgebracht werden, also behalfen sich die Hersteller mit verschiedenen Gravuren, die ihre Lesbarkeit auch durch Kratzer nicht verlieren sollen.

Oracle will von Google 6,1 Milliarden Dollar Schadenersatz

Der amerikanische Softwarekonzern Oracle könnte ein hübsches Sümmchen einstreichen, wenn seine Schadensersatzforderung gegen Google durchkommt. Satte 6,1 Milliarden Dollar (umgerechnet knapp 4,3 Milliarden Euro) will Oracle für Patentverletzungen erhalten. Google habe bei der Entwicklung von Android gegen Urheberrechte von Oracles Java-Software verstoßen.

Zwar datiert die Klage schon aus dem letzten Jahr, aber ein US-Richter ordnete jetzt die Veröffentlichung der Inhalte an. Die Aktion ist nur die jüngste in einer langen Reihe von juristischen Scharmützeln zwischen Telefon-Herstellern und Software-Unternehmen , merkt Reuters an. Experten sehen in der Auseinandersetzung ein deutliches Zeichen für die wachsende Rivalität der beiden Unternehmen, die derzeit aggressiv um neue Geschäftsfelder rangen.

"New York Post" will iPad-Nutzer zum App-Kauf zwingen

Zeitungszar Rupert Murdoch will die Leser seiner Blätter unbedingt dazu bringen, auch für Online-Lektüre zu bezahlen. Dafür führt er nicht nur die Bezahlpflicht ein, er riskiert auch die Verärgerung potentieller Kunden. iPad-Nutzer, die mit dem eingebauten Safari-Browser den Netzauftritt des Boulevardblatts "New York Post" ansteuern erhalten anstelle von Nachrichten und Artikeln nur den lapidaren Hinweis, im App Store könnten sie die kostenpflichtige App  des Murdoch-Titels bekommen. Beim zweiten Hinsehen ist die Aufforderung allerdings nicht mehr ganz so schlimm. Sie lässt sich mit Alternativ-Browsern wie Skyfire oder Opera Mini leicht umgehen.

Netz-Experte Dave Winer bekam über die neuesten Beschränkungen dennoch beinahe einen Wutanfall. Nicht, dass er die Texte des Boulevardblatts sonderlich schätzen würde. Trotzdem stößt er in sozialen Netzwerken immer wieder auf entsprechende Links, denen er nun nicht mehr folgen kann, da er für gewöhnlich mit dem iPad surft. "Das ist wirklich übel" , schrieb er am Wochenende. "Das zerbricht das Web. Würde keiner das iPad nutzen, wäre es egal. Aber viele Leute tun es." Er sieht in der Aktion eine unfreiwillige Werbekampagne für die Apple-Konkurrenz: "Ich kann schon die Reklame sehen 'Hol dir Android, um das Netz zu lesen'."

Duke-Nukem-Vorbesteller wird für 10 Jahre Geduld belohnt

Letzte Woche kam nach 15 Jahren Wartezeit das Computerspiel "Duke Nukem Forever" heraus, nur um von Kritikern gnadenlos verrissen zu werden. Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Ein Fan des Duke hatte vor zehn Jahren erwartungsfroh eine Vorbestellung für die kommende Version eingereicht. Den Kassenzettel bewahrte er auf, um sich jetzt endlich seinen langgehegten Wunsch zu erfüllen.

Das kam den Duke-Nukem-Verantwortlichen von Gearbox Software zu Ohren, und ganz gerührt über ein solches Ausmaß an Geduld legten sie noch eine Menge Extras drauf. Der Mann erhielt nicht nur seine Ausgabe des Ego-Shooters, sondern jede Menge Geschenke. Unter den Gaben  waren eine signierte Ausgabe der Duke Nukem Forever Balls of Steel Collector's Edition, T-Shirts, eine Gürtelschnalle, Schnapsgläser und eine Gaming-Tastatur.

Die miesen Kritiken scheinen die Fans im übrigen nicht davon abzuhalten, "Duke Nukem" in Scharen zu kaufen. Gearbox-Chef Randy Pitchford verkündete jedenfalls via Twitter, von den Verkaufszahlen her würden zumindest die Kunden "Duke Nukem" lieben. Um den etwas kryptischen Nachsatz anzufügen: "Ich nehme an, manchmal wollen wir fettige Hamburger anstatt Kaviar ."

Auch das noch:

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